Projekt „Hammer“: Asteroid rast auf Erde zu – Nasa will ihm Raketen entgegensetzen

Größenvergleich: Der 500-Meter-Asteriod ist größer als das Empire-State-Building. Der „Hammer“-Flugkörper wäre im Vergleich winzig, selbst mit der riesigen Delta-Trägerrakete (l.) Quelle: Lawrence Livermore National Laboratory
Der 500-Meter-Brocken Bennu rast auf die Erde zu. Der Asteroid wird der Erde gefährlich nahe kommen. Das dauert noch, aber mit dem Projekt „Hammer“ setzt die Nasa schon jetzt zum Angriff auf Bennu an.

Von Cornelia Karin Hendrich | DIE WELT

In „Armageddon“ gelingt es Bruce Willis, Ben Affleck und Liv Tyler erst in allerletzter Sekunde, einen Asteroiden zu zerstören, der beim Aufschlag jegliches Leben auf der Erde vernichten würde. Erst wenige Tage vor dem Einschlag erkennt die Nasa die Gefahr und schickt die Bohrspezialisten in aller Eile hinauf ins All zu dem Weltraumbrocken, damit sie diesen mit nuklearen Sprengsätzen zerstören. Mit Erfolg – allerdings beängstigend knapp.

Die echte Nasa will nicht so überrascht werden. Sie hat den 500-Meter-Brocken namens Bennu, der mit 101.000 Stundenkilometern auf die Erde zurast, genau im Visier. Sollte der 79 Milliarden Kilogramm schwere Asteroid die Erde treffen, hätte er die Energie von 80.000 Hiroshima-Bomben.

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Rätsel der „Phantom-Spur“ gelöst

Fossil eines Dicynodontiers – diese Tiergruppe überlebte in Südafrika länger als gedacht. © Christian Kammerer
Doch kein „Phantom“: Vor gut 60 Jahren in Südafrika entdeckte Fußspuren zeigten etwas vermeintlich Unmögliches: Die gemeinsamen Abdrücke eines pflanzenfressenden Dinosauriers und eines urtümlichen Dicynodontiers – einer Tiergruppe, damals als längst ausgestorben galt. Doch jetzt enthüllen Fundstücke in einer Fossilsammlung, dass diese „Phantom-Spuren“ wahrscheinlich echt sind. Dinos und Dicynodontier kamen demnach doch zur gleichen Zeit in der gleichen Gegend vor.

scinexx

Vor rund 260 Millionen Jahren entwickelten sich die Therapsiden – eine in vielen Merkmalen erstaunlich säugetierähnliche Reptiliengruppe. Ihre Beine waren nicht mehr seitlich abgespreizt und ihre Rippen am Hals und im Lendenbereich zurückgebildet. Einige von ihnen besaßen zudem schon ein Fell und bauten sogar Wohnhöhlen. Zu den besonders bizarren Vertretern dieser Tiergruppe gehörten die Dicynodontier – massige Pflanzenfresser mit Hornschnabel und langen Eckzähnen.

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„Viele Frauen fühlen sich von der Kirche abgestoßen“

© Bild: Corinne Simon/CIRIC/KNA
Alina Oehler ist eine glückliche Katholikin. Aber sie klagt: Frauen fühlen sich in der Kirche weniger wertvoll. Bei der Vorsynode will sie sich darum besonders für Frauenrechte einsetzen. Aber nicht nur.

Kilian Martin | katholisch.de

Frage: Frau Oehler, Sie vertreten die internationale katholische Frauenorganisation „Voices of Faith“ bei der Vorsynode. Warum ist es wichtig, dass diese Gruppe dort mitdiskutiert?

Oehler: Weil „Voices of Faith“ sich einem Thema widmet, das gerade auch junge Menschen angeht. Nämlich der Frage, welche Rolle moderne, ausgebildete, ambitionierte Frauen in unserer katholischen Kirche spielen können. Wir vertreten die Auffassung, dass diese Frauen ganz gezielt in Entscheidungspositionen gesetzt werden müssen. Die Kirche braucht wieder weibliche Vorbilder. Denn wenn man junge Menschen fragt, an was sie beim Wort „katholische Kirche“ denken, ist viel vom Papst, den Bischöfen oder Priestern die Rede. Aber ich fürchte, dass kaum jemand an irgendeine Form von weiblichem Gesicht dieser Institution denken würde. Und das, obwohl die Kirche so viele Frauen hervorgebracht hat, die Weltgeschichte mitgestaltet haben. Heute dagegen verlassen viele junge Frauen die Kirche. Deshalb ist diese Frage gerade für die Zukunft so wichtig.

