Islam-Institut an der Humboldt-Universität: Wenn Glaube auf Geist trifft

Neuköllner Begegnungsstätte in der Flughafenstraße. Die Moschee ist freitags immer so voll, dass auch im Hof und auf dem Gehweg…Foto: Mike Wolff
Was geschieht, wenn eine Religion akademisiert wird? Und wer vertritt die Muslime in Deutschland? Zum Streit um das geplante Islam-Institut an der Humboldt-Universität.

Von Malte Lehming | DER TAGESSPIEGEL

Es steht Spitz auf Knopf, das Vorhaben kann gelingen oder misslingen. Der Vertrag zur Beirats-Gründung des Islam-Instituts an der Humboldt-Universität liegt vor. Alle Mitglieder des Beirates müssen bis Ende März unterschreiben. Zu diesem Gremium gehören fünf traditionell-konservative muslimische Verbände: die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), die Islamische Föderation Berlin (IFB), der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), der Zentralrat der Muslime und die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS).

Sie repräsentieren einen Großteil der in Deutschland lebenden Muslime. Die vier großen, im wesentlichen sunnitischen Verbände – Ditib, VIKZ, Islamrat und Zentralrat – haben sich 2007 zum „Koordinationsrat der Muslime“ zusammengeschlossen. Er versteht sich als Deutschlands oberste islamische Organisation.

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Jupiter: Verblüffend anders

Die auffallenden Sturmbänder reichen unerwartet tief in das Jupiterinnere – das ist nur eines der überraschenden Ergebnisse des Juno Gravity Experiment. © NASA/JPL-Caltech/ SwRI/MSSS/ Kevin M. Gill
Der Gasriese Jupiter sorgte erneut für Überraschungen. Denn Daten der NASA-Raumsonde Juno enthüllen, dass der Planet ein unerwartet asymmetrisches Schwerefeld besitzt. Das verrät, dass sich das Jupiterinnere anders verhält als gedacht. So reichen die auffallenden Sturmbänder bis in 3.000 Kilometer Tiefe. Überraschend auch: Die durch den enormen Druck verflüssigten Gase darunter verhalten sich wie ein Festkörper statt wie eine Flüssigkeit, wie Forscher im Fachmagazin „Nature'“ berichten.

scinexx

Der Jupiter ist nicht nur der größte Planet in unserem Sonnensystem, er birgt auch noch immer viele Geheimnisse. Denn was unter den rasenden Stürmen und turbulenten Wolkenbändern des Gasriesen vor sich geht, ist bisher nur in Teilen bekannt. Unklar ist beispielsweise, wie weit die Stürme in die Tiefe reichen und woher sie ihre Energie bekommen. Auch über das Verhalten des Wasserstoffs und Heliums tief in Inneren des Gasplaneten konnten Forscher bisher nur spekulieren.

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Hüllenlos in Kirche: Deutsche Filmstudenten schocken Bischof

Filmstudenten filmen in Kirche. © dpa / Goran Mratinovic
Deutsche Filmstudenten haben im kroatischen Urlaubsort Dubrovnik für Unmut gesorgt. Der katholische Bischof reagierte geschockt auf das Treiben der jungen Leute.

tz.de

Die der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin haben eine barbusige Frau in Kirchen gefilmt und sich damit Ärger eingebrockt. Er sei „tieftraurig“, dass diese Bilder „unter der Maske der Kunst“ gemacht worden seien, schrieb der katholische Bischof Mate Uzinic am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite. Er werde in seinem Abendgebet Gott um Verzeihung bitten – mit den Bibelworten „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“.

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Britische Kleriker: Katholische Antwort auf die Gender-Ideologie

Bild: FB

Die Gender-Ideologie ist eine dringende pastorale Frage geworden. Eine Vereinigung britischer Priester und Diakone will diese auf Grundlage der katholischen Glaubenslehre beantworten.

kath.net

Die „British Confraternity of Catholic Clergy“, eine Vereinigung von mehr als 500 britischen Priestern und Diakonen, will sich den pastoralen Herausforderungen durch die Gender-Ideologie stellen.

