Der Bürger als Waffenträger

Wer Gewehre mag, erkennt hier möglicherweise eine amerikanische Idylle, alle anderen dürfte es schaudern: Ostern in Oregon 2014. (Foto: Christian Heeb/laif)
In der Verfassung steht klipp und klar, dass jeder Bürger Waffen tragen darf? Fast alle Amerikaner glauben das – obwohl es gar nicht stimmt.

Von Jan-Werner Müller | Süddeutsche Zeitung

Am Samstag wird in Hunderten Städten in den USA ein March for Our Lives stattfinden, ein Marsch für unser Leben. #NeverAgain, ein Zusammenschluss von Überlebenden des Massakers in der Schule in Parkland, Florida, hat zu dieser Verteidigung des nackten Lebens aufgerufen. Mit dem Marsch wollen die Organisatoren und Protestierenden dem Wahnsinn der so gut wie freien Verfügbarkeit halb automatischer Waffen ein Ende setzen.

Die Teenager – denn vor allem Jugendliche haben ihre Stimmen erhoben – mussten sich von der Waffenlobby viel anhören. Sie seien bei ihren Auftritten manipuliert worden, heißt es, oder sie seien gar trainierte Schauspieler. Ein Argument darf nie fehlen: Wer Waffenbesitz rigoros beschränken will, entlarve sich als Verfassungsfeind. Denn stehe in der Verfassung nicht klipp und klar, dass jeder Bürger Waffen tragen dürfe?

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Mangelnde Kooperation: Razzia in Bischofswohnung

Erst soll er Missbrauchsvorwürfe gegen Priester seiner Diözese vertuscht haben. Dann weigerte er sich, mit der Polizei zu kooperieren. Die sah sich schließlich zu radikalen Maßnahmen gezwungen.

katholisch.de

Im US-Bundesstaat Michigan hat die Polizei am Donnerstag (Ortszeit) die Wohnung des Bischofs von Saginaw sowie weitere Kirchengebäude durchsucht. Grund sei mangelnde Kooperation bei der Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Priester der Diözese gewesen, zitieren US-Medien einen Polizeisprecher. Allerdings habe man bei der Razzia keine Hinweise auf mögliche Vertuschung sicherstellen können.

Im Februar waren zwei Priester wegen dringender früherer Verdachtsfälle sexueller Belästigung Minderjähriger aus dem Amt entfernt worden. Einer der beiden muss sich demnächst vor Gericht verantworten.

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Kriminelle Rocker pflegen Kontakt zur AKP

Die Rockergruppe „Osmanen“ soll Kontakte zur türkischen Regierung haben. Foto: dpa
Die Osmanen Germania haben Kontakt zu Erdogans Regierungspartei AKP, sagt Innenminister Beuth. Angeblich wurden sie so mit Geld und Schusswaffen ausgestattet.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Die rockerähnliche Gruppe Osmanen Germania, deren Führung schwere Straftaten vorgeworfen werden, pflegt nach Angaben von Innenminister Peter Beuth (CDU) Kontakte zur türkischen Regierungspartei AKP und ihrem Ableger UETD. „Ja, es gibt Verbindungen zur UETD“, bestätigte Beuth am Donnerstag im hessischen Landtag den Verdacht, den der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich ausgesprochen hatte.

In der vorigen Woche hatte es eine bundesweite Razzia bei den Osmanen gegeben, auch in Hessen. Beuth betonte, das Vorgehen der Polizei sei „auf Initiative des Landes Hessen“ zustande gekommen. Die hessische Regierung vertrete eine „entschiedene Haltung“ gegen die Kriminalität von Rockern. Auch eine Spionage türkischer Geheimdienste werde nicht akzeptiert.

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Die Bombe im Eis

Permafrostböden, hier in Kanada, bedecken ein Viertel der Landfläche. (Foto: Michael Fritz/dpa)
  • Laut Messungen von Forschern lagern im Eisboden der nördlichen Hemisphäre zwischen 330 000 und 800 000 Tonnen Quecksilber.
  • Noch ist das giftige Schwermetall im Eis eingeschlossen, doch wenn die Böden durch die globale Erwärmung auftauen, könnten große Mengen freigesetzt werden.
  • Das Quecksilber könnte über Grundwasser und Flüsse in die Meere und damit in die Nahrungskette der Meeresbewohner und schließlich der Menschen gelangen.

