Die Globalisierung verstehen


Grafik: TP
Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion, Demographie und Technologie: Die großen sechs Treiber, auf die es ankommt

Roland Benedikter | TELEPOLIS

Es ist nicht leicht, die Phänomene der heutigen Globalisierungsphase ohne grundlegendes Raster: ohne „Lesehilfe“ zu verstehen. Zu komplex zusammengesetzt und widersprüchlich sind Entwicklungen und Ereignisse – und zu vielfältig scheinen die „Treiber“ (global drivers) am Werk. Heuristische Studien von Universitäten wie Stanford, MIT oder Humboldt zeigen aber, dass bei praktisch allen wichtigen Vorgängen der Gegenwart mindestens sechs typologische Gestaltungslogiken im Spiel sind: die von Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion, Demographie und Technologie.

Diese „großen Sechs“ entsprechen zentralen Gesellschaftsdiskursen der Moderne, die seit dem 18. und 19. Jahrhundert weitgehend voneinander unabhängige, funktionale Teilbereiche ausdifferenzierter Gesellschaften geformt haben. Es handelt sich aber auch um sechs sowohl in Prinzipien wie Vorgehensweisen unterschiedliche Sicht-, Denk- und Handlungsweisen innerhalb moderner Gesellschaften, die eigene historische Erinnerungskulturen (einschließlich Links-Recht-Dialektiken) aufweisen und darauf aufbauend Phänomene und Prozesse der Globalisierung sehr unterschiedlich deuten und strategisch antizipieren.

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