Der Horror im deutschen Wald


Bild: faz.net
Der „Salamanderfresser“, ein Pilz, verursacht eine der furchtbarsten Tierseuchen Europas. Der Staat reagiert. Aber sind die Feuersalamander noch vor dem Aussterben zu retten?

Von Joachim Müller-Jung, Philip Gerhardt | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) mit seinen vorstehenden dunklen Augen hat es als Symboltier bis in die Fußgängerzonen, Comichefte und Kinderbücher geschafft. In den Wohnzimmer-Terrarien werden für ihn heile Welten eingerichtet. „Lurchi“ ist längst Werbe-Ikone. Und er ist ein Wildtier von nationalem Rang. Nicht, weil er wie andere Amphibienarten in seinem Bestand akut gefährdet wäre, sondern im Gegenteil: weil er sich in den oft von Bächen durchflossenen deutschen Laub- und Mischwäldern so ausgesprochen wohl führt. Deutschland ist Kerngebiet seiner Verbreitung, deshalb trägt Deutschland auch eine, wie es in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt beim Bundesamt für Naturschutz heißt, „hohe Verantwortung“ für das Gedeihen der Art.

Verbreitung des Feuersalamanders in Deutschland

Das alles aber ist zuletzt in den Hintergrund geraten. Was die Freunde der Feuersalamander seit einiger Zeit beschäftigt, ist die eine entscheidende Frage: Wird der Feuersalamander überleben? Der Grund dafür ist ein infektiöser Pilz: Batrachochochytrium salamandrivorans, kurz „Bsal“. 2013 hat er das erste Mal für ein Massensterben in seinem nördlichen Verbreitungsgebiet in Belgien und den Niederlanden gesorgt. In den Niederlanden hat der „Salamanderfresser“ den Schwanzlurch fast schon ganz ausgerottet, in Belgien bis auf wenige Restpopulationen dezimiert.

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