Knobloch: Nur Rückschläge im Kampf gegen Antisemitismus


Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hält die Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland für gescheitert. Die 85-Jährige sagte am Sonntag in einem Vortrag in Düsseldorf, sie sehe „im Kampf gegen Antisemitismus nur noch Rückschläge, keine Fortschritte mehr“.

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Knobloch verwies auf fast 1.500 antisemitischen Straftaten im vergangenen Jahr in Deutschland, die Schändung jüdischer Friedhöfe, Angriffe auf Synagogen und jüdische Gemeindehäuser sowie Hasstiraden in sozialen Netzwerken.

Knobloch betonte in ihrem Vortrag im Rahmen der Reihe „Düsseldorfer Reden“ des Schauspielhauses, Deutschland sei ihre Heimat. „Ich liebe unser Land. Bis vor kurzem hätte ich hinter diese Aussage auch ein Ausrufezeichen gemacht, doch diese Gewissheit wankt.“ Es sei in Deutschland „überfällig, eine kluge Form von Patriotismus zu entwickeln“, der kultur- und werteorientiert sei, forderte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

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