Kulturrat: Religion gehört auch in den öffentlichen Raum

Vor knapp einem Jahr hat der damalige Innenminister Thomas de Maizière mit Thesen zu einer deutschen „Leitkultur“ eine intensive Debatte über Werte einer pluralistischen Gesellschaft angestoßen. Das brachte ihm nicht nur viel Kritik ein, sondern hat ein neues Nachdenken über die Grundfesten der deutschen Gesellschaft in Gang gesetzt.

Dr. Michael Utsch | EZW

Andere Perspektiven hat die „Initiative kulturelle Integration“ ins Gespräch gebracht. Die Initiative ist ein breites Bündnis, das der Verein „Deutscher Kulturrat“ initiiert hat. Der Spitzenverband der Bundeskulturverbände arbeitet dabei unter anderem mit dem Innen- und Arbeitsministerium, diversen Sozialverbänden, Kirchen und Medienverbänden zusammen. Das gemeinsame Ziel ist, eine Diskussion über die Werte einer vielfältigen Gesellschaft zu führen. Dazu hat der Verein im letzten Jahr „15 Thesen zur kulturellen Integration“ veröffentlicht.

Vor wenigen Tagen hat die Initiative eine Pressemeldung veröffentlicht. Darin heißt es: „Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, ist am Tag des Inkrafttreten des Grundgesetzes am 24. Mai 1949 positiv geklärt worden … Einer Debatte darüber bedarf es nicht“.

Nach Überzeugung der Initiative gehört Religion auch in den öffentlichen Raum. In der These 4 heißt es dazu: „Religionen können wichtige Beiträge zur kulturellen Integration leisten“. In Deutschland seien Staat und Religion klar voneinander unterschieden, aber auch aufeinander bezogen. „Den Religionen wird die Möglichkeit gegeben, in der Öffentlichkeit sichtbar aufzutreten und aktiv am gesellschaftlichen Leben mitzuwirken“. Zugleich würden sie aber den geltenden rechtsstaatlichen Regeln und einem öffentlichen Diskurs unterliegen. Dieses Verhältnis von Staat und Religion habe sich in Deutschland bewährt. „Die ökumenische Verständigung, der interreligiöse Dialog und die friedensstiftende Kraft von Religion sollten gestärkt werden. Hier können Gemeinsamkeiten gefunden werden, um mit bestehenden Unterschieden konstruktiv umzugehen“.

Auch wenn die Wege der ökumenischen Verständigung und des interreligiösen Dialoges steil und steinig sind: Für ein friedliches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft führt kein Weg am respektvollen Gespräch ihrer Mitglieder über unterschiedliche Wertvorstellungen auf Augenhöhe vorbei.

Initiative kulturelle Integration, Pressemitteilung vom 18.03.2018

Völkerwanderungen : Die genetischen Spuren früher Migranten

Der Atlantik bot steinzeitlichen Fischern und Robbenjägern reichhaltige Nahrung: Sechstausend Jahre alte Felszeichnung aus Alta in Nordnorwegen. Bild: INTERFOTO
Während der Steinzeit gab es in Nordeuropa und im Mittelmeerraum Einwanderungswellen. Fossiles Erbmaterial liefert neue Einblicke in die Routen der ersten Siedler.

Von Diemut Klärner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Während der letzten großen Eiszeit war Skandinavien vollständig unter einem riesigen Gletscher begraben. Als das Eis zu schmelzen begann, konnten sich Pflanzen allmählich wieder nach Norden ausbreiten und auch Tiere dort neuen Lebensraum finden. Den Rentieren folgten dann die Jäger. Ihre frühesten archäologischen Spuren in Skandinavien tauchen vor ungefähr 16.000 Jahren auf. Nach einem klimatischen Rückschlag – es wurde zeitweilig wieder kälter – begannen vor etwa 11.700 Jahren steinzeitliche Jäger und Sammler, entlang der norwegischen Küste nach Norden zu wandern. Ein Großteil der Skandinavischen Halbinsel war damals zwar noch von gewaltigen Eismassen bedeckt. Die Gletscher hatten sich aber bereits von der Atlantikküste zurückgezogen, sogar der äußerste Norden Norwegens war wieder eisfrei. Zahlreiche Funde von steinzeitlichen Waffen und Werkzeugen deuten darauf hin, dass im Norden Skandinaviens auch Menschen aus einem anderen Kulturkreis Fuß gefasst hatten. Um Steine zu scharfen Klingen zu formen, benutzten diese Einwanderer offenkundig eine andere Schlagtechnik als die Jäger und Sammler, die aus dem Süden gekommen waren.