„Als katholische Priester und Diakone bekennen wir uns zur Verkündigung der katholischen Glaubenslehre in diesem Bereich und zur einer Seelsorge, die den Betroffenen mit pastoraler Liebe begegnet“, heißt es wörtlich in einer Stellungnahme der Vereinigung.

Die Gender-Ideologie sei zu wirkmächtig, um ignoriert zu werden. Die Seelsorger berichteten, in zunehmendem Maß mit Gläubigen konfrontiert zu sein, die ihr Geschlecht nicht annehmen könnten und davon überzeugt seien, ihr Geschlecht ändern zu müssen, um glücklich zu werden.

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Auch in Flughäfen und Flugzeugen gedeihen Bakterien und Pilze

Kolonien von Staphylococcus aureus. Bild: Matthias M./CC BY-SA-3.0
Touchscreens von Check-in-Automaten sind gut besiedelt, aber auch die Klapptische oder die Schnalle für den Sicherheitsgurt sind keine Einöden

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Flughäfen, die Nicht-Orte par excellence, versuchen sich, als klinisch reine, spiegelnde und glänzende Orte des Durchgangs zu präsentieren, an denen Schmutz und anderes Negatives nicht haften bleibt, sondern sofort vernichtet wird. Aber was ist, wenn man in ein Flugzeug einsteigt und auf einem Sitz Platz nimmt, auf dem schon ungezählte Menschen gesessen haben?

Insurancequotes.com hat nicht sonderlich aufwändig den hygienischen Zustand untersucht und gerade einmal 18 Proben von sechs Oberflächen von drei großen Flughäfen und Flugzeugen genommen und nach Bakterien und Pilzen untersuchen lassen. Am schlimmsten sind danach die Check-In-Automaten in Flughäfen kontaminiert. Hier finden sich durchschnittlich fast 250.000 koloniebildenden Einheiten (KBE, englisch: CFU) auf einen Square Inch (6 Quadratzentimeter). Auf dem Bildschirm eines Automaten wurden sogar 1 Million KBE gefunden. Wäre also vermutlich gut, in Flughäfen Plastikhandschuhe anzuziehen, wenn man etwas berührt.

Offenbar geht man davon aus, dass in Toiletten größeres Risiko herrscht, weswegen diese auch öfter und besser gereinigt werden als etwa Bildschirme von Check-In-Automaten und andere Oberflächen. Nur noch ein Zehntel der Menge wie auf Bildschirmen fand sich auf Armlehnen (21.630 KBE), auch die Knöpfe von Wasserspendern sind mit 19.181 noch ein begehrtes Territorium für Mikrobenbesiedlung.

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Deutschland braucht ein Mehrheitswahlrecht

Alan Posener Quelle: Martin U. K. Lengemann
Nicht nur der große Karl Popper bevorzugte das Mehrheitswahlrecht, weil es tendenziell zu einem Zwei-Parteien-System führt. Es gibt einen klaren Regierungsauftrag – und eine klare Opposition, die Alternativen vorlegen muss.

Von Alan Posener | DIE WELT

Wenn man rückblickend die Probleme bei der Regierungsbildung in einen größeren Zusammenhang einordnen will, so sind sie vor allem das Ergebnis einer falschen Demokratietheorie. Sie lautet: Demokratie ist Volksherrschaft. Gegen diese falsche Auffassung hat der Philosoph Sir Karl Popper vor 30 Jahren in der britischen Zeitung „Economist“ einen brillanten Essay geschrieben.

Die Demokratie, so Popper, solle nicht das Volk an die Regierung bringen, sondern Tyrannen von der Regierung fernhalten. Sie ermöglicht die Entfernung einer Regierung durch die einfache Mehrheit im Parlament, und sie erlaubt es keiner noch so großen Mehrheit, eine Tyrannei zu errichten, selbst wenn das Volk es lautstark fordert.