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Apostel verteidigt Flüchtlingskurs von Polens Kirche

Für Flüchtlingsfragen zuständiger Weihbischof Zadarko: Bischofskonferenz für Aufnahme von Flüchtlingen und humanitäre Korridore – Flüchtlinge sehen Polen höchstens als Transitland – Große Solidarität polnischer Katholiken mit Menschen in Not vor Ort

kath.net

Dass Kirche und Staat in Polen gleichermaßen ablehnend gegenüber Flüchtlingen eingestellt seien, hat der in der polnischen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen zuständige Weihbischof Krzysztof Zadarko vehement zurückgewiesen. Die Bischofskonferenz habe sich schon 2015 für die Aufnahme von Flüchtlingen, unabhängig von deren Religion, ausgesprochen. Allerdings sei in erster Linie der Staat dafür zuständig, so Zadarsko. Der Weihbischof von Koszalin äußerte sich in einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“ am Rande einer internationalen Tagung in Wien über die Zukunft Europas, die am Freitag zu Ende gegangen ist.

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UN: Wassermangel bedroht Hälfte der Weltbevölkerung

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist den UN zufolge von Wassermangel bedroht. Insgesamt 3,6 Milliarden Menschen lebten in Gebieten, in denen für einen Monat im Jahr oder sogar länger Wasser fehlen könne, erklärte die Wissenschaftsorganisation Unesco am Montag in Bonn. „Klimawandel, Bevölkerungswachstum und steigender Konsum machen deutlich: Wir brauchen neue Lösungen für die Wasserbewirtschaftung“, sagte Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission, zur Veröffentlichung des „Weltwasserberichts“ am Montag.

evangelisch.de

„Wenn wir so weiter machen wie bisher, werden bis 2050 mehr als fünf Milliarden Menschen unter Wassermangel leiden.“ Zudem drohten Konflikte um Wasser.

Lösungen wie Wiederaufforstung, Nutzung von Feuchtgebieten und gezielte Grundwasseranreicherung könnten wichtige Ansätze sein und würden bislang weitgehend ignoriert, erläuterte Burchardt. Diese naturbasierten Maßnahmen, die natürliche Prozesse nutzten oder imitierten, machten bislang weit unter einem Prozent aller Investitionen in der Wasserbewirtschaftung aus. Sie seien aber zentral für die Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda.

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Ultraorthodoxes Web-Lexikon „Hamichlol“: Ohne Frauen und Evolution

Screenshot der Startseite von Hamichlol (Foto: Screenshot)
  • Das Projekt „Hamichlol“ (Gesamtheit) nutzt die Wiki-Technologie, um eine Enzyklopädie zu schaffen, die sich „mit der Thora, jüdischen Werten und der Geschichte des jüdischen Volkes beschäftigt“.
  • Aber was mit der Sicht von ultraorthodoxen Juden nicht zu hundert Prozent in Einklang steht, wird umgeschrieben oder weggelassen.
  • So entsteht eine virtuelle Parallelwelt, die den Transparenz-Prinzipien von Wikipedia ebenso widerspricht wie den Werten der Aufkärung.

Von Alexandra Föderl-Schmid | Süddeutsche Zeitung

Die ultraorthodoxen Juden in Israel sind eine stark wachsende Bevölkerungsgruppe, ihr Einfluss nimmt zu. Mehr als eine Million Menschen gehören zu den Charedim, sie leben in dem Land mit acht Millionen Einwohnern nach streng religiösen Gesetzen. Zwei Drittel der Charedim-Männer gehen keiner Arbeit nach, sondern widmen sich dem Studium religiöser Schriften. Den Staat Israel lehnen sie ab, an der Regierung beteiligen sich zwei ihrer Parteien trotzdem.

