Iran – „Sittliche Verdorbenheit“: Frau erhält zwei Jahre Haft wegen Kopftuch-Protest


Das weiße Kopftuch, das geschwenkt statt getragen wird, ist das Symbol des Protestes gegen den Kopftuch-Zwang im Iran © SalamPix/ABACA/Oicture Alliance
In Iran wird der Kopftuch-Zwang rigoros durchgesetzt. Eine Frau, die öffentlich ihr Haar zeigte, ist jetzt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dennoch tragen viele Frauen den Schleier nur noch sehr locker.

stern.de

Wegen eines Protests gegen das Kopftuchgebot im Iran ist eine Frau zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Die Frau habe durch die Entblößung ihres Haares „sittliche Verdorbenheit“ in der Öffentlichkeit befördert, sagte Teherans Generalstaatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Mizan Online vom Mittwoch. Sie habe Berufung gegen das Urteil eingelegt, doch werde er darauf dringen, dass sie die vollen zwei Jahre absitze.

Seit Ende Dezember wurden im Iran mehr als 30 Frauen festgenommen, die aus Protest gegen die geltende Kleiderordnung öffentlich ihr Kopftuch abgenommen hatten. Zwar wurden die meisten wieder freigelassen, doch laufen zahlreiche Prozesse. Im Iran gilt für alle Frauen das Gebot, in der Öffentlichkeit Hals und Haar zu verdecken. Allerdings ist der Schleierzwang umstritten und wird zunehmend weniger strikt durchgesetzt.

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