Kostenlose Downloads in islamischen Ländern

Richard Dawkins, Screengrab
Richard Dawkins wird in islamischen Ländern bald kostenlose Downloads seiner Bücher anbieten

Von Hemant Mehta | Richard-Dawkins-Foundation

Richard Dawkins´ Der Gotteswahn ist mit über 3 Millionen verkauften Exemplaren seit seiner Veröffentlichung vor über 10 Jahren, wohl das populärste atheistische Buch aller Zeiten. (Ich sage „wohl“, da die Bibel ganz oben stehen müsste, wenn es darum geht, Menschen vom Glauben wegzuführen.)

Eine der überraschendsten Umstände ist jedoch, dass die arabische Übersetzung um ein Mehrfaches (kostenlos) als PDF Datei heruntergeladen wurde. Ungefähr 13 Millionen Mal, wiewohl es nicht einfach ist, die Dateien zu verfolgen, daher sollte man die Anzahl mit Vorsicht genießen. Dennoch lesen Menschen in Ländern mit muslimischer Mehrheit das Buch und das ist keine Kleinigkeit.

Das Center for Inquiry, welches sich mit der Richard Dawkins Foundation zusammengeschlossen hat, plant nun die Verbreitung von Dawkins´ Arbeit in Ländern, in denen es nicht gern gesehen wird, zu vereinfachen, indem einige seiner Bücher kostenlos zugänglich gemacht werden.

„Ich schöpfe daraus eine enorme Ermutigung“, sagte er und fügte hinzu, dass er ähnliche Geschichten über die Anzahl der PDF Dateien, die im Iran heruntergeladen wurden, gehört hat.

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Giffey beharrt auf Änderung des Paragrafen 219a

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) beharrt auf einer Änderung des Strafrechtsparagrafen 219a zum Werbeverbot bei Abtreibungen. „Das Recht auf Selbstbestimmung von Frauen, nicht nur bei der Heirat, sondern auch bei einer Schwangerschaft, hat für mich eine ganz hohe Priorität“, sagte die Ministerin der Zeitung „Bild am Sonntag“. Innerhalb der Koalition von CDU/CSU und SPD ist das Thema umstritten. Die CSU schließt eine Lockerung des Werbeverbots bei Abtreibungen aus.

evangelisch.de

Wenn Frauen in so einer schwierigen Situation seien, bräuchten sie Beratung, Information und Unterstützung, sagte Giffey. „Das darf man ihnen nicht verwehren. Es darf auch nicht passieren, dass Frauen stigmatisiert werden. Das Recht auf Information, nicht auf Werbung, ist elementar.“

Zuvor hatte CSU-Generalsekretär Markus Blume die Position seiner Partei bekräftigt. „Hände weg vom Paragrafen 219a. Eine gesetzliche Änderung ist mit der CSU nicht zu machen“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Auf die Position der CSU angesprochen, sagte Familienministerin Giffey „Bild am Sonntag“: „Da werden wir noch mal drüber diskutieren. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

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Deutsche Polizei nimmt den katalanischen Ex-Präsident Puigdemont fest

In Katalonien rufen Unabhängigkeitsbefürworter zu Protesten vor dem deutschen Konsulat in Barcelona auf. Deutschland wird aufgefordert, Puigdemont nicht auszuliefern. Grafik: TP
Der Unabhängigkeitsbefürworter, der im Exil in Belgien lebt, war auf der Rückreise von Finnland und Dänemark

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Während andere europäische Länder wie Belgien oder Dänemark die Kriminalisierung von katalanischen Politikern, die die Unabhängigkeit befürworten, nicht mitvollzogen haben, ist es in Deutschland anders. Als der ehemalige katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont, der in Spanien der Rebellion, Veruntreuung und Ungehorsam beschuldigt wird, von Dänemark nach Deutschland einreiste, nahm ihn die deutsche Polizei aufgrund eines Europäischen Haftbefehls auf einer Tankstelle fest. Mit ihm sind vier weitere Personen gefahren.

