Wie kam die Sünde in die Welt?

Nackt und gezeichnet von den Folgen des Sündenfalls: Eva aus dem Genter Altar von Jan und Hubert van Eyck von 1432. (Bild: Ullstein)

Adam, Eva und die Strafe Gottes: Stephen Greenblatt folgt den Spuren eines Menschheitsmythos.

Thomas Ribi | Neue Zürcher Zeitung

Glauben ist nicht immer ganz einfach. Manchmal ist es sogar ziemlich schwierig. Vor allem, wenn es um die letzten Fragen geht: Woher kommen wir? Warum sterben wir? Was ist gut, und was ist böse? Was heisst Schuld? Oder, ganz einfach: Wie war das genau am Anfang der Welt? Damals, als Gott nach dem Schöpfungsbericht des Alten Testaments die ersten Menschen schuf? Von Eva stammen alle Menschen ab, das steht in der Bibel klar. Nur, nachdem ihr Sohn Kain seinen Bruder erschlagen hatte, begab er sich auf die Flucht und landete schliesslich im Lande Nod, jenseits von Eden. Und dort, heisst es, erkannte er seine Frau: Sie wurde schwanger, und Kain baute eine Stadt.

Wer war diese Frau? Woher kam sie? Und wie gelang es Kain, eine Stadt zu bauen, wenn es keine anderen Menschen gab, die ihm dabei helfen konnten? Diese Fragen trieben Isaac La Peyrère um, seit er ein Kind war. 1655 publizierte der französische Diplomat eine Schrift, in der er darlegte, dass es neben der Schöpfung, von der im Alten Testament die Rede ist, eine zweite Schöpfung gegeben haben musste.

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Kam ‚Oumuamua von einem Doppelstern?

Der zigarrenförmige Asteroid ‚Oumuamua raste aus dem interstellaren Raum durch unser Sonnensystem. Woher er stammen könnte, haben Astronomen nun untersucht. © ESO / M. Kornmesser
Heimat mit zwei Sonnen: Der interstellare Asteroid ‚Oumuamua könnte aus einem Doppelsternsystem stammen. Denn bei einander eng umkreisenden Sternen ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass Asteroiden aus dem inneren Bereich herausgeschleudert werden, wie Astronomen ermittelt haben. Die Flugbahn von ‚Oumuamua und sein Zustand sprechen zudem dafür, dass er lange Zeit im interstellaren Raum unterwegs war.

scinexx

Er ist ein echter Exot: Im Oktober 2017 entdeckten Astronomen ein Objekt, das auf ungewöhnlicher Bahn durch unser Sonnensystem raste. Der zigarrenförmige Brocken bewegte sich zudem extrem schnell und schien kein Komet zu sein. Inzwischen ist klar, dass es sich bei dem ‚Oumuamua getauften Objekt um einen interstellaren Gast handelte – einen Himmelskörper aus den Tiefen des Alls.

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Autor von „Der Diktator-Papst“ nun namentlich bekannt

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Das gegen Papst Franziskus gerichtete Buch „Der Diktator-Papst“ hat vor allem in traditionalistischen Kreisen für Aufsehen gesorgt. Bisher war es unter einem Pseudonym erschienen. Das ändert sich nun.

katholisch.de

Der bislang anonyme Autor des papstfeindlichen Buchs „Il Papa Dittatore“ (Der Diktator-Papst) ist nun namentlich bekannt gemacht worden. Hinter dem Pseudonym „Marcantonio Colonna“ verbirgt sich der Historiker und Malteser Henry Sire. Der konservative US-Buchverlag Regnery Press, der das Buch in einer neuen, überarbeiteten Auflage auf Englisch veröffentlicht, gab den richtigen Namen in diesem Zusammenhang bekannt. Die bisherige E-Book-Ausgabe wurde dazu vom Markt genommen.

Sire behauptet in seinem Buch unter anderem, Papst Franziskus sei hinter verschlossenen Türen ein arroganter und machthungriger Diktator. Außerdem solle er schon vor den Rücktritt von Benedikt XVI. (2005-2013) über dessen Absichten Bescheid gewusst und sich mit Blick auf das Konklave in Stellung gebracht haben. Das Buch hatte vor allem in traditionalistischen Kreisen für Aufsehen gesorgt.