Die Krise unserer politischen Klasse wurde durch den Erfolg einer Partei ausgelöst, die dieses Popper’sche Prinzip nicht akzeptiert. Die AfD hängt dem Rousseau’schen Irrtum an, das Volk sei gut. Sein Wille solle geschehen. Volksentscheide sollten in allen wichtigen Politikfeldern das Parlament binden.

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Umwelthormone im Tierfutter nachgewiesen

Unsere Vierbeiner können über Tierfutter mit Umwelthormonen in Kontakt kommen. © Humonia/ istock
Belastetes Futter: Nahrung für Hunde und Katzen enthält in vielen Fällen offenbar auch Parabene. Bei Stichproben in den USA fanden Forscher die hormonähnlich wirkenden Chemikalien in allen untersuchten Futtervarianten – und wiesen sie außerdem im Urin der Vierbeiner nach. Wie sich diese Belastung auf die Haustiere auswirkt, ist unklar. Parabene stehen aber im Verdacht, nicht ganz unbedenklich zu sein.

scinexx

Nahezu überall ist der Mensch heutzutage potenziell schädlichen Chemikalien ausgesetzt, die aus der Umwelt in die Nahrungskette gelangen. Die Substanzen lassen sich in Meeressäugern oder Fischen, im Mikroplastik unserer Gewässer und sogar in der Muttermilch nachweisen. Kein Wunder, dass auch unsere ständigen Begleiter längst mit solchen Umweltchemikalien belastet sind: unsere Haustiere.

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Immer weniger christliche Konvertiten werden anerkannt

Taufe eines muslimischen Mädchens in der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin-Steglitz. (picture alliance / dpa / Lukas Schulze)
Der Asylantrag von Flüchtlingen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind und deshalb fliehen musssten, wird immer seltener anerkannt. Die Quote sei deutlich gesunken, sagen Pastoren. Offenbar wird im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Glaubwürdigkeit vieler Konversionen bezweifelt.

Von Marie Wildermann | Deutschlandfunk

Seitdem sie in Deutschland lebt, seit 2013, sei sie Mitglied einer christlichen Gemeinde, sagt Sharareh. Jeden Sonntag gehe die 40-Jährige in den Gottesdienst. Den christlichen Glauben habe sie in Teheran kennengelernt, in einem protestantischen Untergrund-Hauskreis, so die ehemalige Muslimin. Als der Leiter der Gruppe verhaftet wurden, habe sie Hals über Kopf das Land verlassen müssen. Über Umwege kam sie nach Deutschland, beantragte Asyl als religiös Verfolgte. Doch ihr Asyl-Antrag wurde abgelehnt.

„Ich weiß nicht, warum ich dieses Ergebnis bekommen habe. Ich bin schockiert, für mich ist es eine Katastrophe, ich kann nicht zurück in mein Land, ich bin verzweifelt.“

So wie Sharareh ergeht es derzeit vielen iranischen Flüchtlingen, die zum Christentum konvertiert sind. Auch, wenn sie aktive Kirchenmitglieder sind und ihre Pastoren ihnen das bescheinigen.

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Holocaust-Museum entzieht Aung San Suu Kyi den »Elie Wiesel Award«

Aung San Suu Kyi, ©DPA
Wegen Haltung der Politikerin zur Verfolgung der muslimischen Rohingya in Myanmar: »Elie Wiesel Award« entzogen

Jüdische Allgemeine

Das Holocaust-Museum in Washington hat Aung San Suu Kyi wegen ihrer Haltung zur Verfolgung der muslimischen Rohingya-Minderheit in Myanmar den 2012 verliehenen »Elie Wiesel Award« entzogen. Das teilte das Museum der Politikerin und Menschenrechtlerin aus Burma in einem Brief über die US-Botschaft von Myanmar mit.