Puigdemont, der im Exil in Brüssel lebt, war eingeladen worden, um an einer Podiumsdiskussion der Universität Kopenhagen teilzunehmen und eine Rede an der Universität Helsinki zu geben. Er war auf dem Rückweg in einem Fahrzeug. Allerdings ist er bereits aus Finnland gereist, wo er sich seit Donnerstag aufgehalten hatte. Dort hatte die Polizei am Samstag den Europäischen Haftbefehl erhalten.

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Geistige Homöostase

Antonio Damasio
Im Anfang war das Gefühl
Verlag: Siedler, München 2017

Der US-amerikanische Hirnforscher Antonio Damasio versucht sich an einer Grundlegung der menschlichen Kultur ausgehend von einer Theorie der Gefühle.

Von Steve Ayan | spektrum.de

Wie schon in seinen Erfolgsbüchern „Descartes‘ Irrtum“ (im Original 1994 erschienen) und „Ich fühle, also bin ich“ (1999) betont der inzwischen 74-Jährige die oft unterschätzte Bedeutung der Affekte: Sprache, Denken und Moral seien eng mit körperlichen Vorgängen und emotionalen Bewertungen verknüpft. Diese liefern sozusagen den Treibstoff für jede Vernunft und Tradition. Anders als in den 1990er Jahren ist diese These inzwischen allerdings nicht mehr neu, sondern fast schon Allgemeingut geworden.

Damasio holt weit aus. Die Textmasse seines Werks samt stattlichem Anmerkungsapparat hätte bei etwas leserfreundlicherem Layout leicht 400 Seiten füllen können. Kleiner Tipp für Eilige: Das Schlusskapitel „Die seltsame Reihenfolge der Dinge“ – so auch der englische Originaltitel des Buchs („The Strange Order of Things“) – enthält eine Kurzfassung des Inhalts.

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Wir Abkömmlinge des Urknalls

Hubble Ultra Deep Field-Aufnahme (HUDF) aus dem Jahre 2004. Bild: NASA, ESA, G. Illingworth (UCO/Lick Observatory University of California, Santa Cruz), R. Bouwens (UCO/Lick Observatory und Leiden University) und HUDF09 Team.
Ein Tag ohne Gestern, Heute und Morgen. Gefangen im Nichts. Eingebettet in scheinbarer Leere. Kein Raum. Kein Volumen. Kein Licht. Kein Leben. Doch irgendetwas fluktuiert. Ein unendlich kleiner, dichter, massereicher und heißer Punkt zerrt am Nichts.

Harald Zaun | TELEPOLIS

In ihm sind undefinierbare Kräfte gefangen. Warum sich dieses punktförmige Gebilde (Anfangssingularität) urplötzlich entzündete und nur 10-35 nach dem Urknall mit der 10-Billion-Billionenfachen Lichtgeschwindigkeit weit über die Größe des heute beobachtbaren Universums aufblähte, ist das größte Mysterium aller Mysterien.

Als der Big Bang in die Welt trat und zeitgleich die Selbige schuf, öffnete sich der erste Vorhang zur größten Ouvertüre des Universums. Mit ihm vollzog sich eine Premiere ohne Generalprobe, die kein Zuschauer sehen, kein Auditorium hören, kein Theaterkritiker kritisieren, kein Chronist protokollieren konnte. Es war eine betörende Galavorstellung im Nichts, vor einem Publikum, das nicht existierte. Weder eine menschliche noch außerirdische Seele war zugegen.

Heute, 13,82 Milliarden Jahre nach der großen Ouvertüre, sind wir bislang als einzig bekannte Spezies intellektuell und technisch in der Lage, den großen Vorhang einige Zentimeter beiseite zu schieben, wohl wissend, dass dahinter mindestens ein weiterer die Sicht auf das große Ganze versperrt. Immerhin gelingt es uns bisweilen, einen kurzen Blick hinter den ersten zu werfen. Dabei haben wir aber noch nicht einmal jene Kulissen entdeckt, auf denen sich die Dramen und Tragödien zutragen, bei denen extraterrestrische Intelligenzen die Hauptrollen mimen. So unterschiedlich die Akteure auf ihren Bühnen agieren – sie (die Anderen) und wir (der Homo sapiens) spielen immerhin im selben Theater, in dem wir unsere Gastauftritte mit unterschiedlichen Drehbüchern zelebrieren.