Erst vor wenigen Tagen wurde die jüngste Regierungskrise gelöst, die – wieder einmal – von der Partei Vereinigtes Thora-Judentum ausgelöst worden war. Diesmal ging es um ein Gesetz zur Befreiung ultraorthodoxer Männer vom Wehrdienst. Einige Wochen zuvor hatte die Forderung der Partei nach einem Verbot von Arbeiten am Eisenbahnnetz am Sabbat die Regierung fast zum Scheitern gebracht.

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Horst Seehofer und der Islam: Warum Glaube und Politik sich nicht vertragen

Der Islam gehöre nicht zu Deutschland, sagt Horst Seehofer. Das wirft Fragen nach dem generellen Verhältnis zwischen Politik und Religion auf.

Von Georg Diez | SpON

Erinnerungspolitik ist vor allem eines, Politik. Und wenn der neue Innenminister Horst Seehofer sein Amt gleich mit einer Kampfansage beginnt und einer tiefen Verbeugung vor der AfD und wenn er das Wesen dieses Landes und seiner Demokratie auf so rasante wie gefährliche Weise auf das Christentum reduzieren will, ein Wort, das er als Spaltbegriff einsetzt, dann ist klar, dass auch Kirchenpolitik vor allem eines ist, Politik.

Der Islam, sagt Horst Seehofer, gehöre nicht zu Deutschland. Was das Problem aufwirft, dass er das Land und seine verfasste Form verwechselt, die Kultur also und die Politik. Denn im Grundgesetz steht ja klipp und klar und selbst für einen Innenminister zu lesen, dass in Deutschland, bis auf Weiteres und falls Horst Seehofer das nicht abschaffen will, die Religionsfreiheit herrscht.

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Deutschland gegen gemeinsame EU-Steuer

imago/Hannelore Förster
Der Chef der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, spricht sich gegen die finanzpolitischen Reformvorhaben der EU-Kommission aus. Der EU Mittel zu verschaffen, sei kein Selbstzweck.

Die Presse.com

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, ist auf Distanz zu zentralen finanzpolitischen Reformvorhaben der EU-Kommission gegangen. In einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montagausgabe) wandte er sich gegen zusätzliche europäische Steuereinnahmen ohne gründliche Diskussion über den Umfang gemeinschaftlicher Aufgaben.

Auch die jüngsten Vorschläge des Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker zur Schaffung eines Europäischen Währungsfonds (EWF) hätten ihn „nicht überzeugt“. „Der EU mehr Mittel zu verschaffen, ist kein Selbstzweck“, sagte Weidmann. Zunächst müsse geklärt werden, welche Aufgaben sinnvoll auf europäischer Ebene erledigt werden können. „Vielleicht können ja auch Aufgaben in die Mitgliedstaaten zurückverlagert werden“, sagte der Bundesbankchef. „Erst wenn geklärt ist, was man in der Sache will und wie eine effiziente Umsetzung aussieht, kann man sich über die Finanzierung unterhalten“, fügte er hinzu.

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Naher Osten: Klimawandel verschiebt Jahreszeiten

Im Nahen Osten und östlichen Mittelmeerraum werden die regenreichen Winter kürzer und die trockenen Sommer länger. © NASA
Fatale Verschiebung: Die Lage im Nahen Osten könnte künftig noch schlimmer werden. Denn die für die Wasserversorgung so wichtige winterliche Regenzeit wird durch den Klimawandel immer kürzer. Bis 2100 könnte sich die Dauer des Winters von sechs auf nur noch drei Monate halbieren. Der trockene und heiße Sommer wäre dagegen zwei Monate länger als jetzt – wenn der Klimawandel ungebremst so weitergeht.

scinexx

Der Nahe Osten hat schon jetzt immer wieder mit Wassermangel und Dürren zu kämpfen. Im einst so fruchtbaren Halbmond grassiert seit Jahren eine schwere Dürreperiode. Sie gilt als Mitauslöser des Bürgerkriegs in Syrien. Klimaforscher prognostizieren zudem ein Anhalten der Trockenheit und eine Zunahme der Hitze, die Teile der Region unbewohnbar machen könnte.

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Grundgesetz: Gott im Rucksack

Das Kreuz mit den Religionen
Der Rechtswissenschaftler Horst Dreier plädiert eindringlich für einen säkularen Staat. Der Würzburger Jurist liefert mit seiner Analyse reichhaltigen Stoff – zum Nachdenken wie zum Streiten.

