Vor 50 Jahren beendete Paul VI. den päpstlichen Hofstaat


Headquarter des Konzerns.

Wozu braucht der Papst einen Hof- und einen Oberstallmeister? Im 20. Jahrhundert hatten diese Ämter ihren Sinn verloren, Papst Paul VI. schaffte sie daher 1968 kurzerhand ab 

Von Johannes Schidelko | kath.net

Vor 50 Jahren endete im Vatikan die Ära des feudalen Hofstaats. Im Zuge der Reformbestrebungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) räumte Papst Paul VI. (1963-1978) im Apostolischen Palast mit Strukturen und Mentalitäten einer höfischen Vergangenheit auf. In seinem Erlass „Pontificalis domus“ vom 28. März 1968 wandelte er den Päpstlichen Hof zum „Päpstlichen Haus“. Sein Haushalt und der Dienst in seiner unmittelbaren Umgebung sollten den „Vorrang des geistlichen Anliegens“ deutlich machen. Es galt „all das hintansetzen, was nur Titel, äußere Aufmachung und Prunk ist“, so das sechsseitige Motu proprio.

Mit „Pontificalis domus“ verschwanden aus dem Papstpalast viele historische Ämter, Uniformen und klangvolle Titel aus einer Zeit, als die Päpste auch weltliche Herrscher waren. Etwa der „Hofmeister seiner Heiligkeit“, der Oberstallmeister, der Meister des Hl. Hospizes, der Garderobenmeister oder der Geheime Speisevorkoster. Andere Namen wurden modernisiert: Der Magister des Apostolischen Palastes hieß nun Theologe des Päpstlichen Hauses, aus dem Präfekten der Apostolischen Sakristei wurde der Generalvikar des Papstes für die Vatikanstadt.

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