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Medienwissenschaftler: Kirchen brauchen neue Sprache für Netzdebatte

Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen hat die Kirchen dazu aufgefordert, für Wertedebatten im Internet eine „neue, frische Sprache“ zu entwickeln. „Das einfache Moralisieren, die Kanzelpredigt, der erhobene Zeigefinger, dieses ‚ihr sollt‘ – all das funktioniert nicht mehr“, sagte der Tübinger Wissenschaftler dem evangelischen Monatsmagazin „chrismon“ (April-Ausgabe). Bei der Beteiligung an Debatten im Netz sei Aufgabe der Kirchen, für Ethik zu werben, jedoch ohne dabei zu moralisieren.

evangelisch.de

In dem gemeinsamen Interview mit der Webvideo-Journalistin Franzi von Kempis plädierte Pörksen außerdem dafür, die Transformation von einer „digitalen“ hin zu einer „redaktionellen Gesellschaft“ zu vollziehen, in der journalistisches Bewusstsein zur Allgemeinbildung gehöre. Glaubwürdige und relevante Informationen zu erkennen, sei heute für jeden bedeutsam, argumentiert Pörksen. In einem eigenen Schulfach an der Schnittstelle von Informatik, Medienwissenschaft, Sozialpsychologie und Ethik ließen sich diese Kompetenzen vermitteln.

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Polizeigewerkschafter Rainer Wendt bekam elf Jahre Geld vom Staat – zum Dienst musste er nicht

Bringt der Abschlussbericht auch Polizeigewerkschafter Rainer Wendt in Erklärungsnot? (Archivbild) © Ingo Wagner DPA
In Fernsehsendungen gab Rainer Wendt den konsequenten Law-and-Order-Funktionär. Bei seiner Bezahlung nahm er es aber mit Recht und Gesetz offenbar nicht so genau – das geht laut „WAZ“ aus einem Abschlussbericht hervor.

stern.de

In der Affäre um den jahrelang aus Steuermitteln bezahlten Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, haben die Sonderermittler in Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit beendet. „Der Abschlussbericht liegt dem Minister vor“, sagte ein Sprecher von Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) auf dpa-Anfrage. Der Bericht müsse aber, bevor er an den Landtag weitergeleitet werde, noch juristisch geprüft werden. Über Inhalte könne er nichts sagen, sagte der Ministeriumssprecher.

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Wenn das Meer das eigene Haus auffrisst

Apartmenthaus in Soulac-sur-Mer, das wegen Einsturzgefahr geräumt weden musste Quelle: picture alliance
Wer muss zahlen, wenn Landverlust Eigentümer zum Verlassen ihrer Immobilien zwingt und Gemeinden Ortsteile ins Landesinnere verlegen müssen? In Frankreich erleben Bewohner jetzt schon, was vielen Deutschen noch bevorstehen könnte.

Von Gesche Wüpper | DIE WELT

Eine Eigentumswohnung mit Meeresblick vom Balkon in einer gepflegten Appartementanlage im Südwesten Frankreichs, nur ein paar Schritte vom Strand in Lacanau Océan entfernt. Was auf den ersten Blick wie eine traumhafte Immobilie wirkt, könnte sich für die Besitzer in ein paar Jahren jedoch als Albtraum erweisen.

Denn der Atlantik ist unerbittlich. Er nagt immer weiter an der französischen Küste. Im Schnitt frisst er sich jedes Jahr 1,7 bis 2,5 Meter weiter in den 270 Kilometer langen Uferstreifen der Region Nouvelle-Aquitaine hinein, bei schweren Stürmen im Winter an manchen Stellen sogar weit mehr. Starke Strömungen, die ufernahen Sand abtragen, und der Anstieg des Meeresspiegels sind die Hauptursachen.