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Österreich: Gott statt Esoterik

Christen sollten sich an Jesus, nicht an der Esoterik orientieren, hieß es auf der Tagung (ANSA)
Bei einer Theologentagung über die vermeintliche „Selbsterlösung“ haben verschiedene Theologen die Heilswirkung des Christentums im Gegensatz zur Esoterik hervorgehoben.

Vatican News

Christen haben im Gegensatz zu Anhängern der Esoterik einen „Gott, der uns entgegengeht“. Das hat der emeritierte Kurienkardinal Paul Josef Cordes am Samstag bei der zweitägigen Tagung „Erlösung oder Selbsterlösung? Die Antwort des christlichen Glaubens auf Gnosis und Esoterik“ an der Hochschule Heiligenkreuz in Österreich dargelegt.

Cordes berichtete vor den über 200 Tagungsteilnehmern von Begegnungen mit Esoterik aus der eigenen Studienzeit, als an seiner Ausbildungsstätte „Yoga für Christen“ angeboten worden sei. Den Seminaristen sei Entspannung dadurch versprochen worden, ebenso wie heute vielerorts – darunter auch in kirchlichen Bildungshäusern – esoterische und fernöstliche Praktiken angeboten würden. „Heute merken wir aber, dass uns die vielen Meditationspraktiken nicht gesünder und entspannter gemacht haben“, sagte Cordes.

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Sarkozys libysche Spendenaffäre wirft finstere Fragen auf

Nicolas Sarkozy und Muammar al Ghadhafi im März 2007 in Paris. (Bild: Francois Mori/AP)
Frankreichs früherer Präsident soll Millionenbeträge vom Diktator Ghadhafi erhalten haben. Die schweren Vorwürfe geben Frankreichs Militäreinsatz in Libyen im Rückblick einen galligen Beigeschmack.

Ann-Dorit Boy | Neue Zürcher Zeitung

Als Nicolas Sarkozy sich 2011 vehement für einen internationalen Militäreinsatz gegen den libyschen Machthaber Muammar Ghadhafi einsetzte, beschwor er die Führungsrolle Frankreichs als Verteidiger der Menschenrechte. Der französische Präsident führte die Massaker in Srebrenica und Rwanda als schreckliche Präzedenzfälle des Versagens der Weltgemeinschaft an und forderte den Schutz der libyschen Zivilbevölkerung vor dem blutrünstigen Regime. Mit dem furiosen Appell versuchte Sarkozy vergessen zu machen, dass er 2007 als frisch gewählter Präsident den Diktator in Paris noch in allen Ehren und mit peinlicher Unterwürfigkeit empfangen hatte.

Beide Auftritte des früheren französischen Präsidenten erhalten einen galligen Beigeschmack angesichts der neuesten Nachrichten aus Paris. Sarkozy wird derzeit in Polizeigewahrsam zu dem Vorwurf befragt, er habe im Präsidentschaftswahlkampf 2007 eine Finanzspritze in Millionenhöhe von Ghadhafi erhalten.

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Vaginale Beschneidung: Mädchen zum Verstümmeln in die „Ferien“ geschickt

Genitalverstümmelung bei Frauen ist auch in Deutschland ein Problem, obwohl sie seit fünf Jahren verboten ist. Laut Bundesfamilienministerium gab es im vergangenen Jahr über 50.000 Fälle. Die Dunkelziffer könnte weit höher sein. Quelle: WELT/Christin Brauer
Genitalverstümmelung steht in Deutschland unter Strafe. Experten gehen dennoch von einer hohen Dunkelziffer aus.
Migranten aus Ländern mit Beschneidungstradition praktizieren das schmerzhafte Ritual nach wie vor.
Für die oft noch sehr jungen Mädchen bedeute es ein Leben voller Schmerzen. Und die Zerstörung ihrer sexuellen Lust.

