Das Ereignishorizont-Projekt


Chandra-Aufnahme von Sagittarius A*. Bild: NASA/CXC/MIT/F.K. Baganoff et al.
Astronomen versuchen, das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie mit einem kombinierten Teleskop, das so groß wie die Erde ist, sichtbar zu machen

Raúl Rojas | TELEPOLIS

Ein Schwarzes Loch ist eine Ansammlung von Materie so dicht, dass nicht einmal Strahlung aus seinem Inneren entweichen kann. Eigentlich sollte ein Schwarzes Loch nicht zu „fotografieren“ sein, aber wenn Sterne und Staub von ihm verschlungen werden, dreht sich diese Materie um es herum, erhitzt sich weiter und strahlt Energie in Form von sichtbarem Licht, Röntgen- und Gammastrahlen sowie Radiowellen aus. Es sind gerade diese Radiowellen, die mit neun um die Erde verteilten Radioteleskopen erkannt werden sollen. Das Projekt trägt den Namen „Event Horizon Telescope“ (EHT).

Für massive Objekte wie die Erde kann die Fluchtgeschwindigkeit eines Objektes (z.B. einer Rakete) leicht berechnet werden. Diese ist proportional zur Quadratwurzel der Beziehung M/R, wobei M die Masse des Himmelkörpers und R dessen Radius ist. Wenn für eine gegebene Masse M der Radius R nach und nach abnimmt, steigt die notwendige Fluchtgeschwindigkeit unaufhaltsam. Ist R bereits so klein, dass die berechnete Fluchtgeschwindigkeit größer als die Lichtgeschwindigkeit ist, kann weder Materie noch Strahlung aus dem Schwarzen Loch entweichen.

Diese „kritische Größe“ für jede Masse M wird „Schwarzschildradius“ genannt, zu Ehren von Karl Schwarzschild, der 1916 Einsteins Gleichungen löste und den kritischen Radius ableitete (wobei andere bereits dieselbe Rechnung für die Newtonsche Gravitationstheorie durchgeführt hatten).

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