Die »New York Times« hatte zuerst über das Schreiben berichtet, das das Museum in Washington am Mittwoch online veröffentlichte. Mit dem »Elie Wiesel Award« war 2017 auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet worden.

In dem Schreiben des Museums an Aung San Suu Kyi heißt es: »Wir hatten gehofft, dass Sie – als jemand, den wir und viele andere für Ihren Einsatz für Menschenwürde und universelle Menschenrechte gefeiert haben – etwas tun würden, um das brutale militärische Vorgehen gegen die Rohingya-Bevölkerung zu verurteilen und zu stoppen und Ihre Solidarität mit den verfolgten Menschen auszudrücken«, heißt es in dem Brief.

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Internationaler Frauentag: Frauenhäuser müssen zu viele Schutzsuchende abweisen

Eine Schutzbedürftige im Frauenhaus: Die Einrichtungen müssen aus Platznit häufig Frauen abweisen – ein gefährlicher Zustand. © Ina Fassbender DPA
In Deutschlands Frauenhäusern herrscht chronische Platznot. Gleichzeitig steigen die Anfragen dramatisch. Berlin lässt sich trotz völkerrechtlicher Verpflichtung mit einer bundesweiten Lösung viel Zeit. Das kann Menschleben kosten.

Sylvia Margret Steinitz | stern.de

Die Abgründe einer Gesellschaft liegen in den Augen ihrer schwächsten Mitglieder. Kleine Jungen, die unter den nächsten Tisch kriechen, sobald irgendwo eine Tür zuschlägt. Mädchen, die jeden, der ihrer Mama nahe kommt, angespannt beobachten, bereit sich jederzeit dazwischen zu werfen. Frauen mit Abdrücken brennender Zigaretten auf der Haut. Eva Risse blickt seit mehr als drei Jahrzehnten in diese Abgründe. Die 58-jährige leitet ein autonomes Frauenhaus in Bonn. Es sei eine tolle Arbeit, eine erfüllende Arbeit, sagt die Psychologin, aber sie hat auch Narben davongetragen.

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San Francisco: Flughafen sinkt ab

Am Wasser gebaut: Der internationale Flughafen von San Francisco ist durch Bodenabsenkung und Meeresspiegelanstieg bedroht. © Skyhobo/iStock
Land Unter: Teile San Franciscos und der Bay Area könnten künftig im Meer versinken – darunter auch der internationale Flughafen der kalifornischen Metropole. Denn der Untergrund unter dem Flughafen und anderen Gebieten sackt immer weiter ab. Kombiniert mit dem Meeresspiegelanstieg könnten dadurch bis zum Jahr 2100 bis zu 220 Quadratkilometer Fläche im Meer versinken, wie US-Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Viele Küstengebiete sind in Zeiten des Klimawandels gleich doppelt gefährdet: Zum einen steigt der Meeresspiegel immer schneller und verstärkt so die Hochwassergefahr. Gleichzeitig aber sinkt in vielen Regionen der Untergrund schleichend ab, teilweise aus natürlichen Ursachen, teilweise aber auch, weil zu viel Grundwasser entnommen wird. Beide Effekte addieren sich und bedrohen die Südküste der USA, das Ganges-Delta und andere Küstenregionen.

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Auch Musliminnen haben das Recht, nicht missbraucht zu werden

Gegenüber Fremden haben muslimische Frauen sich in der Öffentlichkeit zu verschleiern, sonst gelten sie als sündig und verfügbar. (Bild: D.Solanki / EPA)
Weltweit hat die #MeToo-Debatte über den sexuellen Missbrauch von Frauen durch Männer in Machtpositionen Resonanz gefunden. Kaum jedoch in der muslimischen Welt – dort steckt die Frau im Gefängnis von Religion, Familie und Patriarchat fest.