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Moscheeverband Ditib: „Verführerisch für autoritärdenkende Menschen“

Der Moscheeverband Ditib plant eine Jugendreise in die Türkei und bezeichnet Staatspräsident Erdogan als „obersten Heerführer“. Das ist zwar Staatspropaganda, aber nicht verwunderlich, meint der Lehrbeauftragter für Religionspolitik, Volker Beck.

domradio.de

DOMRADIO.DE: Eigentlich könnte man sagen, eine Jugendreise in die Türkei in den Osterferien klingt nach ein normalen Angebot. Was macht diese Reise für Sie denn zur nationalistischen Staatspropaganda?

Volker Beck (Früherer Grünen-Abgeordneter und Lehrbeauftragter am „Centrum für Religionswissenschaftliche Studien“ in Bochum): Wenn da von „unserem obersten Heerführer“ die Rede ist, dann reibt man sich schon ein bisschen die Augen. Erstens über die sprachliche Wahl und zweitens über die Perspektive. Denn es handelt sich ja eigentlich um unsere Jugendlichen muslimischen Glaubens aus Deutschland, die da hingefahren werden. Aber das Ganze reiht sich natürlich in eine Kette von nationalistischen Aufputschungen im Bereich der Diyanet und der Ditib in Deutschland ein.

Anfang des Jahres hatten wir die Aufforderung des Religionsattachés aus Berlin, die Siegessure in den Moscheen noch intensiver zu beten – das Ganze dekoriert mit Panzerabbildungen. Es gab auf vielen Ditib-Seiten Filme über den Vormarsch auf Afrin. Da gibt es eine ganze Menge Stellungnahmen, die diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türken hier in deutschen Moscheen glorifizieren. Und man sieht dabei die Problematik der Ditib-Struktur insgesamt. Überwiegend in den letzten Jahren und Jahrzehnten hatte man mit der Ditib keine größeren Probleme, aber die Struktur war immer so angelegt: Wenn der türkische Staat will, wenn er es braucht, kann er einfach seinen Einfluss da an- oder ausknipsen. Seit dem Krieg gegen die Kurden sieht man eben, dass der Einfluss genommen wird, man hat es auch schon im Zusammenhang mit der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages gesehen, dass die Ditib am Ende immer für die Propaganda der türkischen Regierung herhalten muss.

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Ein Atheist beim Papst

© Bild: Bild: Raphael Hünerfauth
Sandro Bucher ist bekennender Atheist und wurde vom Vatikan zur Jugend-Vorsynode in Rom eingeladen. Der 25-jährige, der vor neun Jahren aus der Kirche austrat, fühlte sich erst fehl am Platze. Doch das änderte sich schnell.

Madeleine Spendier | katholisch.de

Zur Jugend-Vorsynode, die heute in Rom zuende ging, waren nicht nur katholische Jugendliche eingeladen. Auch Vertreter anderer Religionen und Atheisten konnten mitdiskutieren. Einer von ihnen war Sandro Bucher, der mit 16 Jahren aus der Kirche austrat. Im katholisch.de-Interview erzählt der Schweizer, wie er sich dabei fühlte.

Frage: Herr Bucher, Sie waren unsicher, ob Sie an der Vorsynode teilnehmen sollten?

Bucher: Nein, aber als ich im Collegio Maria Mater Ecclesiae in Rom ankam, dachte ich zuerst, ich wäre im falschen Film. Mönche und Priester irrten durch die Halle, eine Messe wurde im Nebenraum abgehalten und fromme Gesänge drangen in mein Ohr. Ich war unsicher, ob mich hier überhaupt einer hören wollte. Aber diese Befürchtung hat sich nicht bestätigt: Ich wurde sehr freundlich empfangen. Bei den Diskussionen herrschte ein offenes Klima. Keiner hatte ein Problem mit mir, weil ich nicht an Gott glaube. Ich fühlte mich rasch akzeptiert. Ich wurde andauernd gebeten, meine Meinung zu den verschiedenen Themen zu sagen. Einige haben mir rückgemeldet, dass sie von meinen Wortbeiträgen sogar profitiert hätten.

