Manfred Lütz: Dodo des Monats Februar 2018


Dodo des Monats Februar 2018 ©HFR

Geschichtenerzähler Lütz liebt Geschichten, katholische natürlich. Sein Christentum, seine Kirche sind auf dem besten Wege sich  abzuschaffen. Das schmerzt. Der imaginäre Himmelsfreund schweigt, keine Antworten. Wer sein Leben in die Verantwortung anderer legt ist nicht erwachsen und so kommt Lütz daher, pseudo-wissenschaftlich, das katholische Gemüt kindlich.  Unweigerlich kommt Matthäus in den Sinn, „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.„(Lutherbibel 1912). Auf dieser Ebene bemüht sich Lütz. Er setzt sich hin und schreibt ein Buch über die Geschichte des Christentums, müdes Abwinken, wissenschaftlich wäre gewesen, ergebnisoffen zu argumentieren, das wollte er nie. Sein Buch ist eine Verteidigungschrift, die Sicht eines Mannes, der gern und oft, im Sinnes seines polytheistischen Gottes, Geschichte verbiegt, klittert und schön redet. Sein Gott ist Liebe, gemeint ist Gehorsam und all die Ungehorsamen schmerzen Lütz zutiefst. Sein Buch produzierte Fake News in Serie. Da er glaubt, beweist er nichts und bedient sich eines Taschenspielertricks. Wenn er sonst gegen die Trennung von Staat und Kirche wettert, politische Aktionen von Christen einfordert, bedient er sich genau dieser Separation um sein Christentum rein zu waschen. Es war die weltliche Macht, die geistliche Urteile vollstreckte, die Verbindung Thron-Kirche, Kaiser-Papst, blendet er aus, der Adel gab den Glauben vor und der war bis zur Reformation katholisch. Es dauerte nicht lange, bis die katholische Kirche, nachdem das Christentum Staatsreligion wurde, die ersten Ketzer und Häretiker hinrichten ließ. Die Anerkennung derselben sollte bis zum 2. Vaticanum andauern.
Nimmt man das Alte Testament so war die Sintflut der erste Völkermord in der Geschichte der Menschheit, immer vorausgesetzt man glaubt diesen Mist. Lütz glaubt an die Päpste, seine Väter im Glauben hatten Macht, sie hielten den Schlüssel in der Hand um den Feudeladel den Weg in alle Himmel zu weisen. Die Päpste hatten feudale, ökonomische und politische Macht, sie konnten Heere ausrüsten und für die Sache des Christengottes kämpfen lassen. Missioniert heute Politik von Oben, indem man dem ungläubigen Pöbel Kirchen vor die Nase setzt und Märchenstunden abhält, die allein durch die Wiederholung Hoffnung erzeugen sollen, ganz in christlicher Hinsicht. In der Geschichte des Christentums wurde mit dem Schwert missioniert, tötet sie alle, der Herr wird die Seinen schon erkennen. Die Päpste öffneten mit ihren Bullen die Tore der Hölle um die „Affen“ der Amerikas zu christianisieren. Die Erlaubnisse bekamen nicht die Landsknete, Glücksritter und Mörder, sie waren für Könige bestimmt. Das Christentum matschte sich durch die Welt um das Symbol des Kreuzes allerorten zu hissen. Schlimm wurde es mit der Reformation. Allein die Feststellung ob der Christengott evangelisch oder katholisch sei kostete ein Drittel der deutschen Bevölkerung das Leben. Schade eigentlich dass diese Armee der Toten nicht bei den Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum defilieren konnte. Selbst die katholische Liga verweltlicht in der Trickserei des Herrn Lütz. Zum katholischen Fundamentalismus kam nun der evangelische Extremismus. Die Taliban des Christentums, sola scriptura, Luthers nur die Schrift haben sich Jahrhunderte später Wahhabiten und Taliban zu eigen gemacht. Religiotie im Streit um den Wahrheitsbegriff, ganze Generationen verdummt und verblödet. Lütz generiert sich als göttliches Mietmaul, nichts anderes versucht er im Namen seines imaginären Freundes zu sein, mit Liebe natürlich.
Es braucht weltliches Geld um den Schinken des Herrn Lütz in die Bestsellerlisten zu hieven. Der Herder-Verlag knausert nicht, wohl wissend, wie man Bestseller produziert, das Produkt wird zum Hit, wenn es der Markt wahr genommen hat. Man muss die Lützsche Geschichte des Christentums nicht lesen. Es empfiehlt sich für Interessenten die Kriminalgeschichte des Christentums von Karlheinz Deschner zu lesen. Danach ist nicht nur die christliche Ursuppe versalzen. Anzunehmen ist, dass sich Lütz dieser Lektüre verweigert. Deschner hat mit dieser Bande von Gangstern, die sich Päpste, Kardinäle, Bischöfe und Äbte, Theologen, Nonnen, Mönche und Priester nennen aufgeräumt.

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

„Je größer der Dachschaden, um so schöner der Aufblick zum Himmel.“(Karlheinz Deschner)

3 Comments

    1. Ja, er ist ein ganz schlimmer Finger. Aber was will man erwarten, wenn Theologen meinen als Historiker gelten zu wollen. Vielleicht sollte er sich auf seinen Psychiater-Beruf konzentrieren, statt in Geschichte zu dilettieren. 🙂

      Liken

Kommentare sind geschlossen.