Von Rolf Lamprecht | Süddeutsche Zeitung

Das muss einer wollen und können – den Anspruch eines Buches gleich am Anfang und ganz beiläufig auch noch erschöpfend zu präzisieren. Beim gerade erschienenen „Staat ohne Gott“ – „keine Streitschrift, wohl aber eine streitbare Analyse“ – ist dem Würzburger Rechtsprofessor Horst Dreier das Kunststück gelungen. „Staat ohne Gott“, schreibt er, heiße nicht „Welt ohne Gott, auch nicht: Gesellschaft ohne Gott und schon gar nicht: Mensch ohne Gott.“ Wohl aber ziele „die titelgebende Wendung“ auf den Umstand, dass sich der Staat in der modernen, säkularen Grundrechtsdemokratie „mit keiner bestimmten Religion oder Weltanschauung identifizieren darf“.

Ein großes Wort, das an der Präambel des Grundgesetzes nicht vorbeikommt; die gelobt feierlich: Das deutsche Volk habe sich diese Verfassung „im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“ gegeben. Welcher Gott mag da 1949 gemeint gewesen sein: der „christliche“ oder der „liebe“, zu dem Kinder und Ungläubige beten? An Allah hat damals bestimmt noch keiner gedacht.

„Das Grundgesetz ist keine Bibel, das politische Leben kein Gottesdienst“, schreibt der Autor

Wie neutral kann ein Staat sein, der mit Gott im Rucksack angetreten ist? Dreiers Vademekum weckt Neugier. Er selbst ist kein unbeschriebenes Blatt. 2008 wäre er um ein Haar ins Bundesverfassungsgericht gewählt worden – auf die Planstelle des künftigen Präsidenten.

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Trump will Todesstrafe für Dealer einführen

Drogen sind in den USA zu einem massiven Problem geworden. Im Bild ein Heroinabhängiger in Philadelphia. (Foto: AFP)
  • Der Missbrauch von Opioiden ist in den USA zu einem massiven Problem geworden.
  • US-Präsident Trump plant nun, für Dealer in bestimmten Fällen die Todesstrafe einzuführen.
  • An diesem Montag soll ein Gesamtpaket zur Bekämpfung der Drogenkrise vorgestellt werden.

Süddeutsche Zeitung

US-Präsident Donald Trump will im Umgang mit der Drogenepidemie im Land Härte zeigen: Gegen bestimmte Dealer soll die Todesstrafe verhängt werden können. Eine solche Strafe solle da greifen, wo es „nach geltendem Recht angemessen“ sei, sagte Trumps Berater für Innenpolitik, Andrew Bremberg, am Sonntag vor Reportern. Beispiele für Fälle, in denen Dealer mit dem Tode bestraft werden sollen, nannte das Weiße Haus nicht.

Trumps Plan gehört zu einem Drogenbekämpfungspaket, das er an diesem Montag in New Hampshire vorstellen will, einem besonders von der Opioid-Krise geplagten US-Bundestaat. Zu dem Paket gehört unter anderem eine Aufforderung an den Kongress, gesetzlich die Drogenmenge zu senken, von der an Dealern, die bestimmte illegale Opioide verkaufen, eine Haftstrafe droht.

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Alexander Gaulands Nazi-Schatten

Beschäftigt AfD-Fraktionschef Alexander Gauland einen Rechtsextremisten?Foto: Axel Schmidt/Reuters
AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hat einen Ex-Kader der verbotenen Neonazi-Truppe HDJ beschäftigt. Nicht erst im Bundestag, sondern schon seit 2015 im Landtag Brandenburg. Eine Spurensuche im Versteckspiel.

Von Alexander Fröhlich | DER TAGESSPIEGEL

Alexander Gauland, Co-Chef der AfD-Bundestagsfraktion, soll nach Tagesspiegel-Recherchen einen früheren Kader der rechtsextremistischen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) als Mitarbeiter beschäftigt haben. Der 33-jährige Felix W. war bereits vor Gaulands Wechsel in den Bundestag, spätestens seit Januar 2015, in der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion als Referent beschäftigt. Und er soll Gauland dann im Herbst 2017 in den Bundestag gefolgt sein.