Frage: Sind Sie getauft?

Bucher: Ja, ich bin getauft, ich habe auch an der Erstkommunion teilgenommen. Aber als ich 16 Jahre alt wurde, bin ich aus der Kirche ausgetreten. Mein Vater ist katholisch, meine Mutter ist evangelisch-reformiert. In meiner Kindheit habe ich den katholischen Glauben nie hinterfragt. Als ich es aber in der Jugend tat, habe ich gemerkt, dass der Atheismus der richtige Weg für mich ist. Heute würde ich mich als Humanist bezeichnen. Ich glaube, dass ethische Werte und Menschenrechte dazu da sind, um die Welt besser zu machen.

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Die Globalisierung verstehen

Grafik: TP
Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion, Demographie und Technologie: Die großen sechs Treiber, auf die es ankommt

Roland Benedikter | TELEPOLIS

Es ist nicht leicht, die Phänomene der heutigen Globalisierungsphase ohne grundlegendes Raster: ohne „Lesehilfe“ zu verstehen. Zu komplex zusammengesetzt und widersprüchlich sind Entwicklungen und Ereignisse – und zu vielfältig scheinen die „Treiber“ (global drivers) am Werk. Heuristische Studien von Universitäten wie Stanford, MIT oder Humboldt zeigen aber, dass bei praktisch allen wichtigen Vorgängen der Gegenwart mindestens sechs typologische Gestaltungslogiken im Spiel sind: die von Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion, Demographie und Technologie.

Diese „großen Sechs“ entsprechen zentralen Gesellschaftsdiskursen der Moderne, die seit dem 18. und 19. Jahrhundert weitgehend voneinander unabhängige, funktionale Teilbereiche ausdifferenzierter Gesellschaften geformt haben. Es handelt sich aber auch um sechs sowohl in Prinzipien wie Vorgehensweisen unterschiedliche Sicht-, Denk- und Handlungsweisen innerhalb moderner Gesellschaften, die eigene historische Erinnerungskulturen (einschließlich Links-Recht-Dialektiken) aufweisen und darauf aufbauend Phänomene und Prozesse der Globalisierung sehr unterschiedlich deuten und strategisch antizipieren.

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Weiter Missbrauchsmeldungen: Katholische Kirche entschädigt

Der Missbrauchsskandal beschäftigt die katholische Kirche auch noch Jahre nach den ersten Enthüllungen 2010. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Bistümern Limburg, Mainz und Fulda ergab, melden sich nach wie vor Opfer von sexuellem Missbrauch und Gewalt – auch wenn die große Flut mittlerweile abgeebbt ist.

Frankfurter Rundschau

Mehr als 100 Anträge auf Entschädigungszahlungen wurden bei der katholischen Kirche gestellt. Knapp 465 000 Euro wurden in den drei Bistümern gezahlt.

Die sexuellen Übergriffe – etwa von Priestern – liegen teils lange Zeit zurück und wurden zuweilen erst Jahrzehnte später aufgedeckt. Anfang 2010 kam die Berichterstattung über die Vorfälle ins Rollen, es ging Schulen, Internate und kirchliche Einrichtungen.

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Die Vermessung des Higgs-Teilchens: Fette Masse, viele Rätsel

Simulation eines Teilchenschauers inklusive Higgs-Teilchen (Quelle: CERN). Eine Methode mit Bums
Vor sechs Jahren verkündeten Physiker des CERN die Entdeckung des Higgs-Teilchens. In mühevoller Detektivarbeit wurde das Higgs seitdem vermessen, mit der Hoffnung, Abweichungen vom Standardmodell der Teilchenphysik zu entdecken – und damit neue Erkenntnisse über das Universum zu bekommen.