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Auch Nicht-Antibiotika stören die Darmflora

Viele Medikamente hemmen das Wachstum von Bakterien, die in unserem Darm leben. © Iulia Cartasiova/ EMBL
Unterschätzte Wirkung: Nicht nur Antibiotika können die nützliche Mikrobengemeinschaft in unserem Darm aus dem Gleichgewicht bringen. Andere Medikamente haben einen ähnlichen Effekt, wie eine Studie zeigt. Demnach hemmt jedes vierte der für die Untersuchung analysierten Nicht-Antibiotika das Wachstum von Bakterien, die natürlicherweise im menschlichen Darm vorkommen – vom Entzündungshemmer bis zum Antipsychotikum.

scinexx

Unser Verdauungstrakt ist von Billionen winziger Organismen besiedelt: den Bakterien der Darmflora. Diese Mitbewohner üben eine erstaunliche Macht über unseren Körper aus. Sie lenken das Immunsystem, kontrollieren, wie Medikamente wirken oder steuern das Sättigungsgefühl. Auf diese Weise beeinflussen sie die Gesundheit entscheidend mit. Nur wenn es der „Wohngemeinschaft“ in unserem Darm gut geht, geht es auch uns gut.

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Evolution der Religion: Wie Genitalien zu Göttern wurden

„Der Ursprung des Göttlichen ist weiblich“ (imago stock&people)
Wie ist die Religion entstanden? Und entwickelt sie sich nach Gesetzmäßigkeiten? Diese Fragen stellt die Religionswissenschaftlerin und Biologin Ina Wunn seit rund 20 Jahren und hat in ihrem neusten Buch die „Evolution der Religion – entschlüsselt“. Manchem Theologen missfällt das.

Von Christian Röther | Deutschlandfunk

„Die Religion ist aus der Biologie entstanden. Das heißt, aus ganz, ganz normalem Verhalten des Menschen. Es ging letztlich um Territorialverhalten.“

Ina Wunn ist in Hannover Professorin für Religionswissenschaft. Außerdem ist sie Naturwissenschaftlerin, hat in Biologe und Paläontologie promoviert. Gute Voraussetzungen also, um nach dem Ursprung der Religion zu suchen. Fündig wird Ina Wunn vor plus/minus 70.000 Jahren. Die damaligen Jäger und Sammler fangen an, ihre Gebiete zu markieren, um andere Menschengruppen fernzuhalten.

„Dazu dienten ganz verschiedene Signale – einmal: Bestattungen. Bestattungen machen eben deutlich, dass man ein Gebiet von seinen Vorfahren ererbt hat. Dann dienen dazu aber Signale, die wir aus unserem normalen Verhalten kennen. Und zwar die abwehrend vorgestreckte Hand, kennen wir von Baustellenzeichen, kennen wir auch gelegentlich von Stoppschildern.“

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Bestürzung in Italien wegen Welle von Frauenmorden

foto: sandra nigischer Regelmäßig machen Frauenrechtlerinnen in Italien auf die Dimension der Gewalt gegen Frauen aufmerksam, wie hier in Rom. Große Demonstrationen gab es zuletzt am Internationalen Tag gegen Gewalt im November 2017.
Gewaltdelikte sorgen für Aufsehen. 113 Frauen sind 2017 von Ehemännern, Lebenspartnern oder einer anderen männlichen Vertrauensperson ermordet worden

dieStandard.at

Zwei Gewaltdelikte sorgen für Bestürzung in Italien. Eine 31-jährige Mutter ist am Montag in Terzigno unweit von Neapel erschossen worden, kurz nachdem sie ihre neunjährige Tochter in die Schule gebracht hatte. Verdächtig ist der Ehemann der Frau, der in der ganzen Provinz Neapel gesucht wurde.

Der Mann soll einen Brief hinterlassen haben, in dem er ankündigte, sich an seiner Frau rächen zu wollen. Diese hatte ihn vor zwei Wochen verlassen und war mit der Tochter in die Wohnung ihres Vaters gezogen, nachdem ihr Mann sie wiederholt geschlagen hatte. Die Frau hatte ihn deswegen bereits angezeigt.