DIE WELT

Die mutmaßlich hohe Dunkelziffer bei Genitalverstümmelungen an jungen Mädchen hat die Politik alarmiert. Obwohl die Beschneidung weiblicher Genitalien seit 2013 in Deutschland ein Straftatbestand ist, verzeichnet die amtliche Statistik in manchen Bundesländern hierzu keinerlei Strafanzeigen.

Dabei gehen Menschenrechtsorganisationen eher von einer Ausbreitung der Praxis auch in Deutschland aus. Ursache hierfür ist die gestiegene Zahl an Zuwanderern aus Ländern, in denen die FGM (Female Genital Mutilation) genannte Praxis immer noch üblich ist. Dazu gehören neben Ägypten, wo die Zahl der beschnittenen Frauen nach einer Studie aus 2017 bei 92 Prozent liegt, auch Eritrea, Irak, Somalia, der Sudan und Westafrika.

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Richard Dawkins Will Soon Offer Free Downloads of His Books in Islamic Nations

Richard Dawkins, Screengrab
Richard Dawkins‘ The God Delusion is arguably the most popular atheist book of all time, selling about three million copies since its release over a decade ago. (I say “arguably” since, if we’re talking about books that led people away from religion, the Bible’s gotta be right up there.)

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

But one of the more surprising aspects of the book’s success is that an Arabic translation of the book has been downloaded (for free) many, many more times online — approximately 13 million times, though it’s not easy to track the files so take that number with a huge grain of salt. (Update: Dawkins tells me the correct number is 13 million, not 30 million as media outlets are reporting. I’ve corrected that in the previous sentence.)

Still, people who live in Muslim-majority nations are reading the book, and that’s no small thing.

The Center for Inquiry, which recently merged with the Richard Dawkins Foundation for Reason and Science, now plans to facilitate the spread of Dawkins’ work in nations where it may not be welcome by making several of his books available for free to anyone who wants them.

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Israel: Ultraorthodoxe demonstrieren gegen Wehrpflicht

Ein ultraorthodoxer Jude beobachtet die Straßensperre, die von Demonstranten gegen die Wehrpflicht errichtet wurde.+ Foto: rtr
Strengreligiöse Juden demonstrieren gegen die israelische Wehrpflicht. Es kommt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften.

Frankfurter Rundschau

In Jerusalem ist es am Dienstagabend bei Demonstrationen strengreligiöser Juden gegen die Wehrpflicht erneut zu Ausschreitungen gekommen. Zwischenzeitlich blockierten die Teilnehmer der nach Polizeiangaben nicht genehmigten Demonstration die Hauptverkehrsachse des ultraorthodoxen Stadtviertels Mea Schearim. Die Demonstranten verbrannten laut einem Bericht der Internetzeitung „Ynet-News“ (Dienstagabend) eine fast lebensgroße Soldatenpuppe sowie Ausgaben der Zeitung „Yated Ne‘eman“, die die Wehrpflicht für strengreligiöse Juden befürwortet. Ferner zerstörten sie eine Ampel.

Im seit Jahren anhaltenden Streit um den Wehrdienst strengreligiöser Juden in Israel kommt es wiederholt zu teils gewalttätigen Zusammenstößen radikaler Wehrdienstgegner mit der Polizei. Das Parlament hatte im März 2016 ein neues Wehrgesetz verabschiedet.

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Humboldt-Uni streitet über die Ditib

Die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm ist eine von 14 Berliner Ditib-Moscheen.Foto: imago stock&people
„Beteiligung der Ditib problematisch“: Studierende fordern die Unileitung auf, die Vereinbarung über den Beirat für das Islam-Institut nicht zu unterzeichnen.

Von Amory Burchard | DER TAGESSPIEGEL

Die Studierendenvertreter haben das Präsidium der Humboldt-Universität (HU) aufgefordert, die Vereinbarung zum Beirat für die Islamische Theologie nicht zu unterschreiben. „Vor allem die Beteiligung der Ditib ist sehr problematisch“, sagte Joao Fidalgo für die Gruppe der Studierenden am Dienstag im Akademischen Senat (AS). Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) verhalte sich nicht wie eine religiöse, sondern wie eine politische Vertretung.

