In Berlin wird auch Karfreitag getanzt


Das Tanzverbot tangiert die meisten Partygänger in Berlin ohnehin nicht: Es gilt nur von 16 bis 21 Uhr.Foto: IMAGO
Das Tanz- und Konzertverbot an Karfreitag wird in der Stadt nahezu gar nicht umgesetzt. Das Gesetz ändern will aber kaum jemand.

Von Nantke Garrelts | DER TAGESSPIEGEL

Sie heißen Heaven Shall Burn und so klingt auch ihre Musik: Donnernde Akkorde, trommelfellzerfetzendes Doppelbassschlagzeug und grummelnder Gesang. In den Texten geht es um den Aufstand gegen Autoritäten, darunter auch die Kirche. „You are not my god“, zu deutsch „Du bist nicht mein Gott“, heißt es in einem ihrer Lieder. Unchristlicher geht es also kaum.

Ausgerechnet diese Band wird aber am Karfreitag in Berlin im Huxley’s Neue Welt spielen – an dem Tag also, an dem bundesweit Tanzverbot herrscht. Nun kann man streiten, ob das Rumgehüpfe und Mit-den-Armen-Gerudere – also das Pogen – als Tanz bezeichnet werden kann oder ob das Gitarrengewitter wirklich Musik in den Ohren des Zuhörers ist.

Eindeutig dagegen ist die Gesetzeslage: Neben Tanzveranstaltungen sind „in Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art“ nicht zugelassen. So steht es in der Berliner Verordnung über den Schutz der Sonn- und Feiertage aus dem Jahr 2004.

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