Dafür gibt es mehrere klare Hinweise, etwa die Aussagen mehrerer AfD-Politiker, aber auch das interne Telefonverzeichnis des Bundestags. Gaulands Büro jedoch und auch der Fraktionssprecher bestreiten das. Die Tagesspiegel-Recherchen entwickelten sich denn auch zu einer zwei Wochen währenden Beweisführung. Aber dazu später.

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„Gesunde Dicke“ – nur ein Mythos?

Entgegen landläufiger Ansicht kann auch schon leichtes Übergewicht dem Herzen schaden © Fred Froese/ iStock
Mythos widerlegt: Bisher war strittig, ob leichtes Übergewicht nicht sogar gesünder ist als leichtes Untergewicht – jedenfalls für Herz und Kreislauf. Jetzt jedoch widerlegt eine Studie diesen Mythos von den „gesunden Dicken“ Demnach steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schon an der Obergrenze des Normalgewichts an und nimmt dann mit jedem Kilogramm weiter zu. Entgegen früheren Annahmen schaden dagegen ein paar Pfunde zu wenig offenbar nicht, wie die Forscher berichten.

scinexx

Welches Körpergewicht ist für unsere Gesundheit optimal? Über diese Frage streiten Wissenschaftler schon seit Jahren. Klar scheint, dass starkes Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit ungesund sind. Sie erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Krebs und können sogar unser Gehirn älter machen und unser Erbgut verändern. Mediziner sehen deshalb den steigenden Anteil von Übergewichtigen weltweit mit Sorge.

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Trump greift FBI-Sonderermittler Mueller erstmals namentlich an

Image: NBCNews/YouTube
Trump nimmt sich erneut das FBI vor und attackiert Sonderermittler Mueller. Ex-FBI-Vize McCabe wird zuvor gefeuert, auf besonders brutale Weise. Es geht um die Russland-Ermittlungen – und wohl auch um eine alte Bekannte.

DIE WELT

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Frontalangriff gegen das FBI gestartet und die jüngste Entlassung von Ex-Vizechef Andrew McCabe gefeiert. Sein Anwalt John Dowd forderte das Justizministerium auf, nun unverzüglich die FBI-Russland-Untersuchungen unter Sonderermittler Robert Mueller einzustellen. Sie seien von vornherein ein Fehler und „korrumpiert durch politische Vorurteile“ gewesen.

Kritiker werteten das und die Umstände der Entlassung McCabes als weiteres klares Zeichen für systematische Versuche Trumps, die Russland-Ermittlungen loszuwerden. McCabe war am späten Freitagabend (Ortszeit) von Justizminister Jeff Sessions gefeuert worden – zwei Tage vor seinem 50. Geburtstag, an dem er ohnehin vorzeitig in den Ruhestand gehen wollte. Mit der Entlassung kurz davor könnte er einen Teil seiner Pension verlieren.

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Telford: Noch mehr Mädchen melden sich in Missbrauch-Skandal

2016 wurde auch in Rotherham in Nordengland ein Zuhälter-Ring verurteilt. Bild: dpa
Das Ausmaß des Skandals in Großbritannien wurden wohl lange verschwiegen. Fachleute sprechen von einem Muster, nach dem pakistanische Einwanderer Zuhälter-Ringe gebildet hätten.

Von Jochen Buchsteiner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Seit die britische Regierung eine offizielle Untersuchung der Missbrauchsfälle in Telford angekündigt hat, melden sich immer mehr junge Mädchen aus der mittelenglischen Stadt, die über Vergewaltigungen durch Männer pakistanischer Herkunft berichten. Die konservative Abgeordnete Lucy Allan, die den Wahlkreis in den Midlands vertritt, sagte der BBC am Wochenende, ihre Mailbox quelle über von entsprechenden Mitteilungen. Nach Schätzungen wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr als 1000 Mädchen missbraucht, manche von ihnen nicht älter als 13 Jahre alt. Die örtliche Polizei bezeichnete die Zahl als „zu hoch“. Allan sagte, Hunderte Mädchen seien missbraucht worden.