Tatsächlich stehen die Ditib und ihre Vertreter in Deutschland seit langem in der Kritik. Imame in deutschen Ditib-Moscheen wurden nach dem gescheiterten Putschversuch vom Juli 2016 angehalten, Informationen über Oppositionelle gegen die AKP-Regierung zu sammeln. Zuletzt rief die Ditib zum Gebet für die türkische Soldaten bei der Offensive in Afrin auf.

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Neue Integrationsbeauftragte distanziert sich von Leitkultur-Begriff

Annette Widmann-Mauz (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung © BMG
Die neue Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Widmann-Mauz, mag den Leitkultur-Begriff „nicht sonderlich“. Eine Wertedebatte begrüßt die CDU-Politikerin allerdings. Zugleich warnt sie davor, die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen mit der Fachkräftezuwanderung zu vermischen.

MiGAZIN

Die neue Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat sich vom Begriff der Leitkultur distanziert. „Ich mag den Begriff nicht sonderlich, denn er führt uns nicht weiter“, sagte sie der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Wichtiger sei eine konkrete Verständigung darüber, was Gleichberechtigung von Mann und Frau, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Gewaltlosigkeit als Grundfesten des Zusammenlebens bedeuten.

Eine Werte-Debatte begrüße sie, sagte Widmann-Mauz. Eine solche Selbstvergewisserung tue jeder Demokratie gut. Grundlage für das Zusammenleben sei das Grundgesetz, aber es gebe darüber hinaus auch ungeschriebene Regeln und Erwartungen, die anzuerkennen wichtig für ein gutes Miteinander sei, unterstrich die Staatsministerin im Kanzleramt.

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„Adam der Affe“ ist eigentlich ein Road-Movie

Bild: RDF
Schon nach den ersten Zeilen des Romans „Adam der Affe“ war ich gefesselt und getrieben von Neugierde. Obwohl eigentlich für Kinder gedacht, war das Buch so spannend, dass ich es in einem Rutsch gelesen habe.

Von Ramona Wagner | Richard-Dawkins-Foundation

Wahrscheinlich lag es auch an dem sensiblen Thema. Es geht in dem Jugendroman um die Beziehung zwischen einem stummen Jungen und einem Schimpansen, der die Gebärdensprache beherrscht. Diese ganz besondere Verbindung begleitet sie auf ihrer aufregenden Abenteuerreise.

Meiner Meinung nach ist es eine gelungene Geschichte für Kinder ab dem 10. Lebensjahr. Da ich mich auch für den Menschen interessiere, aus dem das geistige Gut entsprungen ist, habe ich den Autor um ein Interview gebeten.

Ramona: Wolfgang, du bist verheiratet, hast zwei Kinder, hast als Kameramann für diverse Filme Auszeichnungen bekommen – was hat dich dazu bewogen als Schriftsteller tätig zu werden?

Wolfgang: Ein Kameramann erzählt die Geschichten anderer Leute. Als Autor bin ich mein eigener Regisseur. „Adam der Affe“ ist ja eigentlich ein Road-Movie, ein Buch über die Reise zweier Freunde. Ich höre oft, dass meine Geschichten etwas Filmisches haben.

Ist „Adam der Affe“ dein erstes Buch?

„Adam der Affe“ ist mein erster Roman. Davor habe ich eine Kurzgeschichtensammlung namens „Der Zugvogel im Zoo – Fabeln der Großstadt“ veröffentlicht. Meine Storys sind eigentlich immer „from zero to hero“, über Menschen, die über sich hinauswachsen. Ich bin stets absolut optimistisch.

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Flugreisen: Wie groß ist die Ansteckungsgefahr?

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr, wenn einer dieser Passagiere Influenza, SARS oder eine ähnliche Infektionskrankheit hat? © Alxey Pnferov/ iStock
Flugzeugkabine als Infektionsherd: Forscher haben ermittelt, wie viele Mitreisende ein Passagier mit Influenza oder SARS anstecken kann. Das überraschende Ergebnis: Wahrscheinlich würden sich nur 13 Passagiere anstecken – die meisten davon in den Reihen unmittelbar vor und hinter dem Virenträger und seine Sitznachbar. Alle anderen Passagiere wären dagegen kaum gefährdet – es sei denn, die Reichweite einer Tröpfcheninfektion ist doch größer als von der WHOI angenommen.

scinexx

Ob Influenza, SARS oder Ebola: Die weltweite Vernetzung durch den Flugverkehr erhöht die Chance, dass sich Infektionskrankheiten international ausbreiten. 2014, während der Ebola-Epidemie in Westafrika, wurden deshalb auf vielen Flughäfen Maßnahmen ergriffen, um infizierte Personen erkennen und gegebenenfalls isolieren zu können. Wie sich eine Krankheit über den Flugverkehr ausbreitet, zeigt eine interaktive Simulation im Netz.

