Frankreich: Neustart für Front National


  • Die Wiederwahl von Marine Le Pen fegt monatelange Spekulationen beiseite, die frühere Anwältin sei nach ihrer Wahlniederlage gegen den Sozialliberalen Emmanuel Macron nicht mehr für die Parteispitze geeignet.
  • Ihre mögliche Nachfolgerin, die 28 Jahre alte Nichte Marion Maréchal-Le Pen, verzichtete auf eine Teilnahme am Parteitag.
  • Die Partei will sich zudem einen neuen Namen geben.

Süddeutsche Zeitung

Zehn Monate nach ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl hat Frankreichs Rechtspopulistin Marine Le Pen ihrer Front National (FN) einen Neustart verordnet. Die 49-Jährige wurde am Sonntag auf dem Parteitag im nordfranzösischen Lille einstimmig als Vorsitzende wiedergewählt. Gegenstimmen gegen eine weitere Amtszeit gab es bei der schriftlichen Mitgliederbefragung nicht, wie die FN-Spitze mitteilte. Allerdings war sie auch die einzige Kandidatin, zudem ist das Ergebnis nicht notariell bestätigt.

„Krempeln wir die Ärmel hoch, wir machen uns erneut daran, den Sieg zu erringen“, rief Le Pen ihren Anhängern in Lille nach ihrer Wiederwahl zu. Die etwa 1500 Teilnehmer des „Parteitags für eine neue Front“ erhoben sich und applaudierten ihrer Vorsitzenden. Zudem bestätigten die Teilnehmer ihren EU- und fremdenfeindlichen Kurs und besiegelten den endgültigen Bruch mit ihrem Vater Jean-Marie Le Pen.

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