Verschwörungstheorien: Check, Check und Dreifach-Check

Neu entdeckt im Jahr 2018: unser roter Nachbarplanet Bild: dpa
Skeptiker liegen im Trend – und schrecken kaum davor zurück, die offensichtlichsten Dinge anzuzweifeln. Immerhin gibt es Himmelstatsachen, auf die wir uns verlassen können. Eine Glosse.

Von Sibylle Anderl | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Worauf kann man sich heute überhaupt noch verlassen? Es sind doch sowieso alle korrupt und interessengeleitet und in Verschwörungen großen Stils involviert – so raunt es durch die sozialen Netzwerke. Descartes Aufruf zum methodischen Zweifel hat Hochkonjunktur. Und schreckt dabei auch nicht vor Tatsachen zurück, die uns maximal unverdächtig erscheinen. Die Kugelform der Erde etwa, deren Existenz von einer ganzen Bewegung, der „Flat Earth Society“, in Frage gestellt wird – eine Gesellschaft, die sich laut eines vielfach geteilten Facebook-Posts damit rühmt, Anhänger „auf dem gesamten Globus“ zu besitzen. Die Echtheit dieser entlarvenden Äußerung kann ihrerseits angezweifelt werden. Nicht aber die Existenz der Globus-Skeptiker selbst.

weiterlesen

Ostbeauftragter Christian Hirte: Ausländerfeindlichkeit „menschlich verständlich“

Christian Hirte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: dpa (Archivbild)
Der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), hat Verständnis für die Skepsis vieler Ostdeutscher gegenüber Ausländern. „Auch heute noch ist der Osten des Landes deutlich homogener als der Westen“, sagte Hirte der „Welt“.

Berliner Zeitung

„Die Erfahrung ist einfach nicht da. Es ist menschlich verständlich, wenn man auf Fremdes aus Angst vor Veränderung zunächst mit Ablehnung reagiert.“ Dies müsse die Politik akzeptieren und diejenigen „ernst nehmen, die sich – auch lautstark – äußern“, verlangte der CDU-Politiker. „Zu deren Lebenserfahrung aus der DDR gehört nun einmal, dass ein vermeintlich stabiles System zusammenbrechen kann.“

Für den Ostbeauftragten der Bundesregierung ist das Ziel, Wähler der AfD zurückzugewinnen. „Im Gespräch mit Bürgern haben Sie oft mit sehr ungefilterten Argumenten zu tun“, sagte Hirte. „Da darf man sich nicht angewidert abwenden, sondern muss darauf eingehen. Sonst stärkt man am Ende selbst die Ränder.“

weiterlesen

Streng gläubig und stramm rechts

Der „Wahrheits-Truck“ – bei der plakativen Selbstdarstellung der religiösen Rechten sind die USA wegweisend. Bild: Ibagli / gemeinfrei
Nicht nur in den USA, auch in Deutschland ist die christliche Rechte auf dem Vormarsch

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Als der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Sommer 2017 ankündigte, ab 2019 die Evolutionstheorie aus den Schulplänen streichen zu wollen, haben wir alle ganz tief eingeatmet. Doch Erdoğan ist mit seiner Ansicht nicht allein, denn laut einer Umfrage lehnen 70% der Befragten in der muslimisch geprägten Türkei die Evolutionstheorie nach Charles Darwin ab.

Doch wir müssen gar nicht in die Türkei schauen, denn auch hierzulande gibt es Menschen, die wissenschaftliche Erkenntnisse ablehnen oder so zurechtbiegen, dass die Erde wieder zur Scheibe wird: Sie halten fest an der biblischen Darstellung, nach der Gott die Erde in sieben Tagen schuf – und zwar vor 6.000 Jahren.

„Kreationismus“ nennt sich diese Glaubensrichtung und ist eine Spielart des christlichen Fundamentalismus. Die modifizierte Form ist, dass die Erde älter ist, aber Gott vor 6.000 Jahren die Menschen schuf.

