Die Morde am OEZ waren rechtsextremistisch motiviert


„Warum nur!“: Beim Anschlag am OEZ starben neun Menschen, ehe sich der Täter sich selbst erschoss. (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Beim Attentat am Olympia-Einkaufszentrum in München tötete ein 18-Jähriger im Juni 2016 neun Menschen.
  • Jetzt hat das Bundesamt für Justiz deren Familien informiert, dass sie Anspruch auf „Härteleistungen“ für die Opfer extremistischer Übergriffe haben.
  • Das bayerische Innenministerium zögert noch mit dieser Bewertung – sehr zum Ärger von Stadträten aller Parteien.

Von Martin Bernstein | Süddeutsche Zeitung

Erstmals hat eine Behörde die Bluttat vom Olympia-Einkaufszentrum offiziell als rechtsextremistisch motiviert eingestuft. Das Bundesamt für Justiz (BfJ) hat die Familien der Betroffenen vergangene Woche darüber informiert, dass sie Anspruch auf „Härteleistungen“ für die Opfer extremistischer Übergriffe haben: „Die Härteleistung ist dabei eine freiwillige Leistung des Staates, die als Akt der Solidarität mit den Opfern und Hinterbliebenen gedacht ist, als ein Symbol der Anteilnahme und der Unterstützung“, so das BfJ. Das Amt regelt seit zehn Jahren die unbürokratische Vergabe der vom Bundestag bereit gestellten  Haushaltsmittel.

„Eine tolle Nachricht für die Angehörigen der Opfer“, kommentiert Rechtsanwalt Onur Özata die Nachricht aus Bonn. „Unser Einsatz hat sich offenbar gelohnt.“ Denn über die individuelle Hilfe hinaus, die laut Anwalt Jochen Uher in vielen Fällen weiterhin dringend nötig ist, ist die Entscheidung der Bundesbehörde ein Meilenstein im Kampf der Hinterbliebenen für eine Neubewertung der von den bayerischen Behörden als „Amoklauf“ bezeichneten Tat des 18-jährigen David S.

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