Das seltsame Beharren auf christliche Werte in einer konfessionslosen Region


Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, sorge dich nicht, erfreu dich an deinem Leben
Als gottloseste Region der Welt wird der Osten dieses Landes bezeichnet. Der Beweis: Drei von vier Bürgern des Gebietes, das früher mal DDR hieß, sind konfessionslos. In Brandenburg sind es sogar noch mehr. Allenfalls zu Weihnachten und jetzt zu Ostern gibt es ein wenig Gedränge auf den Kirchenbänken. Mal abgesehen davon, dass die Nichtzugehörigkeit zu einer der großen christlichen Kirchen keineswegs bedeutet, bar jeden religiösen Empfindens zu sein, so fällt doch im Ost-West-Vergleich die Diskrepanz auf.

André Bochow | MOZ.de

Offiziell bekennen sich im Westen prozentual ungefähr so viele zum Katholizismus oder Protestantismus wie es im Osten Kirchenverweigerer gibt. Und zumindest für die Bundesrepublik ebenfalls auffallend: Die Tendenz zum Nationalismus ist dort größer, wo es weniger Kirchenmitglieder gibt. In Ostdeutschland.

Man hat die Abkehr der Ostdeutschen vom Christentum häufig mit der kommunistischen Erziehung im verblichenen Arbeiter-und Bauernstaat begründet. Das Argument ist keineswegs von der Hand zu weisen, auch wenn es für weite Teile Osteuropas nicht gilt. So hat sich der Katholizismus in Polen bis heute in einer sehr konservativen Form gehalten und spielt sowohl gesellschaftlich als auch politisch weiterhin eine große Rolle.

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