Homöopathie: Patienten müssen selbst wählen dürfen


Aus einem Röhrchen geschüttete homöopathische Globuli. (Foto: dpa)
Zuckerkügelchen sind wissenschaftlich gesehen kompletter Unfug. Dennoch wäre es falsch, wenn Mediziner nicht mehr auf solche Therapieangebote hinweisen dürften.

Von Kathrin Zinkant | Süddeutsche Zeitung

Die Expertengruppe des sogenannten Münsteraner Kreises hat die Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie für Ärzte gefordert. Die „esoterische Heilslehre“ untergrabe das Patientenvertrauen und bekomme in Kombination mit der Approbation zum Arzt den Anstrich wissenschaftlicher Seriosität. In den Ohren langjähriger Homöopathiekritiker klingt diese Forderung sicherlich fabelhaft. Trotzdem ist der Ruf nach Abschaffung falsch.

Das liegt nicht daran, dass Homöopathie wirken würde. Wissenschaftlich gesehen ist sie kompletter Unfug. Eine Wirkung ließ sich nie nachweisen, sie ist nach den Naturgesetzen auch gar nicht möglich. Mit der evidenzbasierten, also wissenschaftlich fundierten Medizin bleibt die Homöopathie unvereinbar. Die Frage, warum gründlich ausgebildete Ärzte ihren Patienten endlos verdünnte Wirkstoffe verordnen, ist deshalb berechtigt. Immerhin gibt es in den meisten Fällen eine wirksame wissenschaftliche Alternative.

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