Die wurden bislang allenfalls als Spinner abgetan, der christliche Fundamentalismus insgesamt nicht weiter ernst genommen. Doch spätestens seit dem „Marsch der Frauen“ im Januar 2018 in Berlin ist klar: Völkisches Denken paart sich mit christlichem Fundamentalismus, Rechte bieten z. B. Lebensschützerinnen eine Bühne, und der christliche Fundamentalismus bekommt plötzlich eine ganz neue gesellschaftliche Dimension. Dieser Eindruck täuscht, denn Kreationisten z.B. unterhalten schon lange Schulen in Deutschland, das Problem ist also nicht neu.

Christlicher Fundamentalismus spiegelt sich z. B. im AfD-Programm wieder, u.a. im Hinblick auf die Ablehnung der Ehe für Alle, die Haltung zur Homosexualität insgesamt oder auch die Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen. Letztere ist allerdings nicht nur der AfD vorbehalten, sondern mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist sie Regierungsprogramm.

Mit dem Christentum ist es nicht anders wie mit dem Verhältnis zwischen Islam und Islamismus: Ohne den Katholizismus hätte es weder Inquisition noch Hexenverbrennung gegeben und es gibt keinen Katholizismus ohne Inquisition und Hexenverbrennung. Es gibt höchstens Theologen und Gläubige, die sich von beidem distanzieren. Zeit also, sich mal mit den christlichen Kirchen zu beschäftigen, denn die haben auch in „Friedenszeiten“ starke Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Sehr viel stärker, als wir gemeinhin glauben.

Und der erstarkende christliche Fundamentalismus, dem die AfD auch eine parlamentarische Bühne bietet, ist eine ernsthafte Bedrohung für die Demokratie und erkämpfte Rechte, nicht nur im Hinblick auf die Möglichkeit des straffreien Schwangerschaftsabbruchs.

weiterlesen

„Kniefall vor Islam“: Rechter Shitstorm gegen Milka-„Schmunzelhasen“

foto: milka Die „Schmunzelhasen“ werden als Islamisierungsgeste interpretiert.
Im Netz beschweren sich Nutzer darüber, dass Schoko-Osterhasen „Schmunzelhasen“ heißen. Das tun sie aber seit 1973

derStandard.at

Egal ob Nikolo, Weihnachten oder Ostern: Pünktlich zu christlichen Feiertagen entdecken besorgte Menschen Anzeichen für ein Aussterben alter Traditionen und eine schleichende Islamisierung. Auch heuer ist es wieder so weit. Dieses Mal steht der „Schmunzelhase“ im Fokus der Wutbürger. Dabei handelt es sich um einen Hasen aus Schokolade, der zur Osterzeit von Milka angeboten wird. „Was zur Hölle soll das denn jetzt?“, heißt es etwa auf der rechtsextremen Seite „Aufwachen Deutschland“.

Shitstorm gegen Milka

Auf Facebook und Twitter verbreiten sich Fotos vom „Schmunzelhasen“ in Windeseile. Verschwörungstheoretiker sehen in der Süßigkeit einen „Kniefall vor dem Islam“. Doch dieser angebliche Kniefall müsste schon vor langem passiert sein, denn Milka bietet die Schmunzelhasen bereits seit Ostern 1973 an, wie der Schokoladenhersteller auf Facebook erklärte. Jedweder Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise ist also Mumpitz. Dasselbe gilt für „Traditionshasen“ auf Kassenbons, das ist eine interne Bezeichnung im Warenregister von Supermärkten.

weiterlesen

Spanischer Gotteswahn: Flaggen auf Halbmast – Karfreitag

In Spanien werden an diesem Karfreitag bei allen Militäreinrichtungen die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

kath.net

In Spanien werden an diesem Karfreitag bei allen Militäreinrichtungen die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Anlass ist der Karfreitag und das Gedenken an den Tod von Jesus. In einer Erklärung wird angekündigt, dass diese Maßnahme bis Ostersonntag um 12.01 umgesetzt wird. Das spanische Militär wird sich zu Ostern auch an mehr als 150 Oster-Paraden und Feierlichkeiten in über 80 Städten beteiligen. Man betont, dass die Freiheit der Religion respektiert werde und kein Militärangehöriger gezwungen werde, daran teilzunehmen.

