Jens Spahn will freien Sonntag verteidigen

Der designierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich für den Schutz des freien Sonntags starkmachen. „Wir dürfen nicht alles ökonomisieren, bewerten und auswerten wollen, gerade die Familien nicht“, sagte Spahn den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Samstag).

evangelisch.de

Dazu gehöre auch der freie Sonntag. „Es ist ein existenzieller Wert, dass sich Kinder und Eltern umeinander kümmern können, Zeit füreinander haben.“

Spahn ergänzte: „Je schneller sich die Welt dreht, desto größer wird das Bedürfnis der Menschen nach Verbundenheit, Zusammenhalt, Familie, Übersichtlichkeit.“

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Ökumenischer Rat: „Manche Kirchen trugen NS-Politik voll und ganz mit“

Der sogenannte „Anschluss“ fand vor 80 Jahren statt. – APA/ORF
80 Jahre nach dem „Anschluss“: Die christlichen Kirchen räumen anlässlich des Gedenkjahrs eine Mitschuld am „Ende Österreichs“ ein.

Die Presse.com

Die christlichen Kirchen räumen eine Mitschuld an jener Entwicklung ein, die vor 80 Jahren zum sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich führte: „Manche Kirchen bejubelten nicht nur den ‚Anschluss‘, sondern trugen auch die NS-Politik, sei es den Antisemitismus, sei es die Auslöschung vermeintlich unwerten Lebens, voll und ganz mit, was uns heute schamvoll als Verrat am Evangelium erscheint“, heißt es in einer Erklärung des Vorstandes des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ).

Man müsse eingestehen, dass es in den sieben Jahren der NS-Herrschaft „Schuld und Versagen durch Wegschauen und Mittun gegeben hat“. Widerstand habe es in den Kirchen „nur vereinzelt“ gegeben, heißt es in der am Samstag über Kathpress veröffentlichen Erklärung.

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Deutsche Übergangsregierung genehmigte Rüstungsexporte in Milliardenhöhe

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Zwischen Oktober und Februar hat die geschäftsführende Bundesregierung Rüstungsgüter im Wert von zwei Milliarden Euro exportiert – auch in Krisengebiete. So gibt es Deals mit Ägypten, Pakistan und Katar.

Neue Zürcher Zeitung

Die geschäftsführende Bundesregierung hat seit der Bundestagswahl Rüstungsexporte für rund zwei Milliarden Euro genehmigt. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünenfraktion hervor, über die «Der Spiegel» berichtet und die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Zahl bezieht sich auf die vorläufigen Einzelgenehmigungen im Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende Februar.

Top-Empfänger deutscher Rüstungsgüter war Ägypten, das Lieferungen im Wert von etwa 285 Millionen Euro erhielt. Das Land steht unter anderem wegen der Verletzung von Menschenrechten bei der Bekämpfung eines Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat auf dem Sinai in der Kritik. Zudem beteiligt es sich an der von Saudiarabien seit 2015 geführten Militärallianz sunnitisch geprägter Staaten im Jemen-Krieg, die gegen die schiitischen Huthi-Rebellen in Jemen kämpfen.

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„Der kleine, graue Tschekist Putin“: Pussy Riot in der Wiener Arena

Ein Hörspiel des Aufbegehrens: Mascha Alechina trug zu dramatischer Musik aus ihrem Buch „Riot Days“ vor. Resümee des Abends: Punk passt auch im Ernstfall.

Von Thomas Kramar | Die Presse.com

„Der Sommer war vorbei. Es wurde immer früher dunkel. Putin gab bekannt, er wolle zum dritten Mal kandidieren.“ So, mit dem Winter 2011, beginnt „Riot Days“, das Buch von Mascha Alechina, einem Mitglied von Pussy Riot. Am 21. Februar 2012 war sie beim „Punk-Gebet“ gegen Putin in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau dabei, sie wurde am 17. August 2012 wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ verurteilt, verbrachte zwei Jahre in Lagerhaft, teils in Einzelhaft. „Es war richtig, dass das Gericht dieses Urteil gefällt hat“, sagte Putin: „Moralische Grundlagen darf man nicht untergraben und damit das Land zerstören.“