Von Susanne Götze | Süddeutsche Zeitung

Als Paul Schuster begann, im Eis von Alaska zu bohren, hielten ihn seine Kollegen für verrückt. Der Klimaforscher hatte einen Verdacht – und wollte Gewissheit. Nach acht Jahren mühsamer Suche und 588 Eiskernproben später erschrak der Hydrologe dann selbst über seinen Fund: „Wir waren entsetzt über unsere eigenen Datensätze.“ Die Ergebnisse seiner Messreihen sind tatsächlich beunruhigend: In den Permafrostgebieten der Erde ist doppelt so viel Quecksilber gespeichert wie in allen anderen Böden und der Atmosphäre zusammen. Bisher waren die Forscher nur von geringen Konzentrationen des Schwermetalls in der Arktis ausgegangen. Noch ist das Gift im Eis eingeschlossen, doch wenn die Böden durch die globale Erwärmung auftauen, könnten große Mengen freigesetzt und zum toxischen Methyl-Quecksilber werden. „Die Permafrostböden sind die weltgrößte Senke von Quecksilber“, fasst der Hydrologe seine Ergebnisse zusammen.

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Beschwerdebrief über Apostel Hanke

Bild: tilly
Ein paar Aktivisten von „Wir sind Kirche“ schickten einen Beschwerdebrief in den Vatikan.

kath.net

Ein paar Aktivisten von „Wir sind Kirche“ schickten einen Beschwerdebrief in den Vatikan. Die 18 Unterzeichner werfen dem Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke vor, dass er seine Sorgfaltspflicht gegenüber dem Bistum verletzt habe. Das Bistum Eichstätt hat bei US-Immobiliengeschäften möglicherweise über 40 Millionen Euro verloren, kath.net hat berichtet. Der Brief ist an die vatikanische Kleruskongregation gerichtet sowie an Erzbischof Nikola Eterovic, Apostolischer Nuntius in Berlin.

Vorsicht, Empörungsindustrie!

Aufs neue ein Konflikt auf einer Buchmesse mit rechten Verlagen. Foto: dpa
Die anschwellende Aufgeregtheit der Medien im Streit über den richtigen Umgang mit rechten Positionen nutzt vor allem denen, die solche haben. Die Kolumne.

Von Klaus Staeck | Frankfurter Rundschau

Macht mal halblang… Diese Empfehlung gab ich kürzlich einem Journalisten, der mich zum vermuteten Meinungskampf zwischen dem rechten und linken Lager der Intellektuellenzunft befragte. Anlass war ein in allen Feuilletons rauf und runter beschriebener Disput in Dresden, der zum Vorschein brachte, dass zwei Autoren zuweilen auch zwei ganz unterschiedliche Meinungen vertreten können. Das hat der danach eröffneten Leipziger Buchmesse übrigens weit weniger Schaden zugefügt als der Wintereinbruch und vereiste Weichen des stillgelegten Hauptbahnhofs, die es den Besuchern schwer machten, am Samstag das Messegelände am Stadtrand zu erreichen. Leipzig hat sein Bücher- und Lesefest trotzdem genießen können, auch wenn das Raunen vom Dichterstreit, vom tiefer werdenden intellektuellen Riss nicht mehr aus der Medienwelt zu schaffen war.

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100.000 Jesus-Kekse aus Magdeburg

In Magdeburg gibt es eine Hostienbäckerei bei der Pfeifferschen Stiftung. (dpa-Bildfunk / Klaus-Dietmar Gabbert)
In Magdeburg werden jedes Jahr 100.000 Hostien für das Abendmahl gebacken – in einer Spezialbäckerei der Pfeifferschen Stiftungen.

Dlf24

Ein Sprecher sagte, es würden sieben verschiedene Motive an Gemeinden in Deutschland, aber auch in Dänemark, Schweden und Frankreich geliefert. Die Produktion ist den Angaben zufolge seit Jahren stabil.

Inzwischen machen glutenfreie Hostien einen Anteil von rund zehn Prozent aus. Die Bäckerei gehört zu einer Reha-Werkstatt.