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Stephan Hawking wird in London neben Newton und Darwin bestattet

Stephen Hawking findet seine letzte Ruhe neben Newton und Darwin.Foto: Lucas Jackson, Reuters
Hawking war einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Gegenwart. Jetzt findet er seine letzte Ruhe an der Seite von einigen der bedeutendsten Wissenschaftler.

DER TAGESSPIEGEL

Der Astrophysiker Stephen Hawking wird in der Londoner Westminster Abbey bestattet. Seine Asche werde in der Nähe des Grabs des Gelehrten Isaac Newton beigesetzt, teilte am Dienstag Dekan John Hall mit. Dies sei im Rahmen eines Gottesdienstes später im Jahr geplant. Das Genie Hawking war am vergangenen Mittwoch im Alter von 76 Jahren in Cambridge gestorben.

Newton wurde 1727 in der Kirche beigesetzt. Dort in der Nähe ist auch das Grab des Naturforschers Charles Darwin (1809-1882). Hawking wurde 1979 Professor für Mathematik in Cambridge. Er hatte dort mehr als 30 Jahre lang den renommierten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik inne – und stand damit in Newtons Nachfolge.

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EGMR verurteilt Türkei: Rechte von Journalisten verletzt

Grafik: TP
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte steht wegen seines zögerlichen Vorgehens dennoch weiter in der Kritik

Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Seit dem Putschversuch vom Sommer 2016 steht die Türkei wegen massiven Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Zehntausende Menschen wurden unter fadenscheinigen Begründungen verhaftet, mehr als Hunderttausend verloren aus politischen Gründen ihre Arbeit.

Die Gefängnisse sind so überfüllt, dass der Staat kaum mit dem Bau neuer Haftanstalten hinterherkommt. Laut Berichten der Vereinten Nationen und Amnesty International sowie nach Aussagen von Anwälten und Betroffenen findet in einigen Haftanstalten schwere Folter statt.

Aufsehen erregte unlängst der Fall des Geschichtslehrers Gökhan Acikkollu. Er wurde unmittelbar nach dem Putschversuch verhaftet. Man warf ihm Verbindungen zur Gülen-Bewegung vor, die von der Regierungspartei AKP für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird. Am 5. August 2016 verstarb Acikkollu. Offiziell hieß es erst, sein Tod sei aufgrund eines Herzversagens, ausgelöst durch seine Diabeteserkrankung eingetreten.

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In Deutschland: 24.531 Waffen als verloren oder gestohlen registriert

Die Zahl der in Deutschland als verschwunden gemeldeten Waffen ist einem Bericht zufolge stark gestiegen. Die Grünen werfen der Regierung „Arbeitsverweigerung“ vor.

SpON

Ende Januar 2018 waren in Deutschland insgesamt 24.531 Waffen im Nationalen Waffenregister als gestohlen oder abhandengekommen registriert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der „Bild“-Zeitung vorliegt. Das entspricht einer Steigerung von rund 18 Prozent im Vergleich zum Januar 2017.

Die meisten dieser Waffen (19.282) wurden als verloren gemeldet, etwa ein Fünftel (5249) als gestohlen. Das Waffenregister erfasst seit Anfang 2013 alle Besitzer von Waffen, die laut Gesetz bei den Behörden gemeldet werden müssen. Das sind vor allem scharfe Schusswaffen, aber auch bestimmte Schreckschuss-, Luftdruck- oder Gaswaffen, die eine relativ hohe Geschossenergie erzeugen oder kein spezielles amtliches Prüfsiegel tragen.

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Stephen Hawking’s Final Paper Proposes Way to Detect the ‚Multiverse‘

Stephen Hawking delivers a speech titled „Why We Should Go to Space“ during a lecture honoring NASA’s 50th anniversary in 2008. Hawking died at age 76 on March 14, 2018. Credit: Paul E. Alers/NASA
Stephen Hawking’s final research paper could help astronomers find evidence that our universe is just one among many in a larger „multiverse,“ according to media reports.