Wochenwitz von Dodo Marx: Muslime nicht auf deren Religion reduzieren

Quelle: http://www.bgland24.de

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wendet sich gegen Pauschalurteile über Muslime. Ihn störe es, wenn Ängste geschürt werden und man bei Muslimen nur über deren Religion rede. „Sie sind zuerst Menschen, und dann kommt das Adjektiv“, sagte der Münchner Erzbischof dem Nachrichtenmagazin „Focus“ laut Vorabbericht.

evangelisch.de

Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht, führe nicht weiter. „Da könnte man auch fragen, ob der Atheismus zu Deutschland gehört“, sagte Kardinal Marx. Schon der Blick in das Grundgesetz reiche zu Klärung. Der Artikel 4 garantiere die Freiheit der Religionsausübung. Dieses Recht sei Teil der Staatsräson, betonte Marx.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte wenige Tage nach seiner Ernennung Mitte März der „Bild“-Zeitung gesagt: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt.“

weiterlesen

Vatikan betont: Es gibt die Hölle!

Papst Franziskus hat nach Angaben des Vatikans doch nicht die Existenz der Hölle geleugnet. Der Heilige Stuhl reagierte am Donnerstag auf Zitate des Kirchenoberhaupts in der italienischen Zeitung „La Repubblica“.

DONAUKURIER

Papst Franziskus hat nach Angaben des Vatikans doch nicht die Existenz der Hölle geleugnet. Der Heilige Stuhl reagierte am Donnerstag auf Zitate des Kirchenoberhaupts in der italienischen Zeitung „La Repubblica“, wonach Franziskus gesagt haben soll: „Die Hölle gibt es nicht, was es gibt, ist die Auslöschung der sündhaften Seelen.“ Dem Vatikan zufolge wurde der Papst falsch zitiert.

Die umstrittenen Passagen stammen aus einem Gespräch zwischen Franziskus und dem Gründer von „La Repubblica“, Eugenio Scalfari. Darin soll der Papst geäußert haben, dass die Sünder nach dem Tod nicht automatisch bestraft werden. Wer seine Taten bereut, erhalte die Gnade Gottes. Wer hingegen nicht bereut, könne auch nicht auf Vergebung hoffen. Reuelose Sünder würden einfach „ausgelöscht“.

weiterlesen

Trennung von Kirche und Staat – jetzt

Welche Rolle spielt die Kirche in der Gesellschaft? Nicht immer eine gute. Foto: imago
An Ostern haben sich alle den religiösen Riten einer Glaubensgemeinschaft unterzuordnen. Daher irritiert, wenn christlich-soziale Vorturner dem Islam die Existenzberechtigung in Deutschland absprechen. Die Kolumne.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Kaum ein christliches Fest greift so penetrant in den säkularen Alltag ein wie Ostern. Verlangt die Karwoche im Vorfeld die Haltung in Trauer und Stille nur von den Gläubigen, ist an Karfreitag gesamtgesellschaftlich Schluss mit lustig.

Den religiösen Riten ist sich gefälligst unterzuordnen, immerhin bringen es die Katholiken und Protestanten gemeinsam noch auf 45 505 000 eingetragene Mitglieder (2016). Da ist natürlich jeder Säugling und Entmündigte mitgezählt, und trotzdem verzeichnen beide statistisch beim Kirchenbesuch neue Tiefstände, wie die evangelische Nachrichtenagentur idea.de jammert. Macht nichts, was vor 200 Jahren richtig war, wird wohl in 2018 noch recht sein, weshalb sich auf Teufel komm raus die gesamten 82,8 Millionen anzupassen haben.

weiterlesen

In Berlin wird auch Karfreitag getanzt

Das Tanzverbot tangiert die meisten Partygänger in Berlin ohnehin nicht: Es gilt nur von 16 bis 21 Uhr.Foto: IMAGO
Das Tanz- und Konzertverbot an Karfreitag wird in der Stadt nahezu gar nicht umgesetzt. Das Gesetz ändern will aber kaum jemand.

