Zahl der Abschiebungen direkt aus dem Gefängnis steigt


Für die Rückführung ausländischer Strafgefangener gelten strenge Voraussetzungen: So darf ihnen in ihren Heimatländern zum Beispiel nicht die Todesstrafe drohen Quelle: pa/Sebastian Wil/dpa-ZB/Sebastian Willnow
Der Innenminister will ausreisepflichtige Straftäter konsequenter abschieben. Einer WELT-Umfrage in den Ländern zufolge steigt die Zahl der Abschiebungen aus dem Gefängnis bereits. Doch die Behörden stoßen an ihre Grenzen.

Von Timo Stukenberg | DIE WELT

Deutschland schiebt immer mehr ausländische Gefängnisinsassen ab. Das geht aus den Antworten der Landesjustizministerien auf eine Umfrage von WELT hervor. Insgesamt wurden demnach im vergangenen Jahr mindestens 1147 ausländische Strafgefangene in ihre Heimatländer abgeschoben. Das sind rund 400 mehr als im Vorjahr.

Die höchste Steigerung mit Blick auf Abschiebungen aus dem Gefängnis meldete das baden-württembergische Justizministerium. Hier stieg die Zahl der Abschiebungen aus der Haft auf 488 im vergangenen Jahr. In Hessen stieg die Zahl auf 189, in Rheinland-Pfalz auf 122. Vier der 16 Justizministerien machten keine Angaben zur Zahl der Abschiebungen aus dem Gefängnis, darunter das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Zahl aller aus Deutschland abgeschobenen Strafgefangenen dürfte dementsprechend höher liegen.

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