Schweiz: Katholische Kirche deckte ein halbes Jahrhundert lang einen pädophilen Pater


In der Affäre um einen pädophilen Kapuzinerpater in der Westschweiz belastet ein Untersuchungsbericht die Kirche schwer. Diese habe weggeschaut. Das gilt auch für einen ehemaligen Bischof und einen ehemals höchsten Kapuziner der Schweiz.

Neue Zürcher Zeitung

Anfang 2017 veröffentlichte der Freiburger Daniel Pittet das Buch «Pater, ich vergebe Euch!», in dem er davon berichtete, wie er vom Kapuzinerpater Joël Allaz missbraucht worden sei. Schon im Alter von neun Jahren sei er von diesem vergewaltigt worden. Der Pater gestand, dass er sich an vierzig weiteren Jungen vergangen habe, darunter auch an seinem eigenen Neffen.

Die Affäre zog Kreise bis in den Vatikan. Papst Franziskus schrieb das Vorwort zu Pittets Buch, und am 20. Mai 2017 schloss die Glaubenskongregation in Rom den heute 78-jährigen Allaz aus dem Kapuzinerorden und dem Priesterstand aus. Rund um das Bistum Chur entspann sich schliesslich eine Intrige, wer denn eigentlich für die seinerzeitige Vertuschung des Missbrauchsskandals verantwortlich gewesen sei.

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