Politik von der Kirchenkanzel


Politik von der Kirchenkanzel? Immer wieder sorgt die Frage für Streit, wie politisch Predigten sein dürfen – oder ob sie es sogar sein sollten. Zwei Pfarrer erläutern, was aus ihrer Sicht dafür und was dagegen spricht.

Julia Lauer | evangelisch.de

Zuletzt befeuerte der Journalist Ulf Poschardt diese Debatte. An Heiligabend twitterte der Chefredakteur der „Welt“: „Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den #Jusos bzw. der Grünen Jugend verbracht?“ Seine Kritik entzündete sich an einer Predigt des protestantischen Pfarrers Steffen Reiche in Berlin, der unter anderem auf die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), auf Donald Trumps Steuerreform und auf russisches Staatsdoping zu sprechen gekommen war.

Auch die CDU-Politikerin Julia Klöckner äußerte sich kritisch, nachdem der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, in seiner Weihnachtspredigt auf das Motto „America first“ von US-Präsident Trump angespielt hatte. Klöckner bemängelte tagespolitische Stellungnahmen der Kirchen generell. „Es kommt vor, dass aus manchen Kirchenkreisen mehr zum Thema Windenergie und Grüne Gentechnik zu hören ist als über verfolgte Christen, über die Glaubensbotschaft oder gegen aktive Sterbehilfe“, sagte sie der „Bild“.

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