Von Nantke Garrelts | DER TAGESSPIEGEL

Sie heißen Heaven Shall Burn und so klingt auch ihre Musik: Donnernde Akkorde, trommelfellzerfetzendes Doppelbassschlagzeug und grummelnder Gesang. In den Texten geht es um den Aufstand gegen Autoritäten, darunter auch die Kirche. „You are not my god“, zu deutsch „Du bist nicht mein Gott“, heißt es in einem ihrer Lieder. Unchristlicher geht es also kaum.

Ausgerechnet diese Band wird aber am Karfreitag in Berlin im Huxley’s Neue Welt spielen – an dem Tag also, an dem bundesweit Tanzverbot herrscht. Nun kann man streiten, ob das Rumgehüpfe und Mit-den-Armen-Gerudere – also das Pogen – als Tanz bezeichnet werden kann oder ob das Gitarrengewitter wirklich Musik in den Ohren des Zuhörers ist.

Eindeutig dagegen ist die Gesetzeslage: Neben Tanzveranstaltungen sind „in Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art“ nicht zugelassen. So steht es in der Berliner Verordnung über den Schutz der Sonn- und Feiertage aus dem Jahr 2004.

weiterlesen

US-Richter: Unternehmen müssen vor Krebsgefahr bei Kaffee warnen

Kaffeeduft
Kaffeeduft (CC-by-sa/3.0/en by Takkk)

Hohe Konzentration von krebserregender Substanz Acrylamid ist nach kalifornischen Gesetzen auszuweisen

derStandard.at

Ein Richter im US-Bundesstaat Kalifornien fordert von der Kaffeehauskette Starbucks, auf ihren Kaffee-Produkten künftig vor Krebsgefahren zu warnen. Starbucks und andere Unternehmen der Branche hätten nicht darlegen können, dass die Gefahr, die von einer chemischen Verbindung ausgehe, die beim Rösten von Kaffee entstehe, zu vernachlässigen sei, erklärte Elihu Berle am Mittwoch in Los Angeles.

Die Nichtregierungs-Organisation CERT hatte Starbucks und rund 90 Unternehmen der Branche verklagt. Begründet hatte CERT dies damit, dass die Firmen nicht vor einer hohen Konzentration von Acrylamid in ihren Produkten warnen würden. Die Substanz sei aber giftig und krebserregend. Nach kalifornischen Gesetzen müssten Unternehmen in dem Bundesstaat vor der Gefahr warnen. Firmen wie Starbucks, McDonald’s und Dunkin‘ Donuts können bis zum 10. April Einspruch einlegen.

„Die Stadt ohne Juden“: Stummfilm von 1924 ahnte den Holocaust voraus

Dies ist ein echtes, historisches Foto: In Wien amüsieren sich Mitglieder der NSDAP über ältere Juden, die den Bürgersteig mit Bürsten schrubben müssen DPA
Der Film wurde viele Jahre vor dem Massenmord an den europäischen Juden gedreht. Wie kann es sein, dass „Die Stadt ohne Juden“ Szenen von Vertreibung zeigt, wie sie sich später wirklich abspielen würden?

stern.de

Eine Frau bewirft einen jüdischen Gemüsehändler mit Obst – weil seine Ware zu teuer ist. Menschen wandern in einem langen Treck aus einer Stadt, manche auf Krücken, einige tragen Torarollen unter dem Arm. Andere verlassen ihre Heimat mit dem Zug. Ein jüdischer Vater umarmt am Bahnhof ein letztes Mal seine kleine Tochter, die bei ihrer christlichen Mutter bleibt.

Wer Szenen aus „Die Stadt ohne Juden“ sieht, könnte meinen, sie spielen die Geschichte der Vertreibung der europäischen Juden vor dem Massenmord nach. Doch der österreichische Stummfilm stammt von 1924. Damals saß Adolf Hitler nach einem Putschversuch in Landsberg eine Festungshaft ab, in Österreich waren die Nazis verboten. Und bis es die ersten Pogrome des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Europa gab, sollten noch Jahre vergehen.

weiterlesen

Wie der Gekreuzigte der denkbar größten psycho-terroristischen Vereinigung zur Macht verhalf

Rote, blaue, schwarze, weiße Bi-Ba-Butze-Männer und -Frauen in spitzen Hüten mit Augenschlitzen und Kutten wie Klu-Klux-Clan-Ritter, im Rhythmus der Blaskapelle zögernd voranschreitend, Riesen-Kerzen oder Fackeln in den Händen. Davor eine gigantische Monstranz getragen von unzähligen Füßlein unter weinrotem Samt. Geht’s die Treppe von der Kirche hinunter, neigt sich Jesus samt Kreuz oder die Jungfrau gefährlich nach vorne.