Necla Kelek | Neue Zürcher Zeitung

Warum hören wir in der weltweiten #MeToo-Debatte so wenig von Frauen mit muslimischem Hintergrund oder aus der islamischen Welt? Sind diese nicht betroffen, oder trauen sie sich nicht, etwas zu sagen?

Sexuelle Übergriffe, Anmache oder Grabschereien von muslimischen Männern sind, sei es auf dem Tahrir-Platz in Kairo, in den Gassen von Marrakesch oder in der Berliner U 8 von Neukölln nach Wedding, öffentlich und keine Einzelfälle. Über Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe wiederum schweigt die muslimische Frau, denn sie will nicht die Ehre der Familie gefährden.

Muslimische Frauen haben ihr eigenes #MeToo-Problem. Der sexuelle Übergriff ist Islam-immanent, jedenfalls wenn man die autoritativen Schriften – den Koran und die Hadithe – zum Massstab nimmt, das konkrete Erleben der Frauen und die Arbeiten muslimischer kritischer Aufklärerinnen wie Fatima Mernissi, Nawal al-Sadawi, Shereen El Feki oder Ayaan Hirsi Ali für massgeblich hält.

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Bundeswehrverband warnt vor Tod und Verwundung im Irak

Die Bundeswehr ist seit 16 Jahren in Afghanistan und ein Ende des Einsatzes ist nicht in Sicht. Stattdessen wird die Truppe jetzt wieder deutlich aufgestockt. Es ist nicht der einzige wichtige Einsatz, den die Bundesregierung ausweiten will. Quelle: WELT
Die Regierung weitet die drei größten Auslandseinsätze der Bundeswehr aus. Die Soldatenvertretung fordert eine Strategie, bessere Ausrüstung – und warnt vor den bitteren Folgen eines „naiven politischen Vorgehens“.

Von Thorsten Jungholt | DIE WELT

Politiker sollten in der Lage sein, ihre Politik zu erklären. Das gilt immer. Es gilt um so mehr, wenn mit Leib und Leben von Menschen hantiert wird. Letzteres hat die Bundesregierung an diesem Mittwoch getan.

Auf Vorschlag von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat das Kabinett nun die Verlängerung von sechs Bundeswehreinsätzen beschlossen. Darunter sind die drei größten Auslandsmissionen, die allesamt personell oder geografisch ausgeweitet werden: Mali, Afghanistan und Irak.

In Westafrika soll die Beteiligung an der UN-Stabilisierungsmission Minusma von 1000 auf 1100 Soldaten aufgestockt werden. Parallel läuft die europäische Ausbildungsmission EUTM mit bis zu 400 deutschen Soldaten weiter. In Afghanistan soll das Bundeswehrkontingent zur Ausbildung afghanischer Streitkräfte von derzeit höchstens 980 Soldaten auf bis zu 1300 anwachsen.

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NSU-Ausschuss: Zeuge gesteht Waffenbeschaffung

Grafik: TP
Im Stuttgarter Landtag legt ein Rechtsextremist eine unbekannte Lieferkette offen – Bundesanwaltschaft ermittelt seit langem im Hintergrund

Thomas Moser | TELEPOLIS

Aktenzeichen NSU ungelöst. Der Zeuge Jug Puskaric hat vor dem Untersuchungsausschuss von Baden-Württemberg eingeräumt, drei Schusswaffen besorgt zu haben, die er dann dem Thüringer Neonazi Sven Rosemann übergab. Rosemann war Mitglied des rechtsextremen Thüringer Heimatschutzes und zählte zum unmittelbaren Umfeld des Trios Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe.

Die Aussage könnte auch Auswirkungen auf den Mordprozess in München haben, wo die Verteidigung des Angeklagten Ralf Wohlleben eben Puskaric und Rosemann als Zeugen hören will. Die Aussage rückt aber auch das ungeklärte Kapitel der NSU-Bewaffnung wieder in den Mittelpunkt und die Frage: Wie groß war der NSU tatsächlich?