In diesen Tagen – der Winter ist fast vorbei, es wird immer früher hell, Putin kandidiert zum vierten Mal – ist Mascha Alechina auf Tournee durch Europa, am Freitag abend war sie in der Arena Wien. Klein, zart, ein Kreuz um den Hals, im schwarzen Kleid, trug sie im rhythmischen Sprechgesang aus ihrem Buch vor, ein Schauspieler mit nacktem Oberkörper ergänzte die Sätze bald, formte sie sie bald als Parolen („Gottesmutter, Jungfrau, werde Feministin!“, „Die Gitarre – ein unorthodoxes Instrument“, „Regel eins: Einen Anwalt finden!“), skandierte, schrie.

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Thema Abtreibungsrecht belastet Koalitionsklima

Kirche raus aus der Gebärmutter
Die Auseinandersetzung um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche überschattet den Start in die Regierungskoalition: Unionsabgeordnete zeigen sich nach einem „Spiegel“-Bericht empört darüber, dass die SPD einen eigenen Gesetzentwurf zur Abschaffung des Paragrafen 219a des Strafgesetzbuchs eingebracht hat.

evangelisch.de

Demnach wirft der familienpolitische Sprecher der Union, Marcus Weinberg, der SPD „stilloses“ Verhalten vor. „Die SPD hat in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen Gesetzentwurf mit Maximalforderung eingebracht, der die Union in einer ihrer Grundüberzeugungen vor den Kopf stößt“, sagt Weinberg dem „Spiegel“. Die rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker, sprach von „keinem vertrauensvollen Start“ in eine neue Koalition. „Ich hätte nicht gedacht, dass die neue Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles als Erstes ihren Namen unter einen Antrag setzt, mit dem der Schutz des ungeborenen Lebens vermindert werden soll.“ Sollte die SPD die Abschaffung des Paragrafen 219a durchsetzen, „ist zu überlegen, ob wir vor das Bundesverfassungsgericht ziehen“.

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NDR Journalisten in griechischer Haft betraten Sperrgebiet aus Versehen

Die beiden NDR Journalisten, die seit gestern Abend in Gewahrsam der griechischen Polizei sind, werden derzeit bei der Staatsanwaltschaft in Orestiada angehört. Die beiden Reporter waren im Grenzgebiet zwischen Griechenland und der Türkei, nahe der Stadt Didyomteicho am Fluss Evros, festgenommen worden.

Pressemitteilung Norddeutscher Rundfunk

Sie hatten für das von PANORAMA für das junge Angebot funk produzierte Format STRG_F in der Region zur Situation von Flüchtlingen recherchiert und dabei versehentlich militärisches Sperrgebiet betreten. Nach Informationen der deutschen Botschaft in Athen und Behörden vor Ort kommt es häufiger zu diesen Zwischenfällen. Offenbar ist das Sperrgebiet nicht umzäunt und ausreichend beschildert, so dass sich selbst Einheimische dort verlaufen. Trotzdem kommt es standardmäßig zu einem Verfahren, wenn Personen im Sperrgebiet aufgegriffen werden. Derzeit wird den beiden Journalisten nur ein Vergehen vorgeworfen: unbefugtes Betreten eines Sperrgebiets. Die beiden Journalisten haben eine Nacht im griechischen Gewahrsam verbracht und sind nach Auskunft ihres Anwalts wohlauf.

Pressekontakt:

NDR Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Pleßmann
Telefon: 040 / 4156 – 2333
Fax: 040 / 4156 – 2199
r.plessmann@ndr.de
http://www.ndr.de

US-Waffenlobby klagt gegen verschärftes Waffenrecht in Florida

Bild. MotherJones
Das neue Gesetz bestrafe gesetzestreue Waffenbesitzer für die kriminellen Handlungen einer „gestörten Person“, kritisiert der Chef des NRA-Instituts für Rechtsmaßnahmen.

