Der tiefe Fall der Kriegsheldin Nadja Sawtschenko


Nadja Sawtschenko erschien am 22. März 2018 wieder vor Gericht, diesmal in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. (Bild: Valentyn Ogirenko/Reuters)
Knapp zwei Jahre nach ihrer Freilassung aus russischer Haft steht die Abgeordnete und frühere Militärpilotin nun in ihrer ukrainischen Heimat vor Gericht. Sie soll einen Terroranschlag auf das Parlament geplant haben.

Ann-Dorit Boy | Neue Zürcher Zeitung

Vor drei Jahren war Nadja Sawtschenko weltberühmt geworden, hinter Gitterstäben in einem Moskauer Gerichtssaal. Ausgezehrt vom Hungerstreik weigerte sich die Pilotin der ukrainischen Armee damals standhaft, auch nur ein Wort Russisch zu sprechen. Moskaus Justiz machte die Ukrainerin für den Tod zweier russischer Fernsehjournalisten mitverantwortlich, die im ersten Kriegssommer in der Ostukraine bei einem Granatbeschuss getötet worden waren. Der sich mehr als ein Jahr hinziehende Prozess gegen Sawtschenko wurde zu einer Propaganda-Farce zwischen Moskau und Kiew, die Pilotin selbst zur Ikone des Widerstands gegen Russlands Aggression. Als sie im Mai 2016 im Rahmen eines Gefangenenaustausches freikam, wurde sie in Kiew wie eine Volksheldin empfangen.

weiterlesen