Warum Atheisten am Karfreitag tanzen sollten!


Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Wussten Sie schon, dass Sie am Karfreitag (und anderen christlichen Feiertagen) angeblich keine Tanz- oder Sportveranstaltung ausrichten dürfen? Und auch keine „anderen öffentlichen Vergnügungen, die dem ernsten Charakter dieser Tage zuwiderlaufen“. So steht es in § 6 des Gesetzes über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen.

Von Maximilian Steinhaus | LEIPZIGER INTERNET ZEITUNG

In den anderen Bundesländern existieren ähnliche Regelungen. Wenn Sie jetzt überlegen, ob deshalb das vergnügliche Ostereiersuchen stets erst am Ostersonntag und nicht schon am Karfreitag stattfindet – dies kann ich Ihnen leider auch nicht beantworten, denn um die Osterbräuche ranken sich viele Erklärungsversuche. Fest steht jedoch, dass das Christentum sich ein einst heidnisches Frühlingsfest einverleibt hat und dass die Mehrheit der Sachsen es (inzwischen wieder) als volkstümliches Familienfest feiert. Ostern begeht der überwiegende Teil unserer Gesellschaft, weil es ein gesetzlicher Feiertag ist.

Die Mehrheit feiert das Erwachen des Frühlings und nicht die angebliche Wiederauferstehung eines Drittels des behaupteten dreifaltigen Gottes. Daran ändert auch nicht, dass die Kirchenbänke ausnahmsweise mal wieder für ein paar Stunden voll sind.
Wenn man schon – wie unser neuer Heimat- Horst – von einer „christlichen Prägung Deutschlands“ sprechen will, dann sollte man auch die gewandelten Realitäten berücksichtigen: Über 70 Prozent der Sachsen sind konfessionsfrei und viele davon wollen sich nicht die kollektive „Jesus starb für unsere Sünden“-Trauer aufzwingen lassen.

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