Ahmad Mansour: „Merkels Position zum Islam ist genauso undifferenziert“

Islam-Experte Ahmad Mansour ist dankbar, dass über die Religion diskutiert wird. Überfremdungsgefühle vieler Bürger müssten ernst genommen werden. Doch leider sei der politische Islam oft „erster Ansprechpartner“ der Politik.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

WELT: Herr Mansour, welcher Islam gehört zu Deutschland?

Ahmad Mansour: Ein Islam, der ohne Wenn und Aber hinter Demokratie und Menschenrechten steht und keine exklusiven Rechte beansprucht. Ein Islam, der im Privaten gelebt wird, der sich nicht isoliert und dafür sorgt, dass Muslime in Deutschland ankommen.

WELT: Und welcher nicht?

Mansour: In vielen Islamverbänden und Moscheevereinen sind demokratische Positionen in der Minderheit. Da gibt es Geschlechterapartheid, Sprech- und Denkverbote und Antisemitismus. Menschen werden dazu gebracht, eine schwarz-weiße Weltsicht zu haben. In dieser sind Muslime immer Opfer und „der Westen“ und die Medien immer Täter oder feindlich gegenüber dem Islam. Wir brauchen positive Vorbilder! Sich nur bei Mahnwachen und in Pressemitteilungen zur Demokratie zu bekennen, wie es viele Verbände machen, reicht nicht aus.

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Luftbläschen gegen Hurrikans?

Hurrikan Irma über der Karibik – eine skurrile Kühlung soll künftig solche Superstürme verhindern helfen. © NOAA/ NASA/ CIMSS
Skurrile Idee: Forscher wollen künftig Hurrikans durch einen raffinierten Einsatz von Druckluft verhindern – oder sie zumindest abschwächen. Denn wenn diese Luft ins Meer gepumpt wird, dann bringen die aufsteigenden Luftbläschen kaltes Wasser an die Oberfläche. Im Golf von Mexiko und anderen Hurrikan-„Wiegen“ könnte die Meerestemperatur damit unter den Schwellenwert gedrückt werden, ab dem Wirbelstürme entstehen, wie die Wissenschaftler erklären.

scinexx

Das Rezept für einen Wirbelsturm ist ganz einfach: Man nehme die Erdrotation, ein wenig Seitenwind und – vor allem – eine ausreichend warme Meeresoberfläche. Denn der vom Ozean aufsteigende Wasserdampf ist der entscheidende Motor für den Hurrikan. Als Schwellenwert für die Entstehung eines Wirbelsturms gilt dabei eine Meerestemperatur von 26,5 Grad. Diese Schwelle ist der Grund, warum diese Stürme nur in tropischen Meeresgebieten und im Sommer entstehen.

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Lutherische Bischöfe besuchen bedenkliche Moschee

Themenbild.

Kritik am Besuch der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) einer Nürnberger Moschee, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

kath.net

Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) besuchte in Nürnberg eine Moschee, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Der Besuch stößt auf Kritik. Das berichtete die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Nach Angaben von „idea“ wird die „Islamische Gemeinde Nürnberg“ vom Verfassungsschutz beobachtet und hat Verbindungen zur Muslimbruderschaft. Der Besuch fand vor wenigen Tagen während der Bischofskonferenz der VELK in Nürnberg statt. Beim Besuch nahm auch EKD-Präses Heinrich Bedford-Strohm in seiner Funktion als Bischof der Evangelischen Landeskirche in Bayern teil.

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Türkei: Kontaktpersonen von Deniz Yücel stehen unter Terrorverdacht

Terrorvorwürfe im Konjunktiv: In der Anklageschrift gegen Deniz Yücel werden zahlreiche Kontaktpersonen des WELT-Korrespondenten in Verbindung mit der PKK gebracht Quelle: Valerio Bellone
Die Anklageschrift gegen den WELT-Korrespondenten enthält ein brisantes Dokument. Darin werden prominente Politiker, Journalisten und Wissenschaftler verdächtigt, mit der verbotenen kurdischen PKK in Verbindung zu stehen.

Von Daniel-Dylan Böhmer | DIE WELT

Deniz Yücel hatte Kontakt zu türkischen Journalisten. Er hat mit Rechtsanwälten, Wissenschaftlern und Vertretern zivilgesellschaftlicher Organisationen telefoniert, außerdem mit Politikern der prokurdischen HDP oder deren Mitarbeitern.