Die Presse.com

Die US-Waffenlobby NRA klagt gegen ein neues Gesetz im US-Staat Florida, das den Gebrauch und Erwerb von Schusswaffen strikter regelt. Mit der neuen Regelung würden gesetzestreue Waffenbesitzer für die kriminellen Handlungen einer „gestörten Person“ bestraft, sagte der Chef des NRA-Instituts für Rechtsmaßnahmen, Chris W. Cox, laut einem Bericht des Senders CNN am Freitag (Ortszeit).

„Die Sicherung unserer Schulen und der Schutz der Verfassungsrechte von Amerikanern schließen sich nicht gegenseitig aus“, so Cox. Die NRA stößt sich demnach besonders an der Heraufsetzung des Mindestalters für den Waffenkauf von 18 auf 21 Jahre. Bei 18-Jährigen handle es sich um Erwachsene, die ihre Rechte ausüben dürfen sollten, argumentieren die Lobbyisten. Die Klage wurde im Bezirk Northern Distrikt in Florida eingereicht.

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Neuer Atheismus – Polemik gegen jede Religion

Die atheistische Bedrohung

Der Pfarrer Andreas Fincke wird am Mittwoch, dem 14. März, in Gotha beim evangelischen Forum zum Thema „Was ist neu am neuen Atheismus?“ sprechen.

Thüringer Allgemeine

Wie die Veranstalter dazu mitteilen, geht es darum, dass seit einigen Jahren ein neuer, sehr kämpferischer Atheismus von sich reden mache. Einen wesentlichen Impuls dazu lieferte 2006 Richard Dawkins aus den USA mit seinem Buch „Der Gotteswahn“.

Dieser Atheismus profiliere sich in erster Linie durch seine Polemik gegen jede Art von Religion. Er sei erstaunlich kampfeslustig und greife Kirchen und Religionsgemeinschaften scharf an.

Der Referent Dr. Andreas Fincke ist Hochschulpfarrer und leitet die evangelische Stadtakademie Erfurt. von 1992 bis 2007 war er stellvertretender Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin. Er verfasste zahlreiche Schriften zu Religions- und Weltanschauungsfragen sowie zu Atheismus und Konfessionslosigkeit in Ostdeutschland.

Das Evangelische Forum ist ein monatliches, offenes Bildungsangebot. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Der Vortrag beginnt am 14. März um 10 Uhr im Gemeindesaal des Augustinerklosters Gotha in der Jüdenstraße 27. Ab 9.30 Uhr gibt es die Gelegenheit zu Gesprächen. Um einen Unkostenbeitrag von drei Euro wird gebeten.

Die Pestepidemie in Madagaskar ist besiegt

In der Geschichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist noch kein anderer Generaldirektor mit einer Seuchenlage konfrontiert worden, die an dunkelstes Mittelalter erinnert.

Hermann Feldmeier | Neue Zürcher Zeitung

Knapp drei Wochen nachdem Tedros Adhanom Ghebreyesus im Juli 2017 sein Amt angetreten hatte, brach in Madagaskar die Pest aus und verbreitete sich in einer bisher unbekannten Dynamik auf der Insel.

Nach einer überaus kosten- und personalintensiven Bekämpfung der Seuche konnte der WHO-Chef nun mitteilen, dass die Epidemie voraussichtlich im April für beendet erklärt werden wird. Dies nachdem seit Ende November keine neuen Pesterkrankungen mehr aufgetreten sind. Die Vorsicht beim avisierten Termin hat damit zu tun, dass das Feuer der Epidemie zwar gelöscht ist, die Pesterreger jedoch weiterhin in der Nagetierpopulation im ländlichen Raum zirkulieren. Die Glut der Epidemie schwelt also weiterhin.

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„Islam übernimmt Funktionen, die ein Staat übernehmen sollte“

Bürgerkrieg in Syrien: Wo Staaten scheitern, gedeiht der radikale Islam. (Samer Bouidani / dpa)
Der Islam ist nach Ansicht von Rainer Hermann mitverantwortlich für die Krisen im Vorderen Orient. „Wenn Staaten scheitern, wird die Religion wichtiger“, sagte der „FAZ“-Journalist und Buchautor im Dlf. Ein politischer Islam habe den bürgerlichen, gemäßigten Islam verdrängt.

