Eine Million Franken für die Missbrauchsopfer der katholischen Kirche


Mindestens 250 Minderjährige und Erwachsene sind nach heutigem Erkenntnisstand in der Schweiz von katholischen Klerikern missbraucht worden. Ein Genugtuungsfonds soll sie wenigstens finanziell entschädigen.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Die Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern, aber auch von Erwachsenen haben die katholische Kirche durchgeschüttelt. Die hiesige Kirche reagierte 2010 und richtete in allen Bistümern Anlaufstellen für die Opfer ein. So lässt sich das Ausmass des sexuellen Missbrauchs durch Kirchenleute immerhin abschätzen – auch wenn die Dunkelziffer hoch sein wird, weil sich lange nicht alle Missbrauchten an die Anlaufstellen wandten und wenden.

Bis 2016 gab es laut Bischofskonferenz 218 Meldungen, wobei gleich nach Einrichtung der Anlaufstelle viele Opfer eine Anzeige gemacht haben. Der Grossteil der Fälle ereignete sich bereits vor Jahrzehnten. Doch 48 Personen beklagten sich auch über Vorfälle, die nach dem Jahr 2000 passiert sind. Darunter sollen aber keine Kinder sein, wie es beim Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» heisst. Insgesamt kam es in der Schweiz zu Übergriffen an mindestens 59 Kindern unter 12 Jahren sowie an 24 Mädchen und 60 Jungen im Teenageralter. 48-mal waren erwachsene Frauen die Opfer, 40-mal erwachsene Männer.

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