Bemerkenswert wäre es eigentlich, wenn Yücel dies nicht getan hätte. Doch ein Bericht der türkischen Polizei konstruiert aus diesen Kontakten einen vermeintlichen Beweis – und bringt im selben Atemzug Dutzende Menschen ohne Gerichtsurteil, in vielen Fällen sogar ohne Ermittlungsverfahren in Verbindung mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

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AfD spricht von Menschen mit „Menstruationshintergrund“

AfD-Anhänger im Partei-T-Shirt. Foto: imago stock&people
Der Frankfurter AfD-Abgeordnete Marvin Fuchs bezeichnet in einer Plenardebatte Merve Ayyildiz, Stadtverordnete der Linken, als ein „Mensch mit Menstruationshintergrund“. Ein Aufschrei im Stadtparlament bleibt aus.

Von Georg Leppert | Frankfurter Rundschau

Merve Ayyildiz, Stadtverordnete der Linken, fühlt sich von der AfD beleidigt. In einer Plenardebatte über rassistischen Sprachgebrauch am 1. März hatte der AfD-Abgeordnete Marvin Fuchs zynisch gesagt, man könne Ayyildiz als „Mensch mit Menstruationshintergrund“ bezeichnen. „Damit hat er alle Frauen beleidigt“, erklärte Ayyildiz am Donnerstag.

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Müllinsel im Pazifik 19 Mal so groß wie Österreich

Fast die Hälfte des Mülls sind Fischernetze, sie gefährden Tiere besonders: Hier ein Fang, den die Forscher machten. – APA/AFP/Ocean Cleanup/HANDOUT
Noch viel mehr Plastik als bisher angenommen schwimmt im Pazifik, zeigt eine neue Studie. Der größte Müllstrudel ist bis zu 16 Mal größer als angenommen. Er hat eine Fläche von rund 1,6 Millionen Quadratkilometern.

Die Presse.com

Ein internationales Forscherteam hat Flugzeugbilder vom „Great Pacific Garbage Patch“ ausgewertet, dem größten Müllstrudel im Meer zwischen Hawaii und Kalifornien. Dabei haben sie mehr als eine Million Plastikproben aus dem Pazifik untersucht. Und errechnet, dass die Müllhalde im Ozean sich über eine vier- bis 16-mal größere Fläche ausbreite als bisher angenommen: nämlich auf rund 1,6 Millionen Quadratkilometern. Das ist mehr als 19 Mal die Fläche von Österreich. Mindestens 79.000 Tonnen Plastik enthalte der Strudel.

Plastikmüll in den Meeren verdichtet sich besonders in gewissen Driftströmungswirbeln. Der Nordpazifikwirbel (englisch North Pacific Gyre) erhielt deswegen den Beinamen Great Pacific Garbage Patch – Großer Pazifikmüllfleck.

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Rätsel um „Alien“-Mumie gelöst

foto: bhattacharya s et al. „Ata“ sieht durchaus fremdartig aus, tatsächlich aber war das Mädchen Opfer einer Reihe gravierender DNA-Mutationen.
2003 fand man in Chile ein winziges Skelett, das manche für die Überreste eines Außerirdischen hielten. Doch es war ein Mensch mit schweren Mutationen

derStandard.at

Vor 15 Jahren grub jemand hinter der Kirche einer verlassenen Siedlung in der chilenischen Atacamawüste einen Lederbeutel aus. Der Inhalt dieses Sacks erwies sich als überaus merkwürdig. Ein winziges Skelett befand sich darin, kaum größer als 15 Zentimeter, und es sah alles andere als menschlich aus: Der Kopf war schmal und langgezogen, die Augenhöhlen riesengroß, und das Wesen besaß nur zehn Rippenpaare; zwölf wäre die übliche Anzahl beim Menschen.

Dass sich Ufo-Gläubige bei Bekanntwerden dieses Fundes, der über Umwege mittlerweile Eingang in die Kollektion eines Sammlers in Spanien gefunden hat, sofort darauf stürzten und ihn als „handfesten Beweis“ für die Existenz von Aliens propagierten, ist wohl kein Wunder. Immerhin lässt sich nicht abstreiten, dass „Ata“, so nämlich wurde das Skelett fortan genannt, reichlich außerirdisch aussieht.

