Die katholische Kirche streitet ums Geld


Vor zwei Jahren hat das Erzbistum München sein Vermögen bewertet und ist auf fast sechs Milliarden Euro gekommen – ein Spitzenwert in Deutschland. (Foto: dpa/Peljak/Laber)
  • Die 27 Bistümer in Deutschland bilanzieren ihr Vermögen nach sehr unterschiedlichen Standards, das belegen Recherchen der SZ und des WDR.
  • Das Erzbistum München und Freising, das sein Vermögen mit ärmeren Bistümern teilt, verlangt deshalb von den Empfängern mehr Transparenz.
  • Zwar haben die deutschen Bischöfe bereits im Jahr 2014 eine Transparenzoffensive ausgerufen, die Standards bei der Rechnungslegung bleiben aber sehr verschieden.

Von Matthias Drobinski, Nicolas Richter, Katja Riedel | Süddeutsche Zeitung

Nach mehreren Finanzskandalen droht in der katholischen Kirche ein erbitterter Streit ums Geld. Das Erzbistum München und Freising, das sein Vermögen mit ärmeren Bistümern teilt, verlangt von den Empfängern mehr Transparenz. „Der Finanzausgleich hat zur Voraussetzung, dass wir eine Vergleichbarkeit haben“, sagte Peter Beer, der Generalvikar des Erzbistums, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung und dem WDR. „Vergleichbarkeit habe ich nur durch eine entsprechende Offenlegung, und dann kann man darüber diskutieren, wie man die vorhandenen Mittel verteilt.“

Beer wirft vielen der insgesamt 27 deutschen Bistümern vor, dass deren Bilanzen nicht den höchsten Standards entsprechen. „Es ist da noch einige Luft nach oben, was die Offenlegung zwischen den Bistümern angeht“, sagt der Generalvikar, der mächtigste Mann unterhalb des Erzbischofs. „Wie ist das zum Beispiel mit der Offenlegung der stillen Reserven? Wie ist das mit anderen Rechtsträgern wie Stiftungen oder mit den bischöflichen Stühlen? Wie ist das mit der Eröffnungsbilanz und dem Testat? Es gibt schon einige Punkte, an denen gearbeitet werden sollte, damit wir gleiche Standards haben.“

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