Gibt es bald verheiratete Priester?


Die Chancen auf eine Lockerung des Zölibats stehen unter Papst Franziskus so gut wie lange nicht mehr. (dpa picture alliance/ Donatella Giagnori / Eidon)
Der katholischen Kirche fehlen hierzulande die Priester – einer der Gründe ist sicher der Zölibat, die Pflicht, ehelos zu leben. Deshalb mehren sich die Stimmen, die Priesterweihe von verheirateten Männern fordern. Theologische Hürden gibt es dabei kaum.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandfunk Kultur

Weihbischof spricht bei einer Diakonenweihe: „Seid ihr bereit, zum Zeichen eurer Hingabe an Christus den Herrn um des Himmelreiches Willen ehelos zu leben und für immer eurem Vorsatz treu zu bleiben, in dieser Lebensform Gott und den Menschen zu dienen?“
Antwort: „Ich bin bereit.“

So lautet das Versprechen, dass auch Stefan Hirblinger als junger Priesteramtskandidat vor mehr als 30 Jahren bei seiner Diakonenweihe geleistet hat: „Ich wusste, der katholische Priester legt dieses Versprechen ab, und das hat für mich dazu gehört, Es war schon immer ein Stachel im Fleisch, dass man diese Dimension Beziehung zu einer Frau, Ehe-Familie-Kinder, dass man das alles von vornherein fürs Leben schon in jungen Jahren ausklammert.“

Auch Rainard Dörpinghaus musste ein Zölibatsversprechen ablegen, als er als junger Mann in den Benediktinerorden eintrat. Doch schon bald vermisste er Liebe, Nähe, Zärtlichkeit: „Man kann in der Gemeinschaft auch einsam sein. Ein Priester spürt diese Einsamkeit, denn die Gemeinde ist kein Ersatz für Familie, für die Intimität. Man hat Freunde, man hat Kumpel, aber es fehlt eine gewisse Intimität. Gott kuschelt nicht.“

weiterlesen