Plötzlich wieder mehr Abtreibungen


Die „Pille danach“ kann ungewollte Schwangerschaft verhindern – doch aus Sicht der Frauenärzte fehlt es an guter Beratung.Foto: imago/sepp spiegl
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Frauenärzte machen dafür auch schlechte Beratung durch Apotheker verantwortlich.

Von Rainer Woratschka | DER TAGESSPIEGEL

Der Knick in der Zahlenreihe ist unübersehbar. Seit dem Jahr 2001 sank die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland kontinuierlich, im vergangenen Jahr stieg sie aber plötzlich wieder an.

Das Statistische Bundesamt registrierte für 2016 bundesweit nur noch 98.721 Abtreibungen, im Jahr darauf waren es mit einem Mal wieder 101.209. Das ist ein Plus von 2,5 Prozent. Im vierten Quartal betrug die Steigerung gar 4,3 Prozent. Und besonders augenfällig ist sie bei Frauen zwischen 40 und 45: Hier betrug der Anstieg binnen eines Jahres sieben Prozent. Berlin liegt im Schnitt, Brandenburg dagegen hatte mit einem Plus von 8,4 Prozent den höchsten Zuwachs aller Bundesländer.

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