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Nach einem Selbstmord: Abschuss der MH-17 durch ein ukrainisches Kampfflugzeug?

Rekonstruiertes Cockpit der MH17. Bild: Dutch Safety Board
Der von russischer Seite aufgrund von Radarbildern und einer Zeugenaussage beschuldigte „Volksheld“ Vladyslav Voloshyn soll sich selbst umgebracht haben

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Polizei und ukrainische Medien berichteten am Sonntag, dass der 29-jährige Vladyslav Voloshyn, ein ehemaliger Kampfpilot, vermutlich Suizid begangen hat. Er hatte im Rahmen der sogenannten Antiterroroperation (ATO) gegen die Separatisten gekämpft und erhielt eine Ehrung als ATO-Held. Er soll sich selber mit einer nicht registrierten halbautomatischen Makarow-Pistole erschossen haben und ist auf dem Weg in Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Seine Familie hielt sich im Haus auf, seine Frau will den Schuss gehört haben.

Die Verwandten haben berichtet, Voloshyn sei depressiv gewesen und habe Suizidgedanken gehabt. Dass er einen Psychologen oder Psychiater aufgesucht hat, wird nicht erwähnt. Merkwürdig scheint, dass die Polizei eine Ermittlung aufgrund Mordverdacht eingeleitet hat. Vor seinem Tod soll Voloshyn seit Januar 2018 Direktor des städtischen Internationalen Flughafens Mykolaiv gewesen sein, die Stadt liegt am Schwarzen Meer.

Interessant ist, was Interfax.ua berichtet, nämlich dass Voloshyn zwischen 2012 und 2016 Pilot eines SU-25 Kampfflugzeugs auf dem Flugwaffenstützpunkt Mykolaiv bei der dort stationierten 229. Taktischen Luftwaffenbrigade tätig war. 2014 flog er angeblich 33 Kampfeinsätze und wurde im Einsatz am 29. August abgeschossen, konnte sich aber retten. Er erhielt den Tapferkeitsorden, 2017 schließlich den Orden „Volksheld der Ukraine“.

Nach einem Artikel der KyivPost soll Voloshyn als frisch ernannter Direktor des Flughafens unter Druck der lokalen Behörde geraten sein, Dokumente über Beschaffungsangebote zu unterzeichnen. Genaueres wird hier nicht gesagt, es scheint sich um Betrug und Korruption gehandelt zu haben. Zunächst soll er sich geweigert, dann aber bei Amtsantritt doch die Dokumente unterschrieben haben.

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Dodo Käßmann gegen islamischen Feiertag, Muslime sollen Reformationstag feiern

Die frühere EKD-Ratsvorsitzende, Margot Käßmann, lehnt einen islamischen Feiertag in Deutschland ab. Stattdessen sollten Muslime den Reformationstag feiern.

Von Corinna Buschow, Julia Lauer | MiGAZIN

Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat sich skeptisch zu einem eigenständigen islamischen Feiertag geäußert. In einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst unterstrich die Theologin ihre Forderung nach einem bundesweiten freien Reformationstag.

„Wenn Deutschland ein Datum hat, an dem sich Bildung, Sprache und Kultur denkwürdig verändert haben, dann ist das der 31. Oktober“, sagte sie. Der Reformationstag stehe für die Prägung der deutschen Sprache, für Rede- und Meinungsfreiheit und letztlich auch für Religionsfreiheit. „Ich glaube, das können Muslime durchaus mitfeiern“, sagte sie.

Luthers Thesen

Am 31. Oktober 1517 schlug der Martin Luther der Überlieferung zufolge seine Thesen zur Reform der damaligen römischen Kirche an die Wittenberger Schlosskirche. Das Ereignis gilt als Ausgangspunkt der Reformation mit vielen Folgen für die Gesellschaft und für die Spaltung in die evangelische und katholische Kirche. Zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 war der Tag bundesweit gesetzlicher Feiertag. In den norddeutschen Bundesländern ist geplant, den Tag auch künftig als Feiertag zu begehen.