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Putin als russischer Präsident wiedergewählt

Schon bei der Stimmabgabe am Morgen der Wahl zeigte sich Putin siegesgewiss. (Foto: AFP)
Einer ersten Prognose zufolge kann der Staatschef sein Wahlergebnis vom Jahr 2012 verbessern. Er kommt demnach auf mehr als 70 Prozent, die Zielmarke der Kreml-Strategen.

Süddeutsche Zeitung

Wladimir Putin bleibt wie erwartet Präsident von Russland. Bei der Wahl am Sonntag, die Beobachter als nicht frei kritisieren, erzielte er einer ersten Prognose zufolge 73,9 Prozent der Stimmen. Falls die Prognose hält, so übertrifft Putin klar die Marke, die Kreml-Strategen zuvor als Ziel definiert hatten. Mehr als 70 Prozent Ja-Stimmen solle er erhalten, hieß es zuvor. Als Ziel bei der Wahlbeteiligung waren ebenfalls 70 Prozent anvisiert worden. Wie hoch diese lag, ist noch nicht bekannt. Allerdings deuteten Zwischenberichte vom Wahltag auf einen vergleichsweise hohen Wert hin.

Bei der letzten Präsidentschaftswahl im Jahr 2012 hatte Putin etwa 64 Prozent der Stimmen erhalten, 65,25 Prozent der Wahlberechtigten hatten damals ihre Stimme abgegeben.

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Lieber Herr Spahn, bitte reden Sie nicht von Dingen, die Sie nicht nachvollziehen können

Keine Woche im Amt und schon wieder in den Schlagzeilen: Gesundheitsminister Jens Spahn gibt sich gern kontrovers © Robert Schlesinger/ Picture Alliance
Unser neuer Gesundheitsminister Jens Spahn schwingt gern die kontroverse Keule. Erst vor Kurzem hatte er es mit Aussagen zu Armut und Hartz IV in die Schlagzeilen geschafft. Nun legt er in der „BamS“ mit den Themen Schwangerschaftsabbrüche und Pharmaindustrie nach – und unsere Autorin ist genervt.

Von Jule Schulte | stern.de

Schon vor seiner Vereidigung landete unser neuer Gesundheitsminister mit kontroversen Aussagen in den Schlagzeilen. Deutschland habe kein Armutsproblem, rief er dem Fußvolk ganz unverfroren von seinem hohen Ross zu und die Menschen waren sauer. Anstatt daraus zu lernen und lieber zwei Sekunden länger nachzudenken, bevor er spricht, legte Jens Spahn nun direkt mit einem weiteren strittigen Interview nach.

Über Schwangerschaftsabbrüche, Armut und Forschungsgelder – ein Kommentar

Lieber Herr Spahn,

ich denke wir sind uns einig, dass ihr Einstieg bislang so mäßig erfolgreich war. Noch VOR dem Antritt des Ministeramtes haben Sie in ganz Deutschland Schlagzeilen gemacht. Und wissen Sie was? Völlig verdient. Sie können jetzt noch so viel zurückrudern und sich falsch verstanden fühlen und den Verständnisvollen geben: Wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt und kurz davor ist, eines der wichtigsten Ämter des Landes zu bekleiden, dann hat man aufzupassen, was man sagt. Und „Hartz IV bedeutet nicht Armut“, können Sie meinetwegen bei einem Sektfrühstück im schicken Restaurant Ihren gleichermaßen gut betuchten Polit-Kumpels zuraunen und sich dann alle kräftig auf die Schenkel klopfen, wenn Sie die Ironie der Situation erkennen – aber erzählen Sie nicht in einem Interview ein Schließen der Tafeln würde für niemanden Hungerleiden bedeuten und tun dann so, als wüssten Sie wovon Sie reden, weil Sie irgendwann tatsächlich mal in persönlichen Kontakt mit einer alleinerziehenden Mutter gekommen sind. Das glaubt Ihnen kein Mensch.

