Nordseekrabben müssen nicht mehr nach Marokko


Niedersächsische Krabbenfischer sortieren ihre frisch gefangenen und bereits gekochten Krabben.Foto: Ingo Wagner/dpa
Es gibt keinen Grund, absolut alles so lange um die Welt zu schippern, bis irgendein Kostenkommissar es rentabel findet. Die deutschen Küstenfischer wollen das nun auch ändern. Ein bisschen.

Von Bernd Matthies | DER TAGESSPIEGEL

In den Stellungskriegen der Dieseldebatte hat gerade wieder eine alte Behauptung die Runde gemacht: Die zwölf größten Schiffe der Welt stoßen angeblich so viel Dreck aus wie alle Autos zusammen. Das ist eine interessante Perspektivverschiebung, denn früher, als diese These aufkam, wollten Naturschützer damit belegen, wie böse die Schifffahrt ist; heute dient sie umgekehrt den Dieselfreunden als Beweis dafür, wie hysterisch die Diskussion sei.

Das Dumme ist nur, dass das mit den Schiffen überhaupt Quatsch ist. Da werden, wie Experten versichern, Pferdeäpfel mit Glühbirnen verglichen, und schon der gesunde Menschenverstand sagt, dass bei dem Vergleich was nicht stimmen kann. Es handelt sich um eine dieser NGO-Weisheiten („Die 50 reichsten Männer der Welt…“) , die so lange herumerzählt werden, bis der fehlende Wahrheitsgehalt durch den Gewinn an moralischer Überlegenheit mehr als kompensiert ist.

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