Ägyptens Präsidentschaftswahl stellt auch Europa bloß


Schein und Wahl. Der alte und neue Präsident spielt Demokratie.Foto: Egyptian Presidency/dpa
Dass Ägyptens Präsident al Sisi schon einige Tage zu früh als Wahlsieger ausgerufen wird, scheint Europa und die USA nicht zu stören. Ihnen ist vor allem die Ruhe wichtig. Ein Kommentar.

Von Sidney Gennies | DER TAGESSPIEGEL

Unter Ägyptern verbreitet sich auf Facebook derzeit ein Foto. Darauf zu sehen ist eine Frau, im achten oder neunten Monat. Mit ihrem Partner schaut sie völlig überrascht und voller Glück auf einen Schwangerschaftstest. Daneben steht auf Arabisch sinngemäß: „Wenn in Ägypten die Wahlergebnisse bekanntgegeben werden.“

Sieben Jahre nach dem sogenannten arabischen Frühling bleibt der Bevölkerung wohl nicht viel mehr, als sich in der neuen und alten Militärdiktatur unter Abdel Fatah al Sisi mit schwarzem Humor einzurichten. Die Demokratie in einem der strategisch wichtigsten Länder des Nahen Ostens liegt in Trümmern, doch so richtig scheint sich kaum jemand daran zu stören.

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