Splatter-Kult: Welche Rolle Blut für die religiöse Kommunikation spielt


Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Tiere und Gaben darbringen, um Gott zu danken oder um Vergebung zu bitten: Das ist wichtiger Teil vieler Geschichten in der Hebräischen Bibel. Die Texte mit den Opfervorschriften klingen dagegen spröde – haben aber bis heute eine Bedeutung für jüdische und christliche Gläubige.

Von Kirsten Dietrich | Deutschlandfunk Kultur

Es wäre schön, über das Opfern in der Hebräischen Bibel ganz neutral reden zu können: ohne das Unbehagen, das der Begriff heute auslöst. „Opfer“ – da geht es um Gewalt, um Macht und Tote, und wer als „du Opfer“ beschimpft wird, bekommt die eigene Hilflosigkeit voll Hohn unter die Nase gerieben. Das war mal anders.

Das dritte Buch der Hebräischen Bibel, des Alten Testaments der Christen, dreht sich zum großen Teil ums Opfern und ist – ein Gespräch, sagt Shani Tzoref. Sie lehrt am Fachbereich jüdische Theologie der Universität Potsdam die Auslegung der Tora:

„Leviticus beginnt damit, dass Gott Mose ruft – auf Hebräisch: Wajikra – und das bestimmt eigentlich auch, wie darin über das Opfer gesprochen wird: Gott sucht das Gespräch.“

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