Rassismus kommt nicht aus dem Nichts


Für seinen Film „Aus dem Nichts“, der in fiktiver Form die NSU-Morde thematisiert, erhielt Fatih Akin Anfang des Jahres den Golden…Foto: Frederic J.Brown/AFP
Die tief in der Gesellschaft verankerte Ideologie des Rassismus zerstört unsere intimsten Beziehungen. Eine Kolumne.

Von Deniz Utlu | DER TAGESSPIEGEL

In einem winzigen Kino, vielleicht 40 Sitze, habe ich den neuen Film von Fatih Akin gesehen: „Aus dem Nichts“. Das Thema in diesem kleinen Kino war groß und ich wünsche mir, dass die ganze Nation sich ins Kino setzt, dass die Aulen der Schulen sich für Vorführungen dieses Films füllen – um uns dabei zu helfen, der Zerstörung menschlicher Empathiefähigkeit durch Rassismus ein Stück entgegenzuwirken.

Der Film erzählt ein zentrales Thema rassistischer Gesellschaften: die (beinahe) Unmöglichkeit, zu trauern. Dafür folgt Fatih Akin seiner Figur, Katja, gespielt von Diane Kruger, an einen Ort, den es nicht geben sollte und den es nicht geben muss: Er folgt ihr in den Verlust geliebter Menschen, erlitten aufgrund der brutalsten Manifestierung dieser tiefgreifenden gesellschaftlichen Ideologie: Mord.

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