Von Frank Grotelüschen | Deutschlandfunk

  1. Juli 2012, der große Hörsaal am CERN in Genf. Rolf Heuer, der damalige Generaldirektor, verkündet eine wissenschaftliche Sensation – die Entdeckung des Higgs-Teilchens. Ein Exot, ganz maßgeblich für die Grundfesten der Physik.

„Ein Teilchen, das anderen Teilchen Masse verleiht. Das ist das Besondere an dem Teilchen“, sagt Tatjana Lenz, Physikerin an der Universität Bonn.

Vor mehr als 50 Jahren hatte sich der Schotte Peter Higgs eine trickreiche Theorie einfallen lassen: Demnach liegt dem Kosmos ein alles durchdringendes Feld zu Grunde. Durch dieses Feld bewegen sich Elementarteilchen wie die Quarks, aus denen unsere Materie ja zum Großteil besteht, wie durch einen zähen Sirup. Der Widerstand, den die Quarks in diesem Sirup verspüren, ist nichts anderes als ihre Masse – so die Idee.

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Kirchenasyl: Bei der Rechtstreue können die Kirchen von Muslimen lernen

In Nordrhein-Westfalen gewähren die Gotteshäuser immer mehr Menschen Asyl – und schwächen bei Abschiebungen die Handlungsfähigkeit des Staates Quelle: dpa
Die Zahl abgelehnter Asylbewerber in Kirchenasyl ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Kirchen sehen keinen Grund, an ihrer Praxis etwas zu ändern. Dabei ignorieren sie geltendes Recht – und der Staat lässt sie gewähren.

Von Till-Reimer Stoldt | DIE WELT

Angenommen, der Zentralrat der Muslime würde Hunderte abgelehnte Asylbewerber in seinen Moscheen verstecken und damit ihre rechtsstaatlich beschlossene Abschiebung verhindern. Welches Echo würde er damit wohl auslösen? Vermutlich würde dann geschimpft, Muslime verachteten die säkulare Rechtsordnung, da zeige sich, wem die Loyalität der Gläubigen in Wirklichkeit gelte.

Gottlob sind die im Zentralrat organisierten Gläubigen rechtstreue Menschen. Sie verbergen, soweit bekannt, keine Abschiebekandidaten vor dem Staat. Und damit sind die Moscheegemeinden ein Vorbild für die christlichen Kirchen. Denn die, vor allem die evangelische, fahren in der Abschiebungsfrage dem Staat in die Parade.

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Türkei: Erdogan will Gouverneur in Afrin einsetzen

Mitglieder der Miliz Faylaq al-Sham, die für die türkische Regierung Afrin „säubert“.
Türkei will syrische Flüchtlinge und wahrscheinlich Dschihadisten aus Ost-Ghouta in Afrin ansiedeln. USA sollen angeblich ihren Stützpunkt Incirlik aufgeben

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Türkei will syrische Flüchtlinge und wahrscheinlich Dschihadisten aus Ost-Ghouta in Afrin ansiedeln. USA sollen angeblich ihren Stützpunkt Incirlik aufgeben

Letzte Woche wurde bekannt, dass US-Präsident Donald Trump zwei Militärstützpunkte im Mittleren Osten aufgeben will. Dabei soll es sich um Al Udeid in Katar und um Incirlik in der Türkei handeln. Diese Meldung erschien im israelischen Internetmagazin DEBKA.com unter Berufung auf israelische Sicherheitskreise.

Wie man weiß, sind der türkische Präsident Erdogan und der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, neue, enge Freunde in der islamischen Welt. Die Türkei gründete erst kürzlich eine große Militärbasis in Katar, sehr zum Unwillen Saudi-Arabiens und den USA.

Laut Debka vereinbarte Trump demnach bei einem Treffen im Weißen Haus mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Muhamed bin Salman am 20. März, dass die CENTCOM-Militärbasis aus Katar nach Saudi-Arabien verlegt werden soll.

Im türkischen Incirkik haben die USA immer noch Atomwaffen. Anscheinend wird nun sogar Trump der Boden in dem unberechenbaren, immer autokratischer und islamistischer werdenden Land zu heiß. Schon Anfang März berichtete das Wall Street Journal, dass das Pentagon die Einsätze von Incirlik aus stark reduzieren will.

