Schreckenstag in Südfrankreich


Polizisten sperren am Rande von Carcassonne eine Straße. (Foto: dpa)
  • In Südfrankreich hat ein Mann bei einer Geiselnahme in einem Supermarkt und einem Autoraub drei Menschen getötet. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter erschossen.
  • Ein Polizist stellte sich als Geisel zur Verfügung. Dank seiner heimlichen Handyaufnahmen konnte die Einsatzleitung die Geschehnisse im Supermarkt verfolgen.
  • Der Geiselnehmer forderte die Freilassung von Paris-Attentäter Salah Abdeslam.
  • Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamiert die Tat für sich.

Von Nadia Pantel | Süddeutsche Zeitung

Eine Geiselnahme in einem Supermarkt erschütterte am Freitag die südfranzösische Kleinstadt Trèbes. Ein Täter drang um kurz nach elf Uhr am Vormittag in einen Supermarkt der Kette Super U ein und eröffnete das Feuer. Dabei tötete er zwei Menschen, fünf weitere wurden verletzt. Einen weiteren Mann hatte der Täter zuvor auf dem Weg erschossen. Um 15 Uhr wurde der Täter von einer Anti-Terroreinheit überwältigt und getötet.

Frankreichs Innenminister Gérard Collomb fuhr noch während der Geiselnahme nach Trèbes und äußerte sich am Nachmittag in einer Pressekonferenz zur Identität des Täters. Es handele sich um einen Einzeltäter, der keine Komplizen gehabt habe. Der Täter ist ein 26-Jähriger aus Carcassonne. Er soll der Polizei durch kleinere Vergehen bekannt gewesen sein. Es handele sich um einen „Kleinkriminellen, der als Dealer bekannt war, aber es war nicht vorauszusehen, dass er sich radikalisieren würde“. Der Täter war von der Polizei überwacht worden und in einer Kartei möglicher Terrorverdächtiger erfasst worden. Er sei jedoch unerwartet und, so Collomb, „unvermittelt zur Tat geschritten“. Die Staatsanwaltschaft in Paris leitete während der Geiselnahme eine Untersuchung wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit Terrorismus ein.

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