So sickern Verschwörungstheorien in die reale Politik ein


Der Klassiker: Dass die Mondlandung Fake gewesen sei, gehört zu den unsinnigsten Verschwörungstheorien – und zu den beliebtesten Quelle: picture-alliance/ dpa
Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur. Scharfmacher nutzen sie als politische Waffe. Der Forscher Michael Butter hat nun untersucht, warum dagegen kaum ein vernünftiges Kraut gewachsen ist. Es ist vielleicht das Buch des Jahrzehnts.

Von Sascha Lehnartz | DIE WELT

Einen Monat vor der Präsidentschaftswahl, am 7. Oktober 2016, veröffentlichte die „Washington Post“ ein Video aus dem Jahr 2005, das bei der Produktion der Sendung „Access Hollywood“ aufgezeichnet wurde. Wenn man ein Star sei, könne man sich bei Frauen alles erlauben, sagt Donald Trump da. Ihnen in den Schritt fassen zum Beispiel. „Grab them by the pussy.“ Für einen kurzen Moment sieht es da so aus, als sei der Präsidentschaftskandidat Donald Trump erledigt. Ein Mann, der solche Sätze über Frauen sagt, könne unmöglich Präsident werden, sind zumindest Mainstream-Medien überzeugt.

Sechs Tage später hat Trump einen Wahlkampfauftritt in Florida. Dabei macht er ein Fass ohne Boden auf: Das „amerikanische Volk“ werde von einem korrupten Establishment ausgebeutet, das nur auf seine eigene Bereicherung aus sei. Eine „globale Machtstruktur“ knechte amerikanische Arbeiter und raube dem Land seine Ressourcen, behauptet der Milliardär. Es bleibe nicht viel Zeit.

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