Die türkische Annexion Afrins, weitere Annexionspläne für ganz Nordsyrien und Erdogans schrille Forderungen, die USA müssten sich aus Manbidsch zurückziehen, da sie seinem Eroberungsfeldzug im Wege stehen, dürfte zu dieser Entscheidung beigetragen zu haben. Aber vorerst denken die USA nicht an einen Abzug aus Nordsyrien. Dies zeigte der Besuch einer hochrangigen US-Delegation in Manbidsch dieser Tage. Weitere wichtige Entscheidungen dieser Tage passen ebenfalls ins Bild.

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Hunderttausende gehen in den USA gegen Waffen auf die Straße

foto: afp photo / jim watson Tausende zumeist junge Demonstranten in Washington.
Organisatoren rechnen mit bis zu 500.000 Teilnehmern allein in Washington – Solidaritätskundgebungen weltweit

derStandard.at

In den USA sind am Samstag zahlreiche Menschen für schärfere Waffengesetze auf die Straße gegangen. Nach dem Amoklauf in einer High School in Florida waren unter dem Motto „March for our lives“ („Marsch für unsere Leben“) Kundgebungen im ganzen Land geplant.

Mit dem größten Zulauf rechneten die Organisatoren in Washington: Dort sollten bis zu 500.000 Demonstranten die Politik zum Verbot von jener Art von Waffen bringen, mit der der 19-jährige Täter am Valentinstag in Parkland bei Fort Lauderdale 17 Menschen tötete. Die Bewegung geht auf Jugendliche zurück, die inzwischen massiv Spenden eingesammelt haben und bei den Demos auch auf die Unterstützung von Prominenten zählen können.

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Schuster: Antisemitismus wächst durch Enthemmung in sozialen Medien

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, führt den zunehmenden Antisemitismus unter anderem auf eine „deutliche Enthemmung“ in den sozialen Medien zurück. „Man traut sich endlich, etwas mitzuteilen, was man ‚immer schon mal loswerden‘ wollte, früher aber für sich behalten hat“, sagte Schuster dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag).

evangelisch.de

„Das geschieht heute lauter und drastischer, als ich es mir noch vor zehn Jahren hätte vorstellen können, selbst in der Mitte der Gesellschaft.“ Dabei seien seiner Ansicht nach nicht mehr Menschen antisemitisch eingestellt als bisher, betonte der Zentralrats-Präsident. „Das Gros der deutschen Bevölkerung ist nicht antisemitisch.“ Aber bei dem kleinen Rest wüchsen „Ressentiments und Judenfeindschaft, ja Judenhass“.

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Der Dummheit eine Gasse: AfD nennt Klimawandel „Irrlehre“ und will Energiewende beenden

Alternative für Deutschland Der durch den Menschen ausgelöste Klimawandel ist von einem UN-Expertengremium und der weit überwiegenden Mehrheit der Wissenschaft festgestellt worden. (Foto: AFP)
Die AfD hat im Bundestag den Klimawandel bestritten und das Ende der Energiewende gefordert. Die Rede eines Abgeordneten löste Empörung aus – und Gelächter.

HANDELSBLATT

Die AfD hat in der umweltpolitischen Grundsatzdebatte im Bundestag den Klimawandel bestritten und ein Ende der Energiewende verlangt. „Die AfD sagt hier und heute der Irrlehre des von Menschen gemachten Klimawandels den Kampf an“, sagte ihr Umweltpolitiker Karsten Hilse am Freitag: „Wir wollen den Ausstieg aus allen diesbezüglichen nationalen und internationalen Verträgen und Gremien.“

Es gebe keine Beweise für den Klimawandel. Studien gäben nur wieder, was die Aufraggeber wollten. Auch der Umstieg auf erneuerbare Energien sei daher falsch. Die AfD sage auch der Energiewende den Kampf an.

