Über die Neubesetzung des deutschen Forschungsministeriums


Grafik: TP
Wissenschaftspolitik als Spielball der Parteipolitik.
Nun wird sie also kommen, die große Koalition in Deutschland, die Neuauflage einer Regierung, die gute Chancen hat, erfolgreicher zu sein, als ihr Ruf glauben lässt.

Von Lars Jäger | TELEPOLIS

Damit findet auch das übliche Postengeschacher sein Ende, das einer neuen Regierungsbildung immer vorangeht. Die Vergabe von Ministerien ist nur allzu oft das Ergebnis politischer Ränkespiele, in denen die Wichtigkeit der verschiedenen Ämter für die politische Gestaltung der nächsten vier Jahre gegenüber ihrer Funktion als politische Verfügungsmasse für die innerparteiliche Personalplanung in den Hintergrund tritt.

Besonders deutlich trifft diese Aussage dieses Mal für die Besetzung der Führungsposition des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu. Hier könnte der Kontrast zur bisherigen Amtsinhaberin größer nicht sein.

Johanna Wanka war Professorin für Ingenieurmathematik, ehemalige Hochschulrektorin und bekleidete vor ihrer Nominierung als Bundeswissenschaftsministerin die gleiche Funktion in der brandenburgischen sowie niedersächsischen Landesregierung. Dazu war sie Präsidentin der Kultusministerkonferenz, also ein echter Profi sowohl im wissenschaftlichen als auch im politischen Betreib.

Und nun geht der höchste Posten der Wissenschaftspolitik an Anja Karliczek, eine ausgebildete Hotelkauffrau ist, die mit dem Thema Wissenschaft und Bildung bisher aber auch rein gar nichts zu tun hatte (außer dass sie drei Kinder großzog). Forscher und Bildungspolitiker reiben sich verwundert die Augen. Den Hochschulbetrieb kennt Frau Karliczek im wörtlichen Sinne nur aus der Ferne: Sie absolvierte ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fern-Universität in Hagen.

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