Rainer Hermann im Gespräch mit Monika Dittrich | Deutschlandfunk

Monika Dittrich: Rainer Hermann ist promovierter Islamwissenschaftler und Redakteur bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Jahrelang hat er als Korrespondent über die arabische Welt berichtet, er ist ein ausgewiesener Kenner der gesamten Region und ihrer Konflikte.

Am 10. März erscheint sein neues Buch, es heißt „Arabisches Beben“. Hermann beschäftigt sich darin mit den Ursachen für das Scheitern vieler arabischer Staaten, mit dem Bürgerkrieg in Syrien, der Rivalität zwischen Iran und Saudi-Arabien, der Spaltung des Islams und dem Erstarken des radikalen Islamismus. „Die wahren Gründe der Krise im Nahen Osten“ heißt das Buch im Untertitel, und ich habe Rainer Hermann gefragt, ob die Religion auch einer dieser Gründe ist.

Rainer Hermann: Zunächst sind die Gründe gesellschaftliche Gründe, Staatsversagen und das Versagen von Eliten. Wenn Staaten versagen, nimmt die Bedeutung der Religion zu, weil die Staaten keinen Halt, keine Sicherheit mehr bieten und die Menschen nach einer Alternative suchen. Wer gibt ihnen Halt, wo finden sie Sicherheit, wo finden sie Solidarität? Insofern hat die große Krise der arabischen Welt, die wir heute erleben, zu einer neuen Bedeutung des Islams geführt.

Wie der Islam zur Widerstandsbewegung wurde

Dittrich: Sie beschreiben in Ihrem Buch, dass das Ende der Kolonialherrschaft den Ländern keine Befreiung gebracht hat, sondern Militärdiktaturen, die wiederum scheiterten. Und die Folge davon war der politische Islam. Was ist das Problem mit diesem politischen Islam?

Hermann: Es hat eine Reihe von externen und internen Faktoren gegeben, die diese Fehlentwicklungen angestoßen haben, die sich heute in diesen Beben und vielen Nachbeben entladen. Und Sie haben das angesprochen: Die Europäer und Amerikaner haben in diese Länder eingegriffen, haben Grenzen gezogen, Verfassungen geschrieben, Könige eingesetzt. Und es waren alles Staaten ohne Nationen, die früher oder später zerfallen sollten.

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Deutsche Journalisten in Griechenland festgenommen

Auf griechisch heißt der Grenzfluss Evros, auf türlisch Meric. Bild: AP
In der Nähe des Grenzflusses zur Türkei waren die beiden Reporter unterwegs – angeblich auf einer Recherche für die ARD. Dabei sollen sie in eine Sperrzone geraten sein.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zwei deutsche Journalisten sind im Nordosten Griechenlands nahe der türkischen Grenze festgenommen worden. Es handle sich um einen 31 Jahre alten Mann und eine 33 Jahre alte Frau, bestätigte die deutsche Botschaft in Athen am Freitag. Die beiden hätten angegeben, im Auftrag der ARD eine Geschichte über aus Deutschland heimkehrende Flüchtlinge drehen zu wollen. Sie seien ohne Drehgenehmigung unterwegs gewesen.

Nach Angaben der griechischen Polizei sind die beiden Reporter wegen Betretens einer Sperrzone in Gewahrsam. Sie sollen am Samstag von der Staatsanwaltschaft vernommen werden. Normalerweise werden Journalisten in vergleichbaren Fällen schnell wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ob sie tatsächlich für die ARD arbeiteten, ließ sich zunächst nicht bestätigen. Der Fall sei bekannt und werde von Deutschland konsularisch betreut, hieß es in der Nacht zum Samstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.

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Wenn der Arzt auf Reisen ist, sterben weniger Herzinfarktpatienten

Es könnte sein, dass Spezialisten während ihrer Dienstzeit ein paar Aspekte vernachlässigen. (Foto: Arne Dedert/dpa)
Eine bestimmte Patientengruppe an Infarktpatienten hat mitunter bessere Überlebenschancen, wenn die zuständigen Experten gerade auf einem kardiologischen Fachkongress sind.

