Facebook-Skandal: Die Zerlegung von 57 Milliarden Freundschaften


Nachdem klar wurde, dass private Daten der Mitglieder womöglich für politische Zwecke missbraucht wurden, drohen dem Konzern Milliardenstrafen. Ein neues EU-Datenschutzrecht will Nutzer sozialer Netzwerke besser schützen. Quelle: WELT/Paul Willmann
Der britische Psychologie-Dozent Aleksandr Kogan hat Daten zu 57 Milliarden Facebook-Freundschaften ausgewertet. Das macht ihn nach Ansicht von Datenschützern schwer verdächtig. Er fühlt sich als Sündenbock.

Von Claudia Wanner | DIE WELT

Der Psychologie-Dozent Aleksandr Kogan von der Universität Cambridge hat nicht nur mit persönlichen Informationen von rund 50 Millionen Facebook-Nutzern gearbeitet, die er über die von ihm entwickelte App „thisisyourdigitallife“ gesammelt hat. Der US-Konzern hat ihm 2013 auch aggregierte Daten von 57 Milliarden Facebook-Freundschaften zur Verfügung gestellt.

In dem Datensatz sei jede Freundschaft, die 2011 über das soziale Netzwerk geschlossen worden sei, enthalten gewesen, berichtet der „Guardian“. Die Rückschlüsse, die Kogan daraus gezogen hat, wurden 2015 in einem Artikel in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Kogan veröffentlichte das Papier gemeinsam mit zwei Facebook-Autoren, damals trat er als Aleksandr Spectre auf.