By Mike Wall | SPACE.com

The famed cosmologist, who died last week at the age of 76, is lead author of a study called „A Smooth Exit from Eternal Inflation?“ which was originally submitted to an unnamed journal last July. On March 4 — just 10 days before Hawking’s death — his co-author, Thomas Hertog, a professor of theoretical physics at KU Leuven University in Belgium, submitted a revised version of the manuscript for further review, according to British newspaper The Sunday Times.

The inflation referenced in the paper’s title is the incredible expansion of space-time theorized to have occurred in the first few moments after the Big Bang, which created the universe. Many physicists believe that this dramatic ballooning wasn’t limited to our neck of the cosmic woods but rather happened repeatedly, spawning multiple universes — perhaps an infinite number of them.

„A consequence of inflation is that there should be a multitude of universes, but we have never been able to measure this,“ Carlos Frenk, a professor of cosmology at Durham University in England who’s not involved in the new study, told The Sunday Times.

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AfD stellt die Islam-Frage – und kann mit den Antworten nicht umgehen

Vor der Bundestagswahl warb die AfD mit der Aussage „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ © Armin Weigel/ Picture Alliance
„Gehört der Islam zu Deutschland?“, das wollte der Berliner Landesverband der AfD auf Twitter wissen. Doch die Antworten fielen anscheinend anders aus als gewünscht. Und plötzlich ist die Umfrage verschwunden.

Eugen Epp | stern.de

Der CSU-Chef und neue Innenminister Horst Seehofer hat die Diskussion in der vergangenen Woche wieder neu eröffnet: Gehört der Islam zu Deutschland? „Nein, der Islam gehört nicht zu Deutschland“, hatte Seehofer am Freitag in der „Bild“-Zeitung gesagt. Eine Ansicht, die die AfD teilt – und auf die die rechtspopulistische Partei gewissermaßen sogar ein Copyright erhebt. Sachsen-Anhalts AfD-Chef André Poggenburg warf Seehofer jedenfalls kurz nach dessen Äußerungen vor, er habe die Aussage „wortwörtlich unserem Grundsatzprogramm entnommen“.

Auch im AfD-Fanshop findet sich ein Faltblatt mit dem Titel „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ – das Traktat ist für den Einsatz im Wahlkampf gedacht. Auch auf Wahlplakaten wirbt die Partei mit dieser Aussage. Nun wollte der AfD-Landesverband auf Twitter von seinen Followern wissen, wie diese über die Frage denken, die Deutschland aktuell diskutiert. Zu diesem Zweck erstellte der Landesverband am Montag eine Umfrage auf seinem Account.

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Gaddafi-Sohn meldet sich zurück auf politischer Bühne

foto: reuters / stringer Vergangenes Jahr kam Saif al-Gaddafi nach einer Generalamnestie des Parlaments in Tobruk frei. 2015 war er zum Tode verurteilt worden.
Saif al-Islam will für die Präsidentschaftswahlen in Libyen kandidieren, die noch heuer stattfinden sollen

Astrid Frefel | derStandard.at

In den kommenden Tagen will sich Saif al-Islam al-Gaddafi, der Sohn von Libyens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi, selbst an seine Landsleute wenden und seine Pläne erklären. Doch schon am Dienstag haben seine Anwälte in Tunis angekündigt, dass Saif die Absicht habe, für die Präsidentschaftswahlen 2018 zu kandidieren. Er tue das nicht, um die Macht zu erlangen, sondern um dem Land Friede und Stabilität zurückzubringen, erklärten sie. Der 45-Jährige war der prominenteste und einflussreichste Sohn Gaddafis und wurde als dessen Nachfolger gehandelt. Er ist seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Zintan im Sommer des vergangenen Jahres nie öffentlich aufgetreten. Der Internationale Gerichtshof verlangt seine Auslieferung.

Wahl unter Uno-Aufsicht

Saif al-Islam ist nach Aref Nayed, dem ehemaligen libyschen Botschafter in den Arabischen Emiraten, die zweite Persönlichkeit, die ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen anmeldet. Diese finden gegen Jahresende statt.