Von Jing Wu | Süddeutsche Zeitung

Wenn Infarktpatienten ins Krankenhaus eingeliefert werden, haben sie mitunter bessere Überlebenschancen, wenn die zuständigen Experten gerade auf einem kardiologischen Fachkongress sind. Zumindest für eine bestimmte Patientengruppe hat sich dieser Zusammenhang gezeigt.

Forscher der Harvard Medical School haben Daten von über 34000 Patienten, die im Zeitraum von 2007 bis 2012 an Kliniken in den USA mit der Diagnose Herzinfarkt behandelt wurden, analysiert. Sie stellten dabei fest, dass 15,3 Prozent der Patienten in den 30 Tagen nach der Klinikeinweisung verstarben, wenn zur selben Zeit die jährliche Fachtagung Transcatheter Cardiovascular Therapeutics (TCT) stattfand. Für Patienten, die zu einer anderen Zeit in die Kliniken kamen, lag die Wahrscheinlichkeit im Monat nach dem Infarkt zu sterben bei 16,7 Prozent.

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Erdogan zeigt der EU die kalte Schulter

Türkische Polizisten blockieren die Pressekonferenz der türkischen Oppositionspartei CHP in Istanbul.Foto: Ozan Kose/AFP
Damit die EU ihr entgegenkommt, soll die Türkei ihre Antiterror-Gesetze reformieren. Doch die türkische Regierung setzt die Verfolgung Oppositioneller fort.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Die Chancen für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sinken. Kurz vor dem geplanten EU-Türkei-Gipfel in Varna Ende des Monats setzt die Türkei die Verfolgung friedlicher Regierungskritiker fort. Der türkische Berufungsgerichtshof verlangte am Freitag bis zu 20 Jahre Haft für den nach Deutschland geflohenen Ex-Chefredakteur von „Cumhuriyet“, Can Dündar. Vor einem Gericht in Istanbul beantragte die Staatsanwaltschaft unterdessen die Fortsetzung der Untersuchungshaft für drei Journalisten der Oppositionszeitung „Cumhuriyet“, die seit mehr als einem Jahr hinter Gittern sitzen.

Bei dem Gipfel am 26. März im bulgarischen Varna will die Türkei unter anderem auf die Reisefreiheit für türkische Staatsbürger in der EU dringen. Brüssel macht dies und eine generelle Verbesserung ihrer Beziehungen zur Türkei von einer Reform der Antiterrorgesetze abhängig, die selbst den gewaltlosen Ausdruck von Kritik als Terrorvergehen definieren. Ohne konkrete Fortschritte auf rechtsstaatlichem Gebiet dürfte die EU kaum zu Zugeständnissen bereit sein.

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Reisten AfD-Politiker mit russischer Hilfe nach Syrien?

In Trümmern: Die von Rebellen gehaltene Stadt Duma in Ostghuta, die am Freitag von einem UN-Konvoi erreicht wurde. Foto: afp
Der deutsche Auslandsgeheimdienst soll die Kontakte der Abgeordneten prüfen, die in dem Bürgerkriegsland unterwegs sind. In Sicherheitskreisen heißt es, Russland habe die Rechten bei ihrem Besuch beim Assad-Regime unterstützt.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg, Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags (PKGr), hat eine Beobachtung der Auslandskontakte der AfD durch den Bundesnachrichtendienst (BND) angeregt. Zur Begründung verwies er im „Handelsblatt“ auf die Reise von AfD-Politikern in das Bürgerkriegsland Syrien, wo sie auch mit einem regimetreuen Religionsführer zusammentrafen. „Nicht umsonst muss sich die AfD zurzeit den Vorwurf als fünfte Kolonne Putins gefallen lassen“, sagte Sensburg.

Das von Staatspräsident Wladimir Putin geführte Russland unterstützt den international weitgehend isolierten syrischen Machthaber Baschar al-Assad. „Nach dem Besuch von AfD-Abgeordneten in Syrien wird es Aufgabe des BND sein, die Zusammenarbeit der AfD mit Organen anderer Staaten im Blick zu haben.“ Ein weiterer AfD-Abgeordneter war nach Informationen des „Spiegel“ zeitgleich im Irak unterwegs.