Der Zeuge Puskaric war bei seiner Befragung merklich unter Druck und gab Antworten, die er offensichtlich so nicht geben wollte. Seine Aussage muss man vor folgendem Hintergrund betrachten: In der Habe des NSU-Kerntrios wurden im November 2011 insgesamt 20 Schusswaffen sichergestellt. Darunter die Ceska 83, mit der neun Männer erschossen wurden sowie die Waffe Marke Bruni, die zweimal zum Einsatz kam.

Dann die Tatwaffen beim Anschlag auf die zwei Polizeibeamten in Heilbronn, eine polnische Radom und eine russische Tokarev. Sowie die Dienstpistolen, die den Opfern entwendet wurden. Doch nur von drei dieser 20 Waffen ist die Herkunft bekannt: Eben die Polizeipistolen und die Mordwaffe Ceska 83. Sie soll durch die Hände der Angeklagten Carsten Schultze und Ralf Wohlleben gegangen sein.

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Journalist: Trump hat Respekt vor Gott

Bild: twitter
Journalist David Brody beschreibt in einem Buch die Beziehungen von Donald Trump zu evangelikalen Christen. Trump sei ein Kämpfer für deren Anliegen – und habe auch selbst Respekt vor Gott.

Von Moritz Breckner | kath.net

Wenn einer etwas zum Thema Donald Trump und Christentum zu sagen hat, dann David Brody. Es ist nicht übertrieben, den 53-Jährigen als wichtigsten und einflussreichsten christlichen Journalisten Amerikas zu bezeichnen. Als Politik-Chef des Senders Christian Broadcasting Network (CBN) ist er auch in säkularen Talkshows ein gern gesehener Experte zum Thema – und gehört zu den wenigen Journalisten mit beinahe uneingeschränktem Zugang zu Trump persönlich.

Mitte Februar ist Brodys Buch „The Faith of Donald J. Trump: A Spiritual Biography“ erschienen. Zusammen mit Co-Autor Scott Lamb gibt Brody einen faszinierenden Einblick hinter die Kulissen sämtlicher Berührungspunkte zwischen Trump und den Evangelikalen, während des Wahlkampfes und seines ersten Jahres im Amt. Eine Frage, das kündigen die Autoren schon zu Beginn an, bleibt dabei unbeantwortet: Ob Donald Trump „wiedergeboren“ und „errettet“ ist, ob sein Name im Buch des Lebens steht, das bleibt offen. „Wir haben aber beide eine Meinung dazu, und die hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre geändert“, schreiben die Autoren.

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Landtagsresolution gegen Antisemitismus ohne AfD-Stimmen

Der baden-württembergische Landtag hat am Mittwoch eine Resolution gegen Antisemitismus verabschiedet.

evangelisch.de

Vier von fünf Fraktionen hatten das Papier eingebracht, wie der Landtag mitteilte. Die 17 Mitglieder der AfD-Fraktion enthielten sich bei der Abstimmung.

Verbunden mit der Resolution ist die Aufforderung an die Landesregierung, einen Antisemitismusbeauftragten zu berufen. Er solle Maßnahmen zur Bekämpfung von Antisemitismus koordinieren, Ansprechpartner sein und die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren.

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Ein glaubensfreier Gerichtssaal ist eine Fiktion

Die muslimische Jurastudentin Aquila S. mit ihren Anwälten in der Berufungsverhandlung im bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München (Foto: dpa)
Das Urteil der Richter wird dem Verhältnis zwischen individueller Glaubensfreiheit und staatlicher Pflicht zu Neutralität nicht gerecht. Es ist zumutbar, eine Frau mit Kopftuch im Gerichtssaal zu ertragen.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche Zeitung

Wenn eine Rechtsreferendarin aus religiösen Gründen ein Kopftuch trägt – darf sie dann im Gerichtssaal arbeiten? Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat dies verneint und ein Urteil des Augsburger Verwaltungsgerichts aufgehoben, aus formaljuristischen Gründen. Das aber wird dem Verhältnis von individueller Glaubensfreiheit und der Pflicht des Staates zu weltanschaulicher Neutralität nicht gerecht.

