Super-Super-Minister Seehofer und die Söder-Show


Horst Seehofer und Markus Söder. – APA/dpa/Sven Hoppe
Der wankelmütige CSU-Chef geht nach Berlin und macht keinen Rückzieher wie 2005 Edmund Stoiber. Markus Söder läuft sich im Breitwand-Format für den Wahlkampf warm.

Von Thomas Vieregge | Die Presse.com

In schönster Eintracht waren die CSU-Granden zum Gaudium des Publikums neulich beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg versammelt – dem traditionellen „Politiker-Derblecken“, einem kabarettistischen Höhepunkt der Fastenzeit in Bayern. „Mama Bavaria“ sparte nach den monatelangen Intrigen und Diadochenkämpfen nicht mit Spitzen und Sottisen gegen die Partei-Intimfeinde Horst Seehofer und Markus Söder, den „amtierenden“ und den „gefühlten“ Ministerpräsidenten, wie sie höhnte. Im Singspiel lief Söder, der Ministerpräsident in spe, als Revolverheld „El Marco“ durch die Westernszenerie der „Glorreichen Sieben“, den es zum Showdown drängt – und seinen Vorgänger, den „Seelenspezi“ Seehofer, in den Ruhestand.

Horst Seehofer denkt indes nicht ans Ausgedinge. Der CSU-Chef, der demnächst das Amt des Ministerpräsidenten an seinen ungeliebten Thronfolger abgeben wird, schwankte indessen allerdings, ob er – wie geplant – als Superminister nach Berlin gehen soll. Am Montag will er den Parteifreunden und der Öffentlichkeit die CSU-Ministerliste präsentieren. Für das Entwicklungs- und das Verkehrsministerium gibt es drei Kandidaten: den bisherigen Minister Gerd Müller, die Staatssekretärin Dorothee Bär und den Generalsekretär Andreas Scheuer.

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