Über den Islam sprechen


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Ihre Stimme überschlug sich vor Schmerz und Erinnerungen an Angst, als sie mir ihre Geschichte erzählte. Sie ist gerade einmal 25, und doch passen der Mut und die Überzeugungen, die sie bewiesen hat, eher zu einem Helden mit jahrelanger Erfahrung auf dem Schlachtfeld.

Von Jeffrey Tayler | Richard-Dawkins-Foundation

. Tatsächlich wurde ihr Leben bedroht und sie hat ihre Rechte auf einer Art ideologischen Schlachtfeld verteidigt, vor allem ihre Rechte als Frau. 2015 entschied sie sich dazu, nicht länger zu schweigen und outete sich in einer tief islamisch geprägten Gesellschaft vor internationalem Publikum als Atheistin beim „The Rubin Report“ (Dave Rubins beliebter Internettalkshow), obwohl sie wusste, dass sie sich in Lebensgefahr begab, und musste letztlich aus ihrer Heimat fliehen. Aber selbst in ihrem neuen Leben in Kalifornien muss sie sich um ihre Sicherheit sorgen, wie all die anderen Ex-Muslime, insbesondere Frauen, die den Islam anprangern. Und dennoch bleibt sie unerschrocken.

Ihr Name ist Lubna Ahmed und sie stammt ursprünglich aus Bagdad. Sie ist von Beruf Ingenieurin, von der Berufung her eine wahrheitsliebende Rebellin.

Ich sprach neulich mit Ahmed über Sykpe. Was mir sofort auffiel, war der Kontrast zwischen der Verletzlichkeit in ihrer Stimme und ihren entschlossenen Erklärungen über den Glauben, in dem sie aufwuchs und der sie durchdringt, aber dem sie nie angehörte. Sie versucht gar nicht erst objektiv zu sein, sondern sagte mir gerade heraus, dass sie den Islam „hasst“ und erklärte eindrucksvoll, wie Richard Dawkins, Sam Harris, Ayaan Hirsi Ali und Christopher Hitchens, alle bekannt für ihre treffsicheren, faktenbasierten Verurteilungen des Islam (und anderer Religionen), sie sowohl durch ihre anti-theistischen Schriften, wie auch durch ihre Videos, die sie auf Youtube sah, inspirierten. Ihre beiden Online-Gespräche mit Dave Rubin – die natürlich auf der ganzen Welt, inklusive des Irak gesehen werden konnten – brachten ihr Todesdrohungen und teilweise auch körperliche Gewalt ein, was letztlich dazu führte, dass sie mit der Hilfe von Richard Dawkins, dessen gleichnamige Stiftung mit dem Center for Inquiry bei ihrer Rettung zusammenarbeitete, in den Westen fliehen konnte. Zu Beginn wurde sie von Dawkins inspiriert, zum Schluss rettete er ihr das Leben.

Ahmed erzählte mir, dass ihre Mutter (eine gebildete Frau) Atheistin war, ihr Vater hingegen nicht. Ich fragte Ahmed, wie sie zur Gottfreien wurde.

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