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Gletscherschmelze nicht mehr aufzuhalten

Ein Drittel der kommenden Gletscherschmelze ist nicht mehr zu verhindern. ©Universität Innsbruck
Unabwendbarer Verlust: 36 Prozent des heutigen Gletschereises sind schon jetzt dem Untergang geweiht. Selbst ambitionierter Klimaschutz kann das Abschmelzen dieser Eismassen nicht mehr verhindern, wie eine Studie enthüllt. Ursache ist die verzögerte Reaktion der Gletscher: Ihr Verhalten bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird größtenteils von der bereits stattgefundenen Erwärmung bestimmt. Das aber bedeutet auch, dass wir heute schon die Weichen für das 22. Jahrhundert stellen, betonen die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“.

scinexx

Ob im Himalaya, den Alpen, in Grönland oder der Antarktis: Nahezu überall schwinden wegen der globalen Erwärmung die Gletscher. Doch wie wird sich die Gletscherschmelze weiter entwickeln? Könnten die im Abkommen von Paris beschlossenen Klimaschutzziele ihr Abtauen aufhalten?

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Letztes männliches Nördliches Breitmaulnashorn der Welt gestorben

Nördliches Breitmaulnashorn im Zoo von San Diego (der Bulle „Angalifu“, 2014 verstorben). Bild: wikipedia.org/PD – sheep81
Sudan war 45 Jahre alt und hat zuletzt gelitten: Tierärzte mussten das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn einschläfern. Es bleiben zwei Weibchen seiner Art – und eine Hoffnung Berliner Forscher.

SpON

Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt ist gestorben. Der 45 Jahre alte Sudan habe zuletzt altersbedingt stark gelitten – daher hätten die Tierärzte die Entscheidung getroffen, ihn am Montag einzuschläfern, teilte das Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia mit. „Er war ein großartiger Botschafter für seine Art“, sagte Richard Vigne, Leiter des Wildtierreservats nördlich von Nairobi. „Eines Tages wird sein Tod hoffentlich als wegweisender Moment für Naturschützer weltweit gesehen werden.“

Nach Sudans Tod gibt es weltweit nur noch zwei Tiere dieser Unterart des Breitmaulnashorns, Sudans Tochter und seine Enkelin. Mithilfe künstlicher Reproduktion versuchen Wissenschaftler unter anderem am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) den Fortbestand zu sichern.

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Das Kalkül hinter den AfD-Reisen nach Syrien und Russland

Selfie mit Kindern: Die AfD-Politiker Steffen Christ (v.) und Thomas Röckemann machen bei ihrem Besuch in Syrien Fotos in der Zitadelle von Aleppo Quelle: AFP
Rechtsnationale Politiker treffen Vertreter des Assad-Regimes oder besuchen auf Einladung Russlands die Wahllokale und die besetzte Krim. Dabei geht es weniger um Außenpolitik als um eine klare innenpolitische Agenda.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Auch in der AfD wurde die Syrienreise nicht von allen gern gesehen. Als Anfang März sieben Politiker der Rechtsnationalen – Bundestagsabgeordnete sowie drei Funktionsträger aus Nordrhein-Westfalen – eine gute Woche lang durch die von Diktator Baschar al-Assad kontrollierten Gebiete fuhren, kamen Einwände von Bundesvize Georg Pazderski. Er sehe „solche organisierten Reisen sehr kritisch“. Man nehme da letztlich „nicht das tatsächliche Leben“ wahr.

Doch auf diese Kritik reagierte am Montag der Hauptorganisator der Tour in Assads Reich, der NRW-Landtagsabgeordnete Christian Blex bei einer Presskonferenz in Berlin geringschätzig: „Ach ja, ach ja, ach ja …“ Der neben ihm sitzende außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Armin-Paulus Hampel, ergänzte: „Das nehmen wir gelassen.“

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Die Zeit der Monster

Vor den Türken fliehendende Bewohner von Afrin. Bild: Screenshot NRT-Video
Ein Kommentar zu den Ursachen und Folgen des Falls der nordsyrischen Stadt Afrin an das Erdogan-Regime

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster.

