Anschlag Breitscheidplatz: Wurde Anis Amri geschützt?


Anis Amri. Bild: Fahndungsplakat des BKA
Vor dem Untersuchungsausschuss in Berlin berichtet ein Mitbewohner des mutmaßlichen Attentäters über unbekannte Sachverhalte – Noch mehr Vertuschungen?

Thomas Moser | TELEPOLIS

Die Fragen zum mutmaßlichen Täter des LKW-Anschlages in Berlin, der am 19. Dezember 2016 zwölf Todesopfer forderte, werden nicht weniger, sondern mehr. Ein Tunesier, bei dem Anis Amri im Jahr 2016 mehrere Monate wohnte, berichtete vor dem Untersuchungsausschuss (UA) von Berlin Dinge, die entweder nicht bekannt waren oder bekannten Darstellungen widersprechen. Konkret geht es um eine Hausdurchsuchung der Polizei, eine mögliche kurzzeitige Festnahme Amris sowie um eine Messerstecherei.

Die Aufklärungsbemühungen ergeben inzwischen aber auch Hinweise auf Vertuschungen durch die Generalstaatsanwaltschaft von Berlin, durch die Bundesanwaltschaft und durch das Bundeskriminalamt. Bisher waren sie für das Landeskriminalamt Berlin nachgewiesen. Wurde Anis Amri in seiner bewegten Zeit in der Hauptstadt durch Behörden geschützt?

Die Befragung des Zeugen Mohammed Ali D. durch den Ausschuss fand in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Moabit statt. Der 28-jährige Tunesier sitzt eine Haftstrafe ab. Der Parlamentspräsident in Berlin hatte seine Vorführung im Abgeordnetenhaus aus Sicherheitsgründen untersagt. Teilnehmen durften an der Sitzung in der JVA lediglich noch Opfer des Anschlages sowie Journalisten. Bürger waren ausgeschlossen.

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