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CDU-Politiker Markus Grübel wird Beauftragter für Religionsfreiheit

Markus Grübel (2014). Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0 – Foto-AG Gymnasium Melle

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD angekündigt, einen eigenen Beauftragten für Religionsfreiheit zu bestellen. Nun ist der Amtsinhaber gefunden: Markus Grübel. Der bisherige Verteidigungsstaatssekretär ist Notar, Reserveoffizier und Katholik.

evangelisch.de

Der CDU-Politiker Markus Grübel wird Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit. Wie der Evangelische Pressedienst (epd) am Donnerstag aus Kreisen der Unionsfraktion erfuhr, soll der 58-Jährige das in dieser Wahlperiode neu geschaffene Amt antreten. Die Stelle soll dem Recht auf freie Ausübung des Glaubens Aufmerksamkeit verschaffen. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte angekündigt, dass die Stelle des Beauftragten im CSU-geführten Entwicklungsministerium angesiedelt werden soll. Grübel war zuletzt Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium.

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Deutschland: 13 Millionen Schweine landen jährlich im Müll

Etwa 13 Millionen Tiere landeten jedes Jahr in der Tierkörperbeseitigung, zeigt eine Studie. (Foto: Carsten Rehder/dpa)
  • Eine Studie zeigt: Jedes fünfte Schwein landet in der Tierkörperbeseitigung.
  • Viele Tiere verenden im Stall oder müssen notgetötet werden.
  • Der Tierschutzbund fordert die Bundesregierung zum Eingreifen auf.

Von Silvia Liebrich | Süddeutsche Zeitung

Der Deutsche Tierschutzbund prangert Missstände in der deutschen Schweinezucht an: Etwa 13 Millionen Tiere landeten jedes Jahr in der Tierkörperbeseitigung, weil sie im landwirtschaftlichen Betrieb verenden oder notgetötet werden müssten. Das sei etwa ein Fünftel aller in Deutschland gehaltenen Schweine, teilt der Tierschutzverein mit und beruft sich dabei auf eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Demnach seien etwa 300 000 dieser sogenannten Falltiere vor ihrem Tod erheblichen Schmerzen ausgesetzt.

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Texas: Wird der Untergrund instabil?

Im Westen von Texas hebt und senkt sich der Untergrund ungewöhnlich stark und schnell – eine Folge der jahrzehntelangen Öl- und Gasförderung. © Zhong Lu, Jin-Woo Kim/ SMU
Forscher schlagen Alarm: Im Westen von Texas bewegt sich der Untergrund ungewöhnlich stark auf und ab. In einem gut 10.000 Quadratkilometer großen Gebiet registrierten Radarmessungen Bodenhebungen von teilweise einem Meter in nur zweieinhalb Jahren, zudem brechen an immer mehr Orten Senklöcher auf. Die Ursache dafür ist wahrscheinlich der Mensch: Ölbohrungen und die Injektion von Wasser und CO2 haben den Untergrund destabilisiert, so die Forscher.

scinexx

Das Phänomen ist nicht neu: Dort, wo der Mensch große Mengen an Wasser, Kohle, Gas oder Öl aus dem Untergrund fördert, verändert er damit die Geologie und Stabilität des Gesteins. Druckveränderungen und entstehende Hohlräume können im Extremfall dazu führen, dass der Boden nachgibt und ganze Gebiete plötzlich absinken oder von Einsturzdolinen verschlungen werden. Auch im Ruhrgebiet haben sich in den letzten Jahren bereits mehrere solcher Senklöcher gebildet.

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Polnischer Priester bezeichnet den Papst als Fremdkörper in der Kirche