Zugegeben: Dies ist ein Grenzfall. Im Gerichtssaal tritt der Staat dem Bürger mit aller Gewalt gegenüber. Er kann ihn ins Gefängnis schicken oder freisprechen, ihm Strafen auferlegen, Entschädigungen zusprechen. Wer immer vor Gericht erscheinen muss, hat das Recht auf unvoreingenommene Richter und Staatsanwälte. Und es gibt Situationen, in denen jemand eine Justizvertreterin mit Kopftuch für befangen halten kann, gerade, wenn es um Fragen der Religion, Sitte und Moral geht.

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Militärbischof Rink begrüßt Ausweitung der Bundeswehreinsätze

Symbolbild. Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Rink befürwortet Schwenk von Kampfeinsätzen zu „Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Sicherheitskräfte“

EKD

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat die von der Bundesregierung geplanten Ausweitungen der Auslandseinsätze der Bundeswehr begrüßt. Bei den Einsätzen in Afghanistan oder in Mali gehe es vor allem um die Ausbildung der Sicherheitskräfte in den Einsatzgebieten, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ziel sei es, den Aufbau eines Staatswesens wieder zu ermöglichen: „Das kann die Bundeswehr leisten.“

Das Bundeskabinett hat die Verlängerung von insgesamt sechs Bundeswehreinsätzen unter anderem im Irak und in Afghanistan gebilligt. Der Bundestag muss noch über die Mandate abstimmen.

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Manfred Lütz: Dodo des Monats Februar 2018