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Schweiz: Vater soll Tochter bei Dämonenaustreibung getötet haben

Themenbild. Screenshot brightsblog
  • In der Schweiz steht ein Mann vor Gericht, der seine Tochter getötet haben soll. Der 50-Jährige soll die damals 25-jährige Frau im Rahmen einer Dämonenaustreibung mehrfach getreten und sich anschließend an der Leiche vergangen haben.
  • Die Staatsanwaltschaft fordert mindestens 14 Jahre Haft.

Süddeutsche Zeitung

„Massage“ klingt sehr harmlos. Nach Ruhe, Entspannung, nach etwas, an dessen Ende man sich besser fühlt als zuvor. Eine 25-jährige Frau in der Schweiz war nach solch einer „Behandlung“ durch ihren Vater allerdings tot. Der 50-jährige Deutsche muss sich deswegen vor dem Bezirksgericht Frauenfeld verantworten.

Wie die Luzerner Zeitung schreibt, besuchte der Mann seine Tochter Anfang 2016 in ihrer Wohnung in Wagenhausen, 20 Kilometer östlich von Schaffhausen. Dort soll es zum Streit gekommen sein. Angeblich, weil die Tochter sich ein Kind wünschte. Sie sei von Dämonen besessen, soll der Vater ihr eingeredet haben und führte seine – wie er es vor Gericht nannte – „Massage“ durch, um die Dämonen auszutreiben.

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Israel-Hass und ITB: Antisemiten heißen jetzt „politisch aufgewühlte Männer“

WELT-Redakteur Martin Niewendick
Mehrere deutsch-arabische Wachleute haben auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin den Israel-Stand bedrängt. Die Gewerkschaft der Polizei verharmloste den Vorfall. Das ist nicht neu.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

Das Arsenal sprachlicher Verharmlosung von Israel-Hassern und Antisemiten ist um eine Stilblüte reicher: „Politisch aufgewühlte Männer“. Als solche bezeichnete die Gewerkschaft der Polizei Berlin (GDP) in einem Tweet jene Wachleute, die am Freitagmorgen auf der Internationalen Tourismus-Börse am Israel-Stand pöbelten. Zeugen zufolge sollen die arabischstämmigen Mitarbeiter „Free, free palestine“ gerufen und Schals in den palästinensischen Farben gezeigt haben.

Nun also „politisch aufgewühlte Männer“. Diese dürfen sich zu den „Israel-Kritikern“ und den „besorgten Bürgern“ gesellen. Ressentiments? Nein, verständliche Emotionen, so die Botschaft.

Nun ist der einzelne GDP-Mitarbeiter, der diese kreative Wortschöpfung in die Welt hinauszwitscherte und damit für einige Empörung sorgte, nicht repräsentativ für die Gesamtheit der Berliner Polizei.

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Kirchenasyl: Evangelischer Pfarrer muss vor Gericht

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

In Rheinland-Pfalz muss sich erstmals ein Pfarrer vor Gericht verantworten, weil seine Gemeinde einem Flüchtling Kirchenasyl gewährt hat. Wegen Beihilfe zum illegalen Aufenthalt in der protestantischen Kirchengemeinde im pfälzischen Hochspeyer sei ein Strafbefehl erlassen worden, teilte das Amtsgericht Kaiserslautern auf Anfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Weil der Pfarrer dagegen Einspruch eingelegt habe, sei für Ende April nun eine Hauptverhandlung angesetzt worden.

evangelisch.de

„Wir sind sehr verwundert, dass es zu diesem Verfahren gekommen ist“, sagte der Sprecher der pfälzischen Landeskirche, Wolfgang Schumacher, dem epd. Die Kirchenleitung verfüge über keinerlei Hinweise darauf, dass der Pfarrer in Hochspeyer gegen die auf Bundesebene zwischen Staat und Kirche ausgehandelten Regeln zum Kirchenasyl verstoßen haben könnte. Die Landeskirche werde die Kosten für einen Verteidiger und eine mögliche Geldstrafe übernehmen.

