Seehofers Islam-Aussagen sind eine Zumutung


Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, eingerahmt von Horst Seehofer und Alexander Dobrindt.Foto: Andreas Gebert/dpa
Horst Seehofer trennt den Islam von den Muslimen. Darin ist er geübt: Er trennt auch den Antisemitismus von jenen, die dessen Stereotype transportieren.

Von Malte Lehming | DER TAGESSPIEGEL

Horst Seehofer, der neue Bundesinnenminister, sagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Die bei uns lebenden Muslime allerdings gehörten zu Deutschland. Das Thema ist alt. Seit der gegenteiligen Behauptung des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff wurde es in sämtlichen Aspekten beleuchtet. Es wurde alles dazu gesagt – von jedem.

Interessant allerdings ist die logische Struktur von Seehofers Satz. Sie erinnert ein wenig an die Haltung der Katholischen Kirche zur Homosexualität. Demnach seien homosexuelle Handlungen zwar auf keinen Fall zu billigen, den Homosexuellen aber müsse mit Achtung, Mitleid und Takt begegnet werden.

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