Dodo des Monats Februar 2018 ©HFR

Geschichtenerzähler Lütz liebt Geschichten, katholische natürlich. Sein Christentum, seine Kirche sind auf dem besten Wege sich  abzuschaffen. Das schmerzt. Der imaginäre Himmelsfreund schweigt, keine Antworten. Wer sein Leben in die Verantwortung anderer legt ist nicht erwachsen und so kommt Lütz daher, pseudo-wissenschaftlich, das katholische Gemüt kindlich.  Unweigerlich kommt Matthäus in den Sinn, „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.„(Lutherbibel 1912). Auf dieser Ebene bemüht sich Lütz. Er setzt sich hin und schreibt ein Buch über die Geschichte des Christentums, müdes Abwinken, wissenschaftlich wäre gewesen, ergebnisoffen zu argumentieren, das wollte er nie. Sein Buch ist eine Verteidigungschrift, die Sicht eines Mannes, der gern und oft, im Sinnes seines polytheistischen Gottes, Geschichte verbiegt, klittert und schön redet. Sein Gott ist Liebe, gemeint ist Gehorsam und all die Ungehorsamen schmerzen Lütz zutiefst. Sein Buch produzierte Fake News in Serie. Da er glaubt, beweist er nichts und bedient sich eines Taschenspielertricks. Wenn er sonst gegen die Trennung von Staat und Kirche wettert, politische Aktionen von Christen einfordert, bedient er sich genau dieser Separation um sein Christentum rein zu waschen. Es war die weltliche Macht, die geistliche Urteile vollstreckte, die Verbindung Thron-Kirche, Kaiser-Papst, blendet er aus, der Adel gab den Glauben vor und der war bis zur Reformation katholisch. Es dauerte nicht lange, bis die katholische Kirche, nachdem das Christentum Staatsreligion wurde, die ersten Ketzer und Häretiker hinrichten ließ. Die Anerkennung derselben sollte bis zum 2. Vaticanum andauern.
Nimmt man das Alte Testament so war die Sintflut der erste Völkermord in der Geschichte der Menschheit, immer vorausgesetzt man glaubt diesen Mist. Lütz glaubt an die Päpste, seine Väter im Glauben hatten Macht, sie hielten den Schlüssel in der Hand um den Feudeladel den Weg in alle Himmel zu weisen. Die Päpste hatten feudale, ökonomische und politische Macht, sie konnten Heere ausrüsten und für die Sache des Christengottes kämpfen lassen. Missioniert heute Politik von Oben, indem man dem ungläubigen Pöbel Kirchen vor die Nase setzt und Märchenstunden abhält, die allein durch die Wiederholung Hoffnung erzeugen sollen, ganz in christlicher Hinsicht. In der Geschichte des Christentums wurde mit dem Schwert missioniert, tötet sie alle, der Herr wird die Seinen schon erkennen. Die Päpste öffneten mit ihren Bullen die Tore der Hölle um die „Affen“ der Amerikas zu christianisieren. Die Erlaubnisse bekamen nicht die Landsknete, Glücksritter und Mörder, sie waren für Könige bestimmt. Das Christentum matschte sich durch die Welt um das Symbol des Kreuzes allerorten zu hissen. Schlimm wurde es mit der Reformation. Allein die Feststellung ob der Christengott evangelisch oder katholisch sei kostete ein Drittel der deutschen Bevölkerung das Leben. Schade eigentlich dass diese Armee der Toten nicht bei den Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum defilieren konnte. Selbst die katholische Liga verweltlicht in der Trickserei des Herrn Lütz. Zum katholischen Fundamentalismus kam nun der evangelische Extremismus. Die Taliban des Christentums, sola scriptura, Luthers nur die Schrift haben sich Jahrhunderte später Wahhabiten und Taliban zu eigen gemacht. Religiotie im Streit um den Wahrheitsbegriff, ganze Generationen verdummt und verblödet. Lütz generiert sich als göttliches Mietmaul, nichts anderes versucht er im Namen seines imaginären Freundes zu sein, mit Liebe natürlich.
Es braucht weltliches Geld um den Schinken des Herrn Lütz in die Bestsellerlisten zu hieven. Der Herder-Verlag knausert nicht, wohl wissend, wie man Bestseller produziert, das Produkt wird zum Hit, wenn es der Markt wahr genommen hat. Man muss die Lützsche Geschichte des Christentums nicht lesen. Es empfiehlt sich für Interessenten die Kriminalgeschichte des Christentums von Karlheinz Deschner zu lesen. Danach ist nicht nur die christliche Ursuppe versalzen. Anzunehmen ist, dass sich Lütz dieser Lektüre verweigert. Deschner hat mit dieser Bande von Gangstern, die sich Päpste, Kardinäle, Bischöfe und Äbte, Theologen, Nonnen, Mönche und Priester nennen aufgeräumt.

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

„Je größer der Dachschaden, um so schöner der Aufblick zum Himmel.“(Karlheinz Deschner)

Google Engineers Think This 72-Qubit Processor Can Achieve Quantum Supremacy

The 72-Qubit Bristlecone quantum processor. Image: Google
”We are cautiously optimistic that quantum supremacy can be achieved with Bristlecone.”

Daniel Oberhaus| MOTHERBOARD

On Monday, Google researcher Julian Kelly unveiled Bristlecone, the company’s new record-breaking 72-qubit quantum processor, at the annual meeting of the American Physical Society in Los Angeles. Kelly and his colleagues at Google’s Quantum AI lab hope this processor will be the first chip to achieve quantum supremacy, the point at which quantum computers can perform calculations that are beyond the capabilities of even the most advanced supercomputers.
Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

“It’s a huge jump in the number of qubits on a chip, and they are arranged in a 2 dimensional layout, which complicates controlling the system,” Michele Mosca, a physicist at the University of Waterloo’s Institute for Quantum Computing, told me in an email. (He wasn’t involved with the Google processor.)

“It’s much closer to what is needed to implement the surface code,” Mosca added, referring to the ability to manipulate qubits in a quantum system to perform useful calculations.

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