Jörg Albert | TELEPOLIS

Aber auch dieses Jahr passiert wohl kein Malheur. Von irgendeinem Balkon ertönt eine Männerstimme mit einem Klagelied, der Saeta, der Zug hält inne. Es ist Nacht in der Semana Santa und die Penitentes, die Büßer, gehen um. Und alle Spanier und Touristen – Katholiken wie Scheinheilige – stehen am Rande der Prozessionen und lassen sich willig fallen in diese Büßer-Regression, die erst am nächsten Morgen in einer der vollgestopften und höllisch lauten Bodegas und Bars enden wird.

Und am Abend darauf werden die Sünden der Nacht zuvor von neuem abgebüßt – das wahre Mysterium der Semana Santa. Es gibt viele Mysterien um die Semana Santa, um die Osterwoche, nicht nur in Cadiz.

Das wird im II. Buch Moses genau beschrieben. Zu einer festgesetzten Zeit sollen alle Erstgeborenen sterben. JHWH, der Herr, wollte damit die Freilassung des Volkes Israel aus ägyptischer Gefangenschaft erzwingen.

Die Hebräer selbst konnten sich auf folgende Weise vor diesem grausigen Tod schützen. JHWH, der Herr, hat es Moses genau erklärt. Ein männliches Lamm eines Schafes oder einer Ziege, nicht älter als ein Jahr, musste in jeder Familie geschlachtet werde. Mit dessen Blut sollte der Eingang zum Haus markiert werden, um den Todesengeln das Zeichen zum Weitergehen zu geben. Und weitergehen, auslassen, verschonen heißt auf Hebräisch pessach. Das Passah-Fest hat hier seinen Ursprung. Und JHWH, Gott der Herr, befahl noch mehr: Das Opferlamm sollte bis zum letzten Rest verzehrt, dazu nur ungesäuertes Brot gegessen werden, voll bekleidet sollten alle bleiben, jederzeit bereit, sich auf den Weg ins gelobte Land zu machen.

weiterlesen

EKD-Ratschef gegen Änderung im Abtreibungsrecht

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ist gegen eine Gesetzesänderung bei Abtreibungen. Es müsse klar sein, dass es eine Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch nicht geben kann.

DOMRADIO.DE

Der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten äußerte sich am Donnerstag im Fernsehsender Phoenix. „Informiert werden muss aber“, fügte Bedford-Strohm hinzu.

Es gehe darum, schwangere Frauen „in dieser sehr, sehr schwierigen Frage“ gut zu begleiten. „Ich rate davon ab, an den Gesetzen etwas zu ändern“, sagte der bayerische Landesbischof, der zugleich unterstrich, dass die Kirchen für den Schutz des Lebens von Anfang an einträten. Wenn es Informationsdefizite gebe, sollten diese aus Sicht Bedford-Strohms unterhalb der Gesetzesschwelle behoben werden.

weiterlesen

Solidarisches Grundeinkommen ist eine Trickserei zur Image-Pflege

(Symbolbild) Foto: imago/Revierfoto
Die SPD hat Angst, auch in dieser großen Koalition wieder Wähler zu verlieren. Diese Angst ist berechtigt. Sie ist aber keine Entschuldigung für das wüste Gemisch von Dummheit und Trickserei, mit dem sie uns derzeit zu unterhalten versucht.

Von Arno Widmann | Berliner Zeitung

Trickserei ist, von „solidarischem Grundeinkommen“ zu reden, wenn man damit meint, Langzeitarbeitslose sollten in staatlich finanzierte Arbeitsplätze überführt werden. Mit Grundeinkommen hat das nichts zu tun. Es handelt sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Das wären 1,7 Millionen Dauerjobs für arbeitslose Hartz-IV-Empfänger. Parole: Arbeitslose in den Staatsdienst. Wie will man diese Jobs aus dem Boden stampfen? Wie will man die finanzieren?