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Bayern: Der Islamunterricht ist ein Provisorium

In der Grundschule an der Bräugasse in Neumarkt in der Oberpfalz lernen Flüchtlingskinder gemeinsam mit in Bayern geborenen muslimischen Kindern von Lehrer Mehmet Yalcin altersgerecht ihre Religion kennen. (Foto: Peter Roggenthin)
  • Der Modellversuch für Islamunterricht an bayerischen Schulen läuft nächstes Jahr aus.
  • Experten und Bildungspolitiker sind sich einig, dass staatlicher Islamunterricht ein Schlüssel zur Integration ist und Radikalisierung verhindern kann.
  • Der Landtag soll 2019 über die Zukunft des Islamunterrichts entscheiden.

Von Anna Günther | Süddeutsche Zeitung

Um das Bild der Frau im Islam soll es an diesem Morgen im Pirckheimer-Gymnasium in Nürnberg gehen. Nora Youssef, 40, hat sich für die folgenden Wochen keine Kleinigkeit vorgenommen. Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert. Die 14 Achtklässler werden im Alltag regelmäßig mit Klischees konfrontiert. Im islamischen Unterricht sollen sie sich nun mit der Rolle der Frau im Koran auseinandersetzen. Sie sollen lernen, Suren in den historischen Kontext einzuordnen und zu hinterfragen. „Ihr habt euch dieses Thema gewünscht, wieso?“, fragt Lehrerin Youssef.

Nesrin Shah, 14, meldet sich. Das Mädchen sucht nach Worten, schweigt, dann sagt sie: „Ich trage das Kopftuch, aber wenn jemand fragt, wieso, kann ich das nicht gut erklären. Wenn wir darüber gesprochen haben, kann ich es vielleicht besser formulieren.“ Shah ist aufgeweckt, diskutiert über Fairness und hält das im Koran beschriebene Erbrecht nicht mehr für zeitgemäß: Söhne bekommen doppelt so viel wie Töchter. Geht nicht, findet Shah. Das Thema Kopftuch aber ist für die Schülerin mit afghanischen Wurzeln so persönlich, Kommentare so häufig, dass sie ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

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Kirchenvertreter besorgt über neue antisemitische Tendenzen

Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat sich besorgt über neue antisemitische Tendenzen in Deutschland geäußert. Die Fähigkeit, Brücken zu bauen, hierzu der vier gerade heute wieder nötig, „ganz besonders im Blick auf unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger“, sagte Schneider laut Redetext am Sonntag bei der Schlussveranstaltung zur Woche der Brüderlichkeit in Augsburg.

evangelisch.de

Dabei dürfe man aber nicht der Gefahr erliegen, „judenfeindliche Vorurteile in unseren eigenen sozialen Milieus zu verdrängen, indem wir auf den Antisemitismus der muslimischen Flüchtlinge und Eingewanderten verweisen“. Auch Christinnen und Christen müssten „sensibel bleiben für den Balken der Judenfeindlichkeit in unseren eigenen Augen“, forderte Schneider.

Die von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit veranstaltete bundesweite Woche der Brüderlichkeit hatte in diesem Jahr das Motto „Angst überwinden – Brücken bauen“.

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Die Schieflage bei Asylentscheidungen ist extrem

Wie die Funke Mediengruppe berichten, ist Deutschland nach wie vor Hauptzielland mit knapp 200.000 Anträgen. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist die Anzahl der Schutzsuchenden jedoch um 50 Prozent gesunken. Quelle: WELT/Louisa Lagé
Deutschland entschied 2017 über mehr Asylanträge als die übrigen 27 EU-Staaten zusammen. Dublin-Überstellungen gelangen nur in einem von 26 Fällen. Die genannten Angaben beziehen sich auf Erstanträge auf Asyl.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Wenn es um die Aufnahme von Zuwanderern geht, lautet die europäische Parole: Germany first. Wie schon im Jahr zuvor wurden auch 2017 hierzulande mehr Asylentscheidungen getroffen als in allen übrigen 27 EU-Staaten zusammen.

Nach Zahlen des Europäischen Statistikamtes Eurostat wurden im vergangenen Jahr 524.185 entsprechende Entscheide in der Bundesrepublik getroffen – und 435.070 in den übrigen EU-Staaten. Tschechien und Spanien haben noch keine Daten übermittelt, dort wurden aber in den vergangenen Jahren nie mehr als zusammengenommen 12.000 Anträge entschieden – es ist davon auszugehen, dass dort nicht plötzlich eine drastische Steigerung zu verzeichnen ist.

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