Die Privatisierung des Kosmos


Die ISS am 7. März 2011, aufgenommen aus dem Space Shuttle Discovery. Bild: NASA
Wer hätte das gedacht! Die Trump-Administration greift nun tatsächlich nach den Sternen, sie erhebt sich mutig in die Weiten des Kosmos – dort, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Trump ist ein mutiger Visionär des Weltraum-Neoliberalismus. Denn tatsächlich ist bislang noch keine Regierung auf die Idee gekommen, ausgerechnet eine Weltraumstation zu privatisieren.

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Bis 2024 will das Weiße Haus die Finanzierung der Internationalen Weltraumstation ISS einstellen, um diese in eine „kommerzielle Plattform“ zu verwandeln, wie interne NASA-Dokumente belegen, die der Washington Post zugespielt wurden. Die Weltraumbehörde NASA werde in den kommenden sieben Jahren „internationale und kommerzielle Partnerschaften erkunden“, um die weitere „Präsenz der Menschheit im niedrigen Orbit der Erde sicherzustellen“, hieß es in dem Dokument.

Der Plan, die ISS bald zu privatisieren, werde heftiges Missfallen in der US-Öffentlichkeit hervorrufen, schlussfolgerte die Washington Post, da der amerikanische Streuzahler rund 100 Milliarden US-Dollar in den Aufbau der Weltraumstation investierte. Dennoch loteten gegenüber dem Hauptstadtblatt mutige Republikaner erste Wege in die Privatisierung aus.

Ted Cruz, republikanischer Senator aus Texas, hielt ein Public-Private-Partnership (PPP) auf der ISS durchaus für möglich. Man sei „offen für vernünftige Vorschläge, die kosteneffektiv sind und die Effektivität der getätigten Investitionen maximieren“, erläuterte Cruz.

Dabei sollen weitere US-Steuergelder in die Entwicklung einer privaten Weltraumindustrie fließen. Die Trump-Administration habe rund 150 Millionen US-Dollar in ihrem Haushaltsentwurf für die „Entwicklung und Reifung“ kommerzieller Möglichkeiten auf der ISS wie auch deren privatwirtschaftlichen Nachfolgeeinrichtungen vorgesehen, berichtete der britische Guardian.

weiterlesen