Stichwort «Esoterik»


Wohin soll der Philosoph seinen Blick richten – nach oben oder nach unten? Und an wen wendet er sich mit seinen Schriften – an seine Schüler oder an die Allgemeinheit? (Bild: PD)
Das Mysterium der Esoterik verlangt nach behutsamer Annäherung. Das Wort zumindest stammt von einem, der für die Philosophen nur Spott übrig hatte.

Klaus Bartels | Neue Zürcher Zeitung

Esoterikkurse, Esoterikläden, Esoterikmessen: Esoterik ist «in», und mit diesem «in» sind wir der Sache und dem Wort unversehens schon ganz nahe. Aber eines nach dem anderen; das Mysterium der Esoterik verlangt eine gemächliche Annäherung. Fangen wir ganz aussen und ganz anfangs an, mit dem weniger gebräuchlichen Gegenbegriff des «Exoterischen». Die so nah aneinander anklingenden Wörter «Exoterik» und «Esoterik» sind prägefrisches altes Griechisch. Im «Exoterischen» hat sich das Adjektiv exoterikós erhalten; darin steckt an erster Stelle das Adverb éxo, «draussen», an zweiter Stelle ein -ter-, das im Griechischen eine Steigerung bezeichnet, und an dritter Stelle der Adjektiv-Ausgang -ikós, der sprachlich unserem «-isch» entspricht. Fügen wir die drei Teile zusammen, so verdolmetscht sich dieses «Exoterische» als das «weiter draussen Gelegene».

weiterlesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.