Alt-AKWs: Die Lebensgefahr am Oberrhein steigt drastisch


AKW Beznau. Bild: BLS208/CC BY-SA-3.0
Nun sollen der Schweizer Uraltmeiler Beznau 1 und der Schrottreaktor Fessenheim wieder ans Netz gehen

Ralf Streck | TELEPOLIS

Es war eine Ausnahme-Entscheidung der französischen Atomaufsicht (ASN), als sie Juli 2016 den Reaktorblock 2 im ältesten Kraftwerk des Landes abschalten ließ, weil sie dem Dampfgenerator das Prüfzertifikat entzogen hatte. Er gehörte zu den vielen Teilen, bei denen Dokumente für sicherheitsrelevante Teile gefälscht oder aufgehübscht worden waren, die nicht den üblichen Sicherheitsanforderungen genügen.

Da zwischenzeitlich in Fessenheim, dem ältesten Atomkraftwerk des Landes, auch Block 1 abgeschaltet werden musste, keimten am Oberrhein von Freiburg bis Basel Hoffnungen im Rahmen der ständigen Abschaltankündigungen, dass das alte Kraftwerk nie wieder angefahren werden würde. Schließlich war das Kraftwerk sogar schon einmal außer Kontrolle geraten. Nicht einmal die Schaltschränke waren wasserdicht, das Problem besteht auch in anderen AKWs.

Doch weit gefehlt. Zwischenzeitlich wurde vom Sozialisten Hollande ein fauler Kompromiss geschmiedet, der so mies und brüchig ist, wie der Stahl vieler Schmiedeteile, die in der Areva-Schmiede „Forges du Creusot“ für Atomkraftwerke unter fatalen Bedingungen hergestellt wurden. So wurde, weil Atom-Frankreich immer wieder mal vor dem Blackout steht, zunächst Block 1 wieder ans Netz gebracht und nun soll zum Monatsende auch Block 2 wieder in Betrieb gehen.

weiterlesen