Die falsche Politik der Luftreinhaltung in Deutschland werde das erste Ziel der AfD sein, sagte Hilse: „Wir werden mit der Bekämpfung der nur ideologisch begründeten Stickoxid- und Feinstaubwerte begründeten Grenzwerte beginnen, die nichts weiter zum Ziel haben, als die Enteignung von Millionen von Autofahrern.“

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Esoterik: Öffentliche Stellen vergeben Aufträge an Scharlatane

Ein Energetiker legte einen „Energie-Schutzring“ um das Wiener KH Nord. Der Hokuspokus kostete 95.000 Euro. © APA
Energetiker, Strahlengurus und Wünschelrutengänger: Esoterik-Scharlatane verdienen mit öffentlichen Aufträgen gutes Geld – nicht nur im Wiener Krankenhaus Nord.

Von Jakob Winter | profil.at

Die Seestadt Aspern ist ein magischer Ort, voll von Energiezentren und Vitalfeldern – zumindest wenn man einer Esoterik-Studie Glauben schenkt. Im Auftrag der Wiener Wirtschaftsagentur stapfte ein „Geomant“ vor 13 Jahren über die noch unbebaute Fläche der Seestadt. Für die stattliche Summe von 19.000 Euro ließ er die Kräfte der Natur auf sich wirken. Geomanten glauben, dass sie energetische Plätze in einer Landschaft aufspüren können. Die Studie sollte „einen Beitrag zur Stärkung der Lebenskraft des Projektgebietes“ liefern. profil liegt ein Auszug der kruden Arbeit vor: „In Bezug auf die derzeitige Ausprägung der vier Elemente im Projektgebiet wirkt die Luft und das Wasser stark, das Feuer ist ausgeprägt und die Erdqualität noch nicht voll präsent.“ Besonders angetan zeigte sich der Geomant von einem Hollerbusch, dem er „spezifische energetische Eigenschaften“ zuschrieb. Der Strauch solle „im Zuge der Entwicklungsmaßnahmen berücksichtigt werden“, hieß es folgerichtig im Masterplan der Seestadt Aspern. Das Architektenteam sah den Standort für einen „Campus der Religionen“ vor.weiterlesen

The Forgotten Nones: The High Cost of Fleeing Fundamentalist Religion

Image: rd.
According to a recent study, those who have a stable religious or secular identity generally report greater well being; however, those who consider leaving religion but stay, tend to experience poorer mental health over time, compared to those who are more consistent in their religious and nonreligious identities. Which begs the question of how leaving impacts well being—particularly for those raised in a religion.

By Andreea Nica | Religion Dispatches

By now many of us are familiar with the data on the “nones.” Nearly four in ten (39%) young adults (18-29) are religiously unaffiliated, and they’re nearly four times as likely as young adults a generation ago to identify as religiously unaffiliated. The primary reasons are skepticism in the teachings of religion (60%), a less religious upbringing (32%), or issues with religious teachings about or treatment of gay and lesbian people (29%).

But a subset of these growing religious nones has lacked examination—those who have left fundamentalist religions. Underexplored is how disaffiliation from fundamentalist groups impact family relations and friendships, as well as the stressors involved in ‘coming out’ as a nonbeliever.

Important to clarify, is that strict, fundamentalist, or “high-cost” religious groups have distinct characteristics of absolutism, fanaticism, and conformity. Absolutism means that religious individuals have a high commitment to and willingness to sacrifice on behalf of the religious group’s goals or beliefs; Conformity entails obedience and discipline of religious members; and Fanaticism is conceived of as one-way communication versus a dialogue between leadership and members.

Leaving fundamentalist, strict religions can have negative health consequences, both perceived and actual, that manifest in the body and mind. Research shows that individuals who come out to family members, specifically as an atheist—a strongly stigmatized identity in the U.S., only slightly more popular than Muslims—report that families often react with anger and rejection, as communication deteriorates and distrust grows. While research is somewhat limited on individuals’ experiences leaving religion more broadly, and coming out to family and friends, it’s generally assumed that there are significant stressors involved that impact well being.

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