Sri Lanka: Mit Kichererbsen begann die Gewalt


Wo der Mob wütete: Polizisten sichern die Stadt Kandy ab. (Foto: AFP)
Ein böses Gerücht hat den Hass radikaler Buddhisten gegen die muslimische Minderheit freigesetzt. Letzte Woche hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Das Militär soll eine weitere Eskalation verhindern.

Von Arne Perras | Süddeutsche Zeitung

Ein verdächtig aussehendes Klümpchen im Essen – mehr war es nicht. Doch das reichte, um Gewalt auf Sri Lanka zu entfachen. Der Hass entlädt sich gegen die muslimische Minderheit im mehrheitlich buddhistischen Land. Der Staat hat vergangene Woche den Notstand ausgerufen, Tausende Soldaten sind aufmarschiert, um eine Eskalation zu verhindern.

Das Gerücht, mit dem alles begonnen hatte, ist längst als Unsinn entlarvt. Behauptungen waren aufgetaucht, wonach muslimische Restaurantbesitzer angeblich Pillen ins Essen der buddhistischen Singhalesen mischten, um sie unfruchtbar zu machen. So könnten die Gäste bald keine Kinder mehr bekommen, während die Zahl der Muslime immer weiter steige, bis sie vielleicht irgendwann die Scharia einführen würden, hieß es in Hassbotschaften in sozialen Medien. Polizisten stellten sogar einen Klumpen im Essen sicher, der alles beweisen sollte. Die chemische Analyse ergab jedoch, dass das Mehl völlig harmlos war. Es war ein Klecks Kichererbsen.

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