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Der US-Nachrichtensender berichtete in dem Zusammenhang über eine polnischen Priester, der Franziskus den Tod gewünscht habe

kath.net

Der bekannte US-Nachrichtensender CNN hat Papst Franziskus in einem Videobeitag als einen der „liberalsten Päpste“ der Geschichte und Gegenspieler von US-Präsident Donald Trump bezeichnet. In einem Bericht unter dem Videobeitrag wird dann ein Vorfall aus Polen thematisiert, bei dem P. Edward Staniek, ein Priester der Erzdiözese Krakau, vor einigen Tagen bei einer Predigt Franziskus als „Fremdkörper“ in der Kirche bezeichnet und den Wunsch geäußert hat, dass der Papst bald sterben sollte, falls er seinen Blick auf Flüchtlinge und den Islam nicht ändere. „Im Namen der Barmherzigkeit ruft Papst Franziskus Pfarren und Diözesen auf, die Türen für die Nachfolger des Islam zu öffnen. Als eine Religion sind die feindlich gegenüber dem Evangelium und der Kirche. Sie haben Millionen in Religionskriegen ermordet“, kritisierte der Priester. Sein eigener Erzbischof hat sich inzwischen von der Predigt des Priesters distanziert.

New LightSail 2 Spacecraft Will Boost Solar-Sailing Interplanetary Missions

LightSail 2, set to launch no earlier than June 13, 2018, will be visible to observers on the ground as it orbits Earth for a month or more. Credit: The Planetary Society
A new solar-sailing spacecraft will be a call to all (future) occupants of interplanetary craft. The Planetary Society’s LightSail 2 spacecraft will be a test bed for future missions wanting to use solar sails — including NASA’s proposed cubesat, the Near-Earth Asteroid Scout (NEA Scout).

By Elizabeth Howell | SPACE.com

LightSail 2 will launch no earlier than June 13 from the Kennedy Space Center near Orlando, Florida, using SpaceX’s new and powerful Falcon Heavy rocket. The spacecraft’s ultimate destination will be medium-Earth orbit of about 725 kilometers (450 miles) — roughly double the altitude of the International Space Station.

The mission’s ultimate goal is to test out „flight by light,“ as The Planetary Society calls it — solar sailing in space. This type of propulsion uses the gentle push of charged particles propelled from the sun to move the spacecraft around. The greatest benefit is that the spacecraft doesn’t have to carry fuel with it. On a small satellite like a cubesat, said Bruce Betts, chief scientist of The Planetary Society, every gram of weight counts. [The Evolution of Solar Sails in Photos]

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Die katholische Kirche streitet ums Geld

Vor zwei Jahren hat das Erzbistum München sein Vermögen bewertet und ist auf fast sechs Milliarden Euro gekommen – ein Spitzenwert in Deutschland. (Foto: dpa/Peljak/Laber)
  • Die 27 Bistümer in Deutschland bilanzieren ihr Vermögen nach sehr unterschiedlichen Standards, das belegen Recherchen der SZ und des WDR.
  • Das Erzbistum München und Freising, das sein Vermögen mit ärmeren Bistümern teilt, verlangt deshalb von den Empfängern mehr Transparenz.
  • Zwar haben die deutschen Bischöfe bereits im Jahr 2014 eine Transparenzoffensive ausgerufen, die Standards bei der Rechnungslegung bleiben aber sehr verschieden.

Von Matthias Drobinski, Nicolas Richter, Katja Riedel | Süddeutsche Zeitung

Nach mehreren Finanzskandalen droht in der katholischen Kirche ein erbitterter Streit ums Geld. Das Erzbistum München und Freising, das sein Vermögen mit ärmeren Bistümern teilt, verlangt von den Empfängern mehr Transparenz. „Der Finanzausgleich hat zur Voraussetzung, dass wir eine Vergleichbarkeit haben“, sagte Peter Beer, der Generalvikar des Erzbistums, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung und dem WDR. „Vergleichbarkeit habe ich nur durch eine entsprechende Offenlegung, und dann kann man darüber diskutieren, wie man die vorhandenen Mittel verteilt.“

Beer wirft vielen der insgesamt 27 deutschen Bistümern vor, dass deren Bilanzen nicht den höchsten Standards entsprechen. „Es ist da noch einige Luft nach oben, was die Offenlegung zwischen den Bistümern angeht“, sagt der Generalvikar, der mächtigste Mann unterhalb des Erzbischofs. „Wie ist das zum Beispiel mit der Offenlegung der stillen Reserven? Wie ist das mit anderen Rechtsträgern wie Stiftungen oder mit den bischöflichen Stühlen? Wie ist das mit der Eröffnungsbilanz und dem Testat? Es gibt schon einige Punkte, an denen gearbeitet werden sollte, damit wir gleiche Standards haben.“

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