Sarkozys libysche Spendenaffäre wirft finstere Fragen auf


Nicolas Sarkozy und Muammar al Ghadhafi im März 2007 in Paris. (Bild: Francois Mori/AP)
Frankreichs früherer Präsident soll Millionenbeträge vom Diktator Ghadhafi erhalten haben. Die schweren Vorwürfe geben Frankreichs Militäreinsatz in Libyen im Rückblick einen galligen Beigeschmack.

Ann-Dorit Boy | Neue Zürcher Zeitung

Als Nicolas Sarkozy sich 2011 vehement für einen internationalen Militäreinsatz gegen den libyschen Machthaber Muammar Ghadhafi einsetzte, beschwor er die Führungsrolle Frankreichs als Verteidiger der Menschenrechte. Der französische Präsident führte die Massaker in Srebrenica und Rwanda als schreckliche Präzedenzfälle des Versagens der Weltgemeinschaft an und forderte den Schutz der libyschen Zivilbevölkerung vor dem blutrünstigen Regime. Mit dem furiosen Appell versuchte Sarkozy vergessen zu machen, dass er 2007 als frisch gewählter Präsident den Diktator in Paris noch in allen Ehren und mit peinlicher Unterwürfigkeit empfangen hatte.

Beide Auftritte des früheren französischen Präsidenten erhalten einen galligen Beigeschmack angesichts der neuesten Nachrichten aus Paris. Sarkozy wird derzeit in Polizeigewahrsam zu dem Vorwurf befragt, er habe im Präsidentschaftswahlkampf 2007 eine Finanzspritze in Millionenhöhe von Ghadhafi erhalten.

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