Wie Medien ihre Glaubwürdigkeit verlieren


Ein Skandal jagt den anderen, seit Donald Trump regiert. Manche Medienhäuser sind nicht unglücklich darüber. (Bild: Jonathan Ernst / Reuters)
Ein Mann ist offensichtlich von Sinnen. Trotzdem wird er stundenlang am Fernsehen vorgeführt, wo er immer groteskere Dinge zu Präsident Trump sagt. Für die Medien hat er seinen Auftrag erfüllt.

Peter Winkler | Neue Zürcher Zeitung

Einen Nachmittag lang konnte das amerikanische Publikum auf den 24-Stunden-Nachrichtenkanälen praktisch live miterleben, warum die Russland-Affäre von einem beträchtlichen Teil der republikanischen Wählerschaft nicht ernst genommen wird: Weil die Gier nach neuen Enthüllungen so unersättlich ist, dass die Grundsätze des seriösen Journalismus über Bord geworfen werden.

Dahinter steht die Erfahrung, dass solche Enthüllungen Einschaltquoten, Mausklicks und Lärm in den virtuellen Resonanzräumen der «sozialen Medien» generieren. Genau so, wie Fox News über Jahre hinweg die Wut der Konservativen und Nationalisten befeuerte, bewirtschaften CNN, MSNBC und gleichgesinnte Medien nun den unstillbaren Hunger eines allzeit empörten linken Publikums nach Skandalen aus dem Trump-Universum.

weiterlesen