Antonio Gramsci

Der fundamentale Unterschied zwischen der basisdemokratischen kurdischen Selbstverwaltung in Nordsyrien und den sonstigen Kriegspartien wurde am vergangenen Wochenende evident. Während jene islamistischen Mordmilizen, die das türkische Regime bei seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg als Kanonenfutter nutzte, niemals zögerten, eine Stadt zum Kampffeld und die Zivilbevölkerung zu Geiseln zu machen, entschieden sich die kurdischen Volksverteidigungskräfte für die Evakuierung der Zivilbevölkerung Afrins. Während der Islamismus den Tod sucht, versucht die kurdische Linke, Leben zu retten.

Damit stehen die Kurden Syriens ziemlich allein da in dem geschundenen Bürgerkriegsland, das zum Kampffeld von Monstern wurde, die nun ihre große Zeit gekommen sehen. Eine unheilige regionale Allianz autoritärer Regime sieht in Rojava eine politische Bedrohung entstehen, die ihre theokratischen Regime und Kleptokratien destabilisieren könnte.

Rojava steht folglich nicht nur das faschistische Regime der Türkei feindlich gegenüber, das europäischen Nationalismus und Chauvinismus mit sunnitischen Islamismus amalgamiert und auf den Trümmern Syriens und des Irak sein Neo-Ottomanisches Imperium errichten will.

Was wäre das Monster Erdogan ohne Wladimir Putin, in dessen syrischer Einflusssphäre Afrin liegt (Afrin: Erdogans Werk und Putins Beitrag)? Die Annäherung zwischen Ankara und Moskau, die mit Waffen- und Energiedeals einhergeht, findet auf Grundlage der ethnischen Säuberungen und der Massaker in Afrin statt.

Wladimir Putin hat Erdogan in einem klassisch imperialistischen Deal die Kurden Afrins und weite Teile Idlibs zum Fraß vorgeworfen, um die Türkei aus dem westlichen Bündnissystem zu lösen. Putin benutzt Syrien als Verhandlungsmasse, er verscherbelt Teile des Landes an die Türkei, um geopolitische Ziele zu erreichen. Annäherung durch ethnische Säuberung – dies ist das Motto russisch-türkischer Politik.

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BVerfG – Muslimin darf nicht verschleiert Auto fahren

Stop © Rich Anderson @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Autofahrer dürfen im Straßenverkehr keinen Gesichtsschleier tragen. Das entschied das Bundesverfassungsgericht im Falle einer muslimischen Autofahrerin. Sie habe nicht einmal ansatzweise begründet, warum das Verhüllungsverbot ihre Glaubensfreiheit verletze.

MiGAZIN

Das Bundesverfassungsgericht hat klargestellt, dass muslimische Autofahrerinnen im Straßenverkehr ihren Gesichtsschleier ablegen müssen. Die Karlsruher Richter wiesen in einem am Montag veröffentlichten Beschluss den Antrag einer Muslimin auf einstweilige Anordnung zur Aussetzung des in der Straßenverkehrsverordnung enthaltenen Verhüllungsverbots ab. Der Antrag sei nicht ausreichend begründet worden, so das höchste deutsche Gericht. (AZ: 1 BvQ 6/18)

Die muslimische Antragstellerin hatte argumentiert, dass das Verhüllungsverbot für Kraftfahrzeugführer ihre Religionsfreiheit verletze. Sie trage wegen ihres islamischen Glaubens seit sieben Jahren einen Gesichtsschleier, den sogenannten Nikab, und könne auch während der Autofahrt nicht darauf verzichten.

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Anschlag Breitscheidplatz: Wurde Anis Amri geschützt?

Anis Amri. Bild: Fahndungsplakat des BKA
Vor dem Untersuchungsausschuss in Berlin berichtet ein Mitbewohner des mutmaßlichen Attentäters über unbekannte Sachverhalte – Noch mehr Vertuschungen?

Thomas Moser | TELEPOLIS

Die Fragen zum mutmaßlichen Täter des LKW-Anschlages in Berlin, der am 19. Dezember 2016 zwölf Todesopfer forderte, werden nicht weniger, sondern mehr. Ein Tunesier, bei dem Anis Amri im Jahr 2016 mehrere Monate wohnte, berichtete vor dem Untersuchungsausschuss (UA) von Berlin Dinge, die entweder nicht bekannt waren oder bekannten Darstellungen widersprechen. Konkret geht es um eine Hausdurchsuchung der Polizei, eine mögliche kurzzeitige Festnahme Amris sowie um eine Messerstecherei.