Eine Tat der SPD

Der Vorwurf, es ginge bei den Vorschlägen darum, die Arbeitslosen aus der Statistik wegzusubventionieren, ist richtig. Aber nicht darin liegt die Dummheit der Vorschläge. Dumm sind sie, weil sie uns – den Beobachtern der Politik – zutrauen, das Alleroffensichtlichste zu übersehen.

weiterlesen

Warum „The Death of Stalin“ in Russland nicht gezeigt werden darf

Der sterbende Stalin (Adrian McLoughlin, am Boden) umringt von seinem Führungsstab, darunter Chruschtschow (Steve Buscemi, links)…Foto: Concorde
In der Komödie „The Death of Stalin“ kämpfen alte Weggefährten um das politische Erbe des Tyrannen. Der Kinofilm ist in Russland verboten.

Von Andreas Busche | DER TAGESSPIEGEL

So viele Namen – die über Jahrzehnte aus dem kollektiven Gedächtnis der Sowjetunion verschwanden. So viele Gesichter – die kurzerhand aus offiziellen Fotos retouchiert wurden, weil die Nase dem großen Führer Josef Stalin plötzlich nicht mehr passte. Und Stalin war ein impulsiver, paranoider Landesvater, selbst hochrangige Mitarbeiter kamen bei seinen Stimmungschwankungen nicht immer hinterher. Millionen von Russen starben unter Stalin in den Gulags oder wurden in Massengräbern verscharrt: Bolschewiki, Juden, Oppositionelle, engste Vertraute. Die kann man sich doch unmöglich alle merken. Da entwickelt sich die arglose Frage „Was macht eigentlich..?“ zu später Stunde – der Chef lässt gerade einen John-Wayne-Western in den Projektor laden (Stalin verehrte das klassische Kino des Systemfeinds) – schnell zum Stimmungskiller, wenn der Betreffende erst kürzlich zur Persona non grata erklärt wurde.

weiterlesen

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy muss vor Gericht

REUTERS
Der 63-Jährige wird in einer Abhöraffäre wegen Korruption und illegaler Einflussnahme angeklagt, teilte die französische Finanzstaatsanwaltschaft mit.

Die Presse.com

Der frühere Präsident Frankreichs, Nicolas Sarkozy, muss sich wegen Korruption und illegaler Einflussnahme vor Gericht verantworten. Dem 63-Jährigen wird vorgeworfen, sich über Informanten Einblick in Untersuchungen seiner Wahlkampffinanzierung im Jahr 2007 verschafft zu haben. Er soll außerdem im Jahr 2014 versucht haben, einen Staatsanwalt am Obersten Gerichtshof zu bestechen.

Sarkozys Anwalt kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen.

weiterlesen

Bischofskonferenz pocht auf Karfreitags-Ruhe

Steht ganz Oben auf der Liste. Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Stiller Feiertag oder nicht? Um das Tanzverbot am Karfreitag gibt es jedes Jahr Diskussionen. Nun äußern sich die deutschen Bischöfe – und verweisen nicht nur auf die christliche Bedeutung des Tages.

katholisch.de

In der Debatte um eine Aufweichung des Tanzverbotes an Karfreitag weist die Deutsche Bischofskonferenz neben der christlichen Bedeutung auf das gesamtgesellschaftliche kulturelle Erbe hin. „Der besondere Charakter des Karfreitags als Tag der Ruhe, der Besinnung und der Einkehr gehört untrennbar zur kulturellen Gestalt dieses Tages“, erklärte Sprecher Matthias Kopp am Donnerstag auf Anfrage in Bonn. Dies habe zwar im christlichen Glauben ihren Ursprung, aber darüber hinaus auch eine eigenständige kulturelle Bedeutung. „Es tut auch einer weitgehend säkularen Gesellschaft gut, einen allgemeinen Tag der Unterbrechung des alltäglichen Erwerbs-, Konsum- und Vergnügungsbetriebes aufrecht zu erhalten“, so Kopp.

weiterlesen

Mythos Sündenfall

Stephen Greenblatts Buch erinnert in Teilen an eine Kriminalgeschichte. (Siedler Verlag / picture-alliance / David Ebener)
Sie können der Verlockung nicht widerstehen und werden aus dem Paradies vertrieben: Stephen Greenblatt zeigt in seinem spannend und glänzend geschriebenem Buch, wie „Die Geschichte von Adam und Eva“ unsere Vorstellungen von Verantwortung, Verbrechen und Strafe formt.