Wie der Kirchasyl-Fall in der Pfalz derart eskalieren konnte und ob sich der aufgenommene Flüchtling noch in der Gemeinde befindet, blieb zunächst unklar. Weder der angeklagte Pfarrer noch die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern waren für eine Stellungnahme zu erreichen. Nach epd-Informationen hatte die evangelische Kirchengemeinde in Hochspeyer einen Mann aus Zentralafrika aufgenommen, für den die Ausländerbehörde der Stadt Kaiserslautern verantwortlich war.

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Watch a Herd of Boston Dynamics’ Dog Robots Take Over the World

Hundreds of SpotMinis is too many, in this ‚Planet Earth‘ style video.

Samantha Cole | MOTHERBOARD

As we’ve previously established, I am ready to engage in hand-to-claw combat with one (1) of Boston Dynamics’ SpotMini robo-dogs anytime. Hundreds at once, however, might be more of a struggle.

3D artist Nicholas King (on YouTube as NIXOLAS), along with Vojislav Milanovic, Ramtin Ahmadi, and Nawaz Ahmed imagined a Planet Earth-style documentary sequence where a herd of migrating SpotMinis struggle against the elements. As Laughing Squid notes, King shows part of his creative process on his Instagram:

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Adaptive Radiation: Vorhersagbare Spinnenevolution

Die gelbe Ariamnes-Spinne von Molokai ähnelt Arten der gleichen Gattung auf anderen Hawaii-Inseln. Wirklich näher verwandt ist sie allerdings mit anders gefärbten Arten auf derselben Insel. Foto: George Roderick
Die Spinnengattung Ariamnes auf den Hawaii-Inseln liefert neue Hinweise, wie die Natur neue Arten hervorbringt.

Thomas Bergmayr | derStandard.de

Vor etwa drei Millionen Jahren wob – vermutlich in Asien – eine Gruppe von Spinnen ein Segel aus Seide, hielt es in den Wind und flog damit über den Pazifik bis nach Hawaii. Diese spezielle Art führte ein parasitäres Leben: Sie überfiel die Netze anderer Spinnen und schnappte sich die dort bereits gefangenen Insekten. Auf den hawaiischen Inseln fanden die arachniden Reisenden damals allerdings noch nicht allzu viele Netze vor, die man hätte ausrauben können. So blieb ihnen nichts anderes übrig, als ihren Speiseplan umzustellen, und sie wählten andere Spinnen, die bereits zuvor Hawaii besiedelt hatten, als ihre bevorzugte Beute.

Schnelle Diversifikation

Aus diesen spinnenfressenden Neuankömmlingen entwickelten sich rasch unterschiedliche Arten. Die einen bevorzugten ein Dasein auf Felsen, andere lebten unter Blättern, und wieder andere fühlten sich zwischen Flechten am wohlsten. Heute kennt man dieses evolutionäre Phänomen als adaptive Radiation. Entdeckt hat es Charles Darwin im 19. Jahrhundert auf den Galapagosinseln anhand unterschiedlicher Schnabelformen bei Finken. Und obwohl ihn seine Finken-Studien letztlich zur Evolutionstheorie auf Basis natürlicher Selektion geführt haben, ist bis heute noch vieles darüber unklar, wie adaptive Radiation und damit auch die Evolution selbst im Detail abläuft.

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Suhrkamp distanziert sich von Autor Uwe Tellkamp

Schriftsteller Uwe Tellkamp bei einer Lesung. (Foto: lok)
Seine Äußerungen seien nicht mit denen des Verlages zu verwechseln. Der Träger des Deutschen Buchpreises hatte öffentlich mit Rechten sympathisiert.

Süddeutsche Zeitung

Nach umstrittenen Äußerungen des Schriftstellers Uwe Tellkamp hat sich der Suhrkamp-Verlag von seinem Autor distanziert. Tellkamp hatte am Donnerstagabend in Dresden bei einer Diskussion Positionen vertreten, die denen der AfD oder der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung ähneln. „Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlags zu verwechseln. #Tellkamp“, twitterte Suhrkamp am Freitag.

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