Theologe Christoph Kähler weist Kritik am Begriff „Mohr“ in der Bibel zurück


Der Theologe Christoph Kähler, der die Revision der Lutherbibel 2017 leitete, verteidigt das Festhalten an dem Ausdruck „Mohr“ an einer Textstelle gegen Kritik.

Julia Lauer | evangelisch.de

Luther selbst habe den Begriff Mohr 42 Mal gebraucht, sagte Kähler dem Evangelischen Pressedienst (epd). „In der jetzigen Revision wurden fast alle Vorkommen getilgt“, erklärte der Theologe und frühere Thüringer Landesbischof. 70 Theologen hatten den Bibeltext unter seiner Leitung binnen fünf Jahren geprüft, überarbeitet und teilweise neu übersetzt.

Bereits zwischen 1964 und 1984 sei die Verwendung des Begriffs in der Bibel auf 15 Stellen reduziert worden. „Denn in der Regel reicht für die Bezeichnung eines sehr fremden Landes ‚Kusch‘ oder der Einwohner ‚Kuschit‘ aus, auch wenn sich Bibelleser darunter oft nicht viel vorstellen können“, sagte Kähler. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus am Mittwoch vergangener Woche hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus die Verwendung des Begriffs „Mohr“ in der jüngsten Ausgabe der Lutherbibel beanstandet.

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