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Die CSU erklärt die Welt – mit fataler Wirkung

Was würden die Bayern nur von der Welt verstehen, wenn sie ihn nicht hätten: Horst Seehofer, Nicht-mehr-Ministerpräsident und neuerdings Bundesinnenmininster. (Foto: )
Wenn es um den Aufbau von Feindbildern geht, ist Horst Seehofer und seiner Partei inzwischen anscheinend jedes Mittel recht.

Von Sebastian Beck | Süddeutsche Zeitung

Welch ein Glück, dass es die CSU gibt. Wo sollten die Bayern im Durcheinander der Welt bloß Sinn und Orientierung finden, wenn nicht bei Horst Seehofer und seinen Parteifreunden? Der neue Bundesinnenminister eröffnete vergangene Woche als erste Amtshandlung eine Islam-Debatte: „Deutschland ist durch das Christentum geprägt“, verkündete Seehofer in der Bild. Ministerpräsident Markus Söder pflichtete ihm sogleich bei und differenzierte feingeistig, Deutschland sei „christlich-abendländisch geprägt mit jüdisch-humanistischen Wurzeln“.

CSU-Generalsekretär Markus Blume wusste ebenfalls, dass Deutschland ein „christlich geprägtes Land“ sei, und sogar CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer reihte sich am Sonntag schnell noch mit der „christlich-abendländisch geprägten Gesellschaft“ in die Welterklärer ein. Deutschland ist also ein irgendwie christlich-jüdisch-abendländisch-humanistisch geprägtes Land.

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Sühnezeichen statt Wiederaufbau der Garnisonkirche?

NS-Propagandakarte, Kunstverlag Wentz & Co. 1933
Die Geschichte der Potsdamer Garnisonkirche sorgt immer wieder für Debatten. Nun steht der Jahrestag eines historischen Ereignisses bevor, das häufig im Zentrum der Kritik am Wiederaufbau steht: Am 21. März 1933 nutzte Hitler die Kirche als Bühne.

Yvonne Jennerjahn | evangelisch.de

Zum 85. Jahrestag des „Tages von Potsdam“ hat die Garnisonkirchenstiftung ihre Auseinandersetzung mit der Geschichte hervorgehoben. Inzwischen sei ein Historiker damit beauftragt, die Internetpräsenz der Stiftung zum Zeitraum 1918 bis 1945 zu ergänzen und mit Anschauungsmaterial zu versehen. Damit werde auf der Webseite der aktuelle Forschungsstand einsehbar, sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag in Potsdam: „Die wissenschaftliche Begleitung der Arbeit rückt nach dem Baubeginn jetzt stärker in den konzeptionellen Mittelpunkt der Stiftung.“ Der Historiker Manfred Gailus rief die Baustiftung zur kritischeren Auseinandersetzung mit der Geschichte auf. Der NS-Festakt in der Garnisonkirche mit einer Rede Hitlers am 21. März 1933 sorgt bis heute für heftige Debatten über den Wiederaufbau des Potsdamer Gotteshauses.

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Chief rabbi calls black people ‘monkeys’

Sephardic Chief Rabbi Yitzhak Yosef attends a ceremony in Jerusalem, October 22, 2017. (Yonatan Sindel/Flash90)
Rabbi Yitzhak Yosef uses pejorative term ‚kushi‘ for African Americans in weekly sermon

By Sue Surkers | THE TIMES OF ISRAEL

The Sephardic chief rabbi of Israel called black people “monkeys” during his weekly sermon on Saturday evening.

Rabbi Yitzhak Yosef was addressing Jewish legal aspects of the blessing on seeing fruit trees blossoming, during the current Hebrew month of Nissan, and, specifically, whether one should bless one tree or at least two.

The Sephardic chief rabbi of Israel called black people “monkeys” during his weekly sermon on Saturday evening.

In that context, he mentioned a blessing uttered upon seeing an “unusual creature,” citing the example of encountering a black person who has two white parents on the street in America.

In footage aired by the Ynet news site, Yosef could be seen referring to black people by the pejorative Hebrew word “kushi,” and then going on to term a black person a “monkey.”

His office told Ynet that the comparison was a quote from the Talmud.

Yosef has been known to court controversy in his sermons.

In a sermon delivered in May last year, he appeared to suggest during his weekly sermon that secular woman behave like animals because they dress immodestly.

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