Die Aufklärungsbemühungen ergeben inzwischen aber auch Hinweise auf Vertuschungen durch die Generalstaatsanwaltschaft von Berlin, durch die Bundesanwaltschaft und durch das Bundeskriminalamt. Bisher waren sie für das Landeskriminalamt Berlin nachgewiesen. Wurde Anis Amri in seiner bewegten Zeit in der Hauptstadt durch Behörden geschützt?

Die Befragung des Zeugen Mohammed Ali D. durch den Ausschuss fand in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Moabit statt. Der 28-jährige Tunesier sitzt eine Haftstrafe ab. Der Parlamentspräsident in Berlin hatte seine Vorführung im Abgeordnetenhaus aus Sicherheitsgründen untersagt. Teilnehmen durften an der Sitzung in der JVA lediglich noch Opfer des Anschlages sowie Journalisten. Bürger waren ausgeschlossen.

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Gericht entscheidet über Kündigung nach Kirchenaustritt

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Nach Streitigkeiten mit dem kirchlichen Arbeitgeber „aus Trotz“ aus der Kirche ausgetreten und deswegen fristlos gekündigt worden – ist das rechtens oder nicht? Damit beschäftigt sich gerade das Landesarbeitsgericht Niedersachsen.

evangelisch.de

Das Landesarbeitsgericht Niedersachsen entscheidet am 9. April in einer Berufungsverhandlung, ob die fristlose Kündigung einer Diakoniebeschäftigten aus Wolfsburg nach ihrem Kirchenaustritt rechtens ist. Eine Sprecherin der Diakonie in Wolfsburg bestätigte am Montag auf Nachfrage die fristlose Entlassung der 1953 geborenen Verwaltungsangestellten einer Altenhilfeeinrichtung. Nachdem die Frau „aus Trotz“ aus der Kirche ausgetreten sei, habe die Diakonie aufgrund des besonderen kirchlichen Arbeitsrechts keine andere Möglichkeit gehabt. Eine Loyalitätsrichtlinie verpflichte alle kirchlichen Angestellten zur Kirchenmitgliedschaft. (AZ: 12 SA 1258/17)

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Erdogan droht mit Ausweitung der Syrienoffensive

Der Staatspräsident der Türkei Recep Tayyip Erdogan bei seiner Ankunft zu einer Zeremonie anlässlich des „Tags der Märtyrer“. Foto: Kayhan Ozer (dpa)
Nach der Einnahme der nordwestsyrischen Stadt Afrin hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mit einer Ausweitung der Offensive nach Ostsyrien und mit einem Einmarsch in den Irak gedroht.

Frankfurter Rundschau

Man wolle gegen weitere von der Kurdenmiliz YPG kontrollierte Gebiete bis hin nach Kamischli vorrücken, sagte Erdogan am Montag in Ankara. Zudem werde man die „Terrorcamps“ der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak „wenn nötig anhaltend unter Kontrolle bringen“. Ankara sieht die YPG als syrischen Ableger der PKK und betrachtet beide als Terrororganisationen. Die PKK hat in den nordirakischen Kandil-Bergen ihr Hauptquartier und auch im nordirakischen Sindschar Stellungen.

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Verweiblicht durch ätherische Öle?

Von Lavendel bis Teebaum: Ätherische Öle sind als Duftwunder und „natürliche“ Medizin beliebt. © Botamochi/ istock
Hormonähnliche Wirkung: Bestimmte Bestandteile von ätherischen Ölen stören offenbar den Hormonhaushalt. Versuche an menschlichen Zellen zeigen: Die unter anderem in Lavendel- und Teebaumöl enthaltenen Stoffe wirken wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und hemmen die Aktivität von Androgenen wie Testosteron. Dies könnte bei Jungen unter anderem zu einem vermehrten Brustwachstum führen, wie Forscher berichten.

scinexx

Lavendel und Teebaum gehören zu den vielen Pflanzen, die dank ätherischer Öle einen charakteristischen Duft verströmen. Doch die Gemische aus den leicht flüchtigen Pflanzeninhaltsstoffen riechen nicht nur gut. Ihnen werden seit jeher auch zahlreiche positive Wirkungen nachgesagt. So soll Lavendelöl beispielsweise beruhigend wirken und Teebaumöl gegen Warzen, Pickel und Entzündungen helfen.

