Die Schieflage bei Asylentscheidungen ist extrem


Wie die Funke Mediengruppe berichten, ist Deutschland nach wie vor Hauptzielland mit knapp 200.000 Anträgen. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist die Anzahl der Schutzsuchenden jedoch um 50 Prozent gesunken. Quelle: WELT/Louisa Lagé
Deutschland entschied 2017 über mehr Asylanträge als die übrigen 27 EU-Staaten zusammen. Dublin-Überstellungen gelangen nur in einem von 26 Fällen. Die genannten Angaben beziehen sich auf Erstanträge auf Asyl.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Wenn es um die Aufnahme von Zuwanderern geht, lautet die europäische Parole: Germany first. Wie schon im Jahr zuvor wurden auch 2017 hierzulande mehr Asylentscheidungen getroffen als in allen übrigen 27 EU-Staaten zusammen.

Nach Zahlen des Europäischen Statistikamtes Eurostat wurden im vergangenen Jahr 524.185 entsprechende Entscheide in der Bundesrepublik getroffen – und 435.070 in den übrigen EU-Staaten. Tschechien und Spanien haben noch keine Daten übermittelt, dort wurden aber in den vergangenen Jahren nie mehr als zusammengenommen 12.000 Anträge entschieden – es ist davon auszugehen, dass dort nicht plötzlich eine drastische Steigerung zu verzeichnen ist.

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