Die CSU erklärt die Welt – mit fataler Wirkung


Was würden die Bayern nur von der Welt verstehen, wenn sie ihn nicht hätten: Horst Seehofer, Nicht-mehr-Ministerpräsident und neuerdings Bundesinnenmininster. (Foto: )
Wenn es um den Aufbau von Feindbildern geht, ist Horst Seehofer und seiner Partei inzwischen anscheinend jedes Mittel recht.

Von Sebastian Beck | Süddeutsche Zeitung

Welch ein Glück, dass es die CSU gibt. Wo sollten die Bayern im Durcheinander der Welt bloß Sinn und Orientierung finden, wenn nicht bei Horst Seehofer und seinen Parteifreunden? Der neue Bundesinnenminister eröffnete vergangene Woche als erste Amtshandlung eine Islam-Debatte: „Deutschland ist durch das Christentum geprägt“, verkündete Seehofer in der Bild. Ministerpräsident Markus Söder pflichtete ihm sogleich bei und differenzierte feingeistig, Deutschland sei „christlich-abendländisch geprägt mit jüdisch-humanistischen Wurzeln“.

CSU-Generalsekretär Markus Blume wusste ebenfalls, dass Deutschland ein „christlich geprägtes Land“ sei, und sogar CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer reihte sich am Sonntag schnell noch mit der „christlich-abendländisch geprägten Gesellschaft“ in die Welterklärer ein. Deutschland ist also ein irgendwie christlich-jüdisch-abendländisch-humanistisch geprägtes Land.

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1 Comment

  1. Es ist immer Krieg wenn im Namen des Glaubens irgend etwas geschieht. Das eine solch mickrige Partei wie die CSU mit gerade mal 5% den Deutschen den Glauben erklären muss ist geradezu Makaber. Herr Seehofer und seine scheinheilige Bande sollten eigentlich ihre Klappe halten.

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