Von Michael Opitz | Deutschlandfunk Kultur

Während Generationen von Gläubigen die Geschichte von Adam und Eva für wahr hielten und als glaubhafte Erzählung über den Ursprung der Menschheit ansahen, gab es stets auch Zweifler, die sie als reine Fiktion abtaten und belächelten. Trotz dieser ganz unterschiedlichen Ansichten steht für den 1943 in Boston geborenen Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt fest, dass die Erzählung über das aus dem Paradies vertriebene Menschenpaar unsere Vorstellungen vom Schicksal der Menschheit nachhaltig geprägt hat.

„Über Jahrhunderte hinweg hat diese Erzählung geformt, was wir über Verbrechen und Strafe denken, über moralische Verantwortung und Neugier, über Tod, Schmerzen und Leid, über Arbeit und Muße, über Gemeinschaft, Heirat, Geschlecht und Sexualität, über das uns gemeinsame Menschsein.“

Von Augustinus bis Charles Darwin

Zunächst analysiert Greenblatt akribisch die Ereignisse, von denen das erste Buch Genesis berichtet, und macht darauf aufmerksam, dass dem Erzähler sehr verschiedene Quellen zur Verfügung standen, aus denen er schließlich den einen Text formte, der in der Bibel nachzulesen ist. In den folgenden Kapiteln widmet er sich der Rezeptionsgeschichte. Gemeinsam ist hier allen Interpretationen, dass darin Adam und Evas Gebotsüberschreitung von zentraler Bedeutung ist. So leitet etwa Augustinus aus Adams Verfehlung, von einer verbotenen Frucht gekostet zu haben, die Erbsünde ab. Denn wenn es diesen Akt menschlichen Ungehorsams nicht gegeben hätte, dann wäre die von Gott geschaffene Welt – so Augustinus – gut geblieben.

weiterlesen

Integrationsbeauftragte: „Religion ist ein Grundrecht“

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat Mobbing aus religiösen Gründen klar verurteilt.

evangelisch.de

Es gebe bei dem Thema eine polarisierte Stimmung, sagte die Politikerin dem SWR (Donnerstag). Das tue der Sache nicht gut. Es brauche eine sachliche, öffentliche Debatte und konsequentes Handeln, forderte Widmann-Mauz.

Hintergrund ist ein mutmaßlicher Fall von religiösem Mobbing an der Paul-Simmel-Grundschule in Berlin-Tempelhof, über den die „Berliner Zeitung“ zuerst berichtet hatte. Demnach soll die Tochter eines 41-Jährigen von muslimischen Schülern angepöbelt worden sein, weil sie nicht an Allah glaubt.

weiterlesen

Newfound Alien Planet is a Metal-Heavy Cannonball

A Mercury-like planet the size of Earth orbits 100 times closer to its star, K2-229, than Earth does the sun. Credit: L. Calçada/ESO
Scientists have discovered a metal-heavy cannonball of an exoplanet resembling an Earth-size version of Mercury.

By Charles Q. Choi | SPACE.com

This newfound world could help shed light on the mysteries of Mercury’s origins and evolution.

Previous research suggested that Earth, Venus and Mars have metal cores that make up only about one-third of the mass of their planets. In contrast, Mercury is mostly metal, with a metallic core that makes up about two-thirds of the planet’s mass. [Inside Planet Mercury (Infographic)]

It remains hotly debated why Mercury differs so much from its rocky siblings. Now, researchers have discovered an alien version of Mercury that could better explain the history of the solar system’s innermost world.

read more