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EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm ruft zur Fürbitte für Menschen in Syrien auf

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat anlässlich des siebten Jahrestages des Beginns der Kämpfe in Syrien zur Fürbitte für die leidenden Menschen in Syrien aufgerufen. Gleichzeitig bittet er die Bundesregierung, alles Menschenmögliche für die Beendigung des Blutvergießens zu tun:

EKD

„Der Krieg in Syrien geht in diesen Tagen in sein achtes Jahr. Sieben bittere Jahre des Blutvergießens, von Hass und Gewalt, von gescheiterten Friedensbemühungen und weiterer Eskalation haben mehr als 500.000 Todesopfer gefordert und ein zerstörtes Land hinterlassen. Millionen syrischer Menschen sind auf der Flucht. Die Opfer gehören allen ethnischen Gruppen und Religionsgemeinschaften an. Mit großer Sorge sehen wir, dass die christlichen Kirchen und Gemeinschaften besonderer Verfolgung ausgesetzt und an manchen Orten nahezu ausgelöscht sind.

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Kronprinz: Saudische Frauen müssen Kopf und Gesicht nicht mehr verhüllen

Eine Frau in der saudischen Hauptstadt Riad trägt eine Abaya – in Zukunft könnte dieser Anblick seltener werden. (Foto: REUTERS)
Mohammed bin Salman sagt in einem TV-Interview, er wolle keine Verhüllung von Kopf und Gesicht und keine schwarzen Gewänder mehr vorschreiben. Das könnte die Lebensrealität vieler saudischer Frauen verändern.

Süddeutsche Zeitung

Die vorsichtige gesellschaftliche Öffnung in Saudi-Arabien geht weiter. Nachdem das saudische Königshaus beschlossen hatte, dass Frauen das Autofahren erlaubt werden soll und Frauen bestimmte Aufgaben beim Militär übernehmen dürfen, unternimmt der reformorientierte Kronprinz Mohammed bin Salman nun einen Vorstoß bezüglich der Kleidungsvorschriften.

Bin Salman kündigte in einem TV-Interview an, Frauen keine Verhüllung von Kopf und Gesicht mehr vorschreiben zu wollen. Ebenso sollen Frauen nicht mehr verpflichtet sein, lange schwarze Roben (Abaya) zu tragen. Die Gesetze des islamischen Scharia-Rechts seien in der Frage sehr klar, sagte Mohammed dem Sender CBS in einer Ausstrahlung vom Sonntagabend: „Frauen sollen dezente und respektvolle Kleidung tragen, ebenso wie Männer.“ Das setze nicht unbedingt eine schwarze Abaya oder eine schwarze Kopfverhüllung voraus.

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Poland censors Israeli mayor who sought to cite Polish Holocaust crimes at event

Kiryat Bialik Mayor Eli Dukorsky delivering a speech about the Holocaust during a trip to Poland with Israeli high school students on Monday, March 19, 2018. (Screen capture: Mako)
In Holocaust law dispute, Kiryat Bialik mayor, leading group of students to Poland, refuses to remove reference to Poles who handed Jews to Nazis; authorities cancel joint ceremony

By Michael Bachner and TOI staff | THE TIMES OF ISRAEL

A bitter dispute between Jerusalem and Warsaw over a controversial Holocaust law reached new heights on Monday, as an Israeli mayor was forced to cancel a speech he was planning to deliver to Israeli high school students on a trip to Poland after local authorities censored his prepared remarks.

Kiryat Bialik Mayor Eli Dukorsky, who is heading the Israeli delegation and who is the son of a Holocaust survivor, was meant to deliver his speech on Monday along with the mayor of Radomsko, Kiryat Bialik’s Polish twin city.

However, before Dukorsky could deliver his address, the Radomsko municipality asked to go over his speech in light of a new law criminalizing the mention of complicity by the Polish state or nation in the Holocaust.

After authorities reviewed the planned speech, they requested that Dukorsky either omit parts of it that dealt with Poles who turned Jews in to